Giftalkohol fordert auch zehn Opfer in Polen

Foto: Barbora Kmentová

Anfang September brach in Tschechien die so genannte Methanolaffäre aus. An einer Vergiftung durch gepanschten Alkohol starben hierzulande bereits 38 Menschen. In diesen Tagen wurden nun zehn Methanol-Opfer in Polen gemeldet.

Foto: Barbora Kmentová
Nach ein paar Monaten Ruhe sorgt die Methanol-Affäre wieder für Schlagzeilen. In Polen sind aller Wahrscheinlichkeit nach zehn Menschen an einer Vergiftung durch gepanschten Alkohol gestorben. Bei einigen der Verstorbenen wird noch auf die Ergebnisse der Obduktion gewartet. Die polnischen Ermittler gehen jedoch davon aus, dass alle zehn Menschen vergiftete Spirituosen getrunken haben. Die Opfer stammen aus ganz Polen. Nach den Weihnachtsfeiern starben im nordpolnischen Stargard fünf Menschen, und in der südpolnischen Gemeinde Golkowice drei Mitglieder einer Familie. Gerade in diesem Fall führt eine Spur nach Tschechien. Eine Sprecherin der polnischen Polizei sagte:

„Wir haben leere Flaschen von Alkoholgetränken gefunden. Der zuständige Ermittler hat die Obduktion angeordnet und wir warten auf die Resultate.“



Petr Vavrouška (Foto: Alžběta Švarcová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Einigen polnischen Medien zufolge wurden in der Wohnung der Verstorbenen auch Flaschen tschechischer Herkunft gefunden. Die Familie lebte in der Nähe der tschechischen Grenze, daher ist es nicht ausgeschlossen, dass sie den gepanschten Alkohol bereits vor Monaten in Tschechien gekauft hat. Warum vergifteter Alkohol nun nach mehreren Wochen in Polen wieder Menschenleben forderte, dazu der Korrespondent des Tschechischen Rundfunks in Polen, Petr Vavrouška:

„Die Experten sind der Meinung, dass während der Weihnachtstage nicht nur in Tschechien, sondern auch in Polen mehr Alkohol als sonst getrunken wurde. Daher könnte auf dem Markt erst jetzt Alkohol aufgetaucht sein, den die Verkäufer zuvor versteckt haben. Es ist aber auch möglich, dass die Leute zu ihren eigenen alten Alkoholvorräten gegriffen haben. Während Monate, die seit dem Ausbruch der Methanol-Affäre vergangen sind, haben sie vergessen, dass die Spirituosen, die sie zuvor gekauft haben, gefährlich sein könnten. Das ist eine Warnung nicht nur für Polen, sondern auch für Tschechen. Die polnische Polizei hat erneut vor dem Genuss von Alkohol aus nicht überprüften Quellen gewarnt.“

Foto: Barbora Kmentová
In Tschechien haben die Hygiene-Experten bereits vor den Weihnachten vor dem Genuss von Spirituosen unklarer Herkunft gewarnt. Das staatliche Hygiene-Amt bot zudem den Bürgern die Möglichkeit an, jene Alkoholgetränke, die sie zu Hause hatten, kostenlos testen zu lassen. Das Interesse an diesen Tests war in den letzten Tagen sehr groß. Die kostenlosen Tests werden noch bis zum Freitag, dem 28. Dezember, angeboten. Die Resultate der Tests zeigen jedoch, dass wirklich noch einige Leute gefährliche Spirituosen zu Hause haben. Der Leiter des staatlichen Hygiene-Amtes, Vladimír Valenta dazu:

Vladimír Valenta (Foto: ČT 24)
„Den Großteil der gefährlichen Alkoholgetränke haben wir in Mähren gefunden, vor allem im Mährisch-Schlesischen Kreis sowie in den Kreisen Zlín und Olomouc / Olmütz. In Einzelfällen wurde bei den Tests gefährlicher Alkohol aber auch im Südmährischen und im Südböhmischen Kreis sowie in den Kreisen Plzeň / Pilsen und Hradec Králové / Königgrätz gefunden.“