Hohe Auszeichnung für Pater Otte

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Am Mittwoch wurde in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland dem bekannten Vertreter der katholischen Ackermanngemeinde, Pater Anton Otte, eine der höchsten deutschen Auszeichnungen für seine Verdienste um die tschechisch-deutschen bzw. sudetendeutschen Beziehungen überreicht. Mehr erfahren Sie aus dem folgenden Gespräch, das Jitka Mladkova mit Anton Otte führte.

Herr Otte, die deutsche Bundesregierung hat Ihnen das Bundesverdienstkreuz 1.Klasse verliehen. Diese hohe Auszeichnung haben Sie am Mittwoch in der deutschen Botschaft zu Prag aus den Händen von Botschafter Michael Liebal entgegengenommen. Damit habe man ihr langjähriges Engagement im Prozess der tschechisch - deutschen Aussöhnung gewürdigt, wie es der Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz Daniel Hermann formulierte. So die offizielle Erklärung. Meine Frage an Sie ist: Welchen konkreten Inhalt hatte dieses Engagement und was war für Sie am Anfang, also nach der politischen Wende 1989 in der Ex-Tschechoslowakei, als der Versöhnungsprozess erst beginnen konnte, am wichtigsten?

"Es ging eigentlich darum, die verschiedenen Aktivitäten , die die Ackermanngemeinde im Rahmen ihrer Zielsetzung - der Aussöhnung zwischen Deutschen, Sudetendeutschen und Tschechen, ihre Aktivitäten zu koordinieren. Es war eine Aufgabe, die ich so verstanden habe, dass ich einfach da bin als einer der Sudetendeutschen, auch einer sudetendeutschen Organisation, um den Tschechen die Hand zu reichen."

Man sagt , aller Anfang sei schwer und ich kann mir vorstellen, dass auch für Sie der Anfang nicht ganz leicht ausgefallen ist. Gab es da irgendwelche Stolpersteine?

"Ich muss sagen, und auch wenn ich darüber im nachhinein nachdenke, dann bin ich selber überrascht, dass ich eigentlich keine Stolpersteine nennen kann. Es gab ein paar Diskussionen, die etwas schärfer waren, wo ich mit radikaleren Vertretern hier diskutiert habe. Aber im Grossen und Ganzen - und ich denke, das habe ich dem Firmenschild Ackermann Gemeinde zu verdanken - dass ich überall, wo ich hingekommen bin, ein großes Entgegenkommen vorfand."

Sie haben schon 1996 eine hohe tschechische Auszeichnung verliehen bekommen, uns zwar den Masaryk-Orden. Was bedeuten für Sie diese hohen Auszeichnungen?

"Ich habe es schon gestern bei der Verleihung gesagt. Natürlich freut man sich über so eine Auszeichnung, vor allem wenn sie in einem entsprechenden Rahmen geschieht. Ich war sehr dankbar über den Masaryk-Orden, der mir im Wladislav-Saal vom Präsidenten selber überreicht wurde. Das ist natürlich ein schönes Erlebnis, aber ich denke, man muss schon dazu sagen, dass dabei gewürdigt ist, dass das auf dem Hintergrund eines großen Umfeldes passiert und dass das nichtbloß meine Aktivitäten sind, sondern dass dadurch natürlich auch anerkannt und gewürdigt wird alles, was die Ackermann Gemeinde tut oder was von kirchlicher Seite her in Tschechien passiert. Bei dem Masaryk-Orden ist besonders gewürdigt worden meine Vergebungsbitte an die Tschechen. Ich habe damals auch gesagt, dass so ein Orden auch ein Motiv gegen die Versuchung ist, die Sachen abzugeben, abzuschließen."