Geheime Fundstelle nördlich von Pilsen: Hunderte keltische Gold- und Silbermünzen geborgen

Die Fundstätte gilt als außergewöhnlich im mitteleuropäischen Kontext. Denn den Forschern gelang es, sie geheim zu halten und somit vor Plünderungen und Schatzsuchern mit Detektoren zu schützen.

Foto: Muzeum a galerie severního Plzeňska v Mariánské Týnici

Auf einer Großfundstätte nördlich von Pilsen befanden sich rund 500 keltische Gold- und Silbermünzen, 80 Stücke gehacktes Gold, Gold- und Bronzeschmuck sowie dessen Fragmente und weitere Gegenstände. Alles stammt aus der späten Hallstattzeit und der Latènezeit, das heißt aus dem 6. bis 1. Jahrhundert vor Christus. Die zufällig verstreuten Gegenstände wurden seit 2021 von Archäologen in oberen Bodenschichten auf einer Fläche von 12 bis 16 Hektar gefunden. Und das an einem Ort, an dem man bisher kein keltisches Zentrum vermutet hatte.

David Daněček | Foto: Muzeum a galerie severního Plzeňska v Mariánské Týnici

An der Erforschung des Ortes arbeiten Experten des Regionalmuseums in Mariánská Týnice (Muzeum a galerie severního Plzeňska) und des Archäologischen Institut der Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von David Daněček zusammen. Der Archäologe:

„Es könnten Dutzende oder Hunderte von Menschen gewesen sein, die sich hier aufgehalten haben. Aber wir wissen nicht, ob es sich um eine dauerhafte Siedlung handelte oder ob sich die Menschen dort saisonal wiederholt trafen, um Handel zu treiben sowie Ressourcen und Rohstoffe wie etwa Gold zu tauschen.“

Foto: Muzeum a galerie severního Plzeňska v Mariánské Týnici

Die historische Bedeutung des Ortes könnte noch weiter ansteigen, sollte sich die Vermutung bestätigen, dass die dort entdeckten Münzen aus lokalem Gold geprägt wurden. „Unser Fundort befindet sich in einem goldhaltigen Gebiet“, so Daněček.

Außergewöhnlich sei auch die Sammlung von Goldschmuck aus der Hallstattzeit – bronzene Spangen, Anstecknadeln, Armbänder oder eine Pferdefigur, fügt Daniel Stráník, ein Archäologe vom Museum in Mariánská Týnice, hinzu.

Ein Teil der Fundstücke wird derzeit im Regionalmuseum in einer Ausstellung präsentiert. Sie kann bis 30. November 2025 besucht werden.

Foto: Muzeum a galerie severního Plzeňska v Mariánské Týnici
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