Im Briefkasten: QSL-Karten zum 90. Geburtstag von Radio Prag International
Die Graphikdesignerin Kristýna Marková hat die Motive der QSL-Karten in den beiden vergangenen Jahren entworfen und ist auch Autorin der zehnteiligen Jubiläumsreihe für 2026.
An jedem ersten Tag im Monat finden Sie auf unserer Website eine neue Preisfrage. Und diese wird auch im Hörerforum gestellt. Radio Prag International feiert im Jahr 2026 ein bedeutendes Jubiläum. Im Januar haben wir nach unserem Gründungsjahr gefragt. Die richtige Antwort lautet: 1936 (Die Sendungen wurden am 31. August um 10 Uhr durch eine Ansprache des technischen Direktors des Radiojournals, Eduard Svoboda, gestartet.)
Eigentlich beziehen sich im laufenden Jubiläumsjahr alle Quiz-Fragen auf die 90-jährige Geschichte der Radiosendungen aus Prag für das Ausland. Im Februar fragen wir:
Eine der Hauptaufgaben des Auslandssenders in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war es, der aggressiven, anti-tschechoslowakischen Propaganda eines Nachbarlandes entgegenzuwirken. Um welches Land handelte es sich?
Schicken Sie uns die Antwort an: [email protected].
Aus den uns zugesandten richtigen Antworten losen wir sechs Gewinner aus, die interessante Sachpreise erhalten. Im Januar waren gleich zwei Glückliche aus Deutschland unter ihnen, und zwar Reiner Schneider und Lutz Winkler. Wir gratulieren!
QSL-Karten in Blau-Rot-Gold
Die QSL-Karten gehören zu den deutlichsten visuellen Zeugnissen, die unser Auslandsradio begleiten. Seit drei Jahren werden sie von der Grafikdesignerin Kristýna Marková gestaltet. Ihr ist es gelungen, Tradition mit einer modernen Bildsprache zu verbinden. Bevor sie ihre Zusammenarbeit mit Radio Prag International startete, habe sie keine Ahnung von QSL-Karten gehabt, gesteht Kristýna Marková im Interview:
ZUM THEMA
„Ich finde es unglaublich interessant und denke, viel mehr Menschen sollten davon wissen. Heute ist die Arbeit an den QSL-Karten für mich Freude und Ehre zugleich: Ich kann meine visuellen Ausdrucksfähigkeiten nutzen, um unser öffentlich-rechtliches Medium im Ausland zu repräsentieren. Mir gefällt die Vorstellung sehr, dass jemand beispielsweise am anderen Ende der Welt eine QSL-Karte an seine Kühlschranktür hängt.“
Ihre erste Serie für das Jahr 2024, das als „Jahr der tschechischen Musik“ begangen wurde, hatte Komponisten zum Thema.
„Ich habe mich gegen Porträts und für eine abstraktere Form entschieden. Mit Collage und Papier wollte ich die Stimmung ihrer Musik ausdrücken.“
Im darauffolgenden Jahr schuf sie eine Serie, die vom Prager Zoo inspiriert war.
„Ich wollte sie spielerischer gestalten. Und ich habe eine kleine Überraschung eingebaut: Wenn die Hörer alle vier Postkarten zusammensetzen, entsteht ein größeres Bild.“
Die diesjährige Serie geht auf die Geschichte der QSL-Karten selbst zurück. Neun Postkarten symbolisieren neun Jahrzehnte der Auslandssendungen aus Prag:
„Ich habe recherchiert, wie QSL-Karten im vergangenen Jahrhundert aussahen, und wichtige Elemente daraus herausgearbeitet – wie zum Beispiel die Farben. Blau steht für den Tschechischen Rundfunk, und zusammen mit Orangerot wird an die Nationalfarben erinnert. Gold verdeutlicht wiederum den festlichen Charakter des Jubiläums.“
Neun Jahrzehnte in Bild
Auf manchen Karten finden sich auch historische Motive. Kristýna Marková erwähnt jenes Bild, das sich auf die 1960er Jahre bezieht:
„Ich habe da ausländische Briefmarken verwendet, etwa aus Kuba oder Indien, die die damalige Zeit visuell widerspiegeln. Es hat mir Freude bereitet, mehr über diese Zeit zu erfahren. Ich habe es sehr genossen, auf philatelistischen Webseiten zu stöbern und mir Briefmarken anzusehen.“
In der Ära der Digitalisierung, in der viele Sender keine gedruckten QSL-Karten mehr herausgeben, misst die Graphikerin ihnen noch größere Bedeutung bei. Die Postkarten haben ihren Worten nach auch in der Kulturdiplomatie ihren Platz:
„Obwohl die Welt globalisiert ist und wir rund um die Uhr sehen, was am anderen Ende der Erdkugel passiert, kann das entfremdend wirken. Eine reale Sache kann Menschen viel stärker verbinden. Das ist etwas, was Digitales überhaupt nicht leisten kann.“
Und nun zu Ihren Briefen und Zuschriften, liebe Hörerinnen und Hörer. Gleich am ersten Tag des neuen Jahres hat Michael Lindner aus Gera uns geschrieben. Daher fangen wir mit seinem Brief an:
„Der erste Brief im neuen Jahr ist – rein emotional betrachtet – immer etwas ganz Besonderes. Und wie Ihr am Datum sehen könnt: Ich habe keine Zeit verloren und schicke Euch direkt am 1. Januar liebe Neujahrsgrüße ins schöne Prag! Während sich andere noch mit einem Katertee auf dem Sofa winden und versuchen, den Namen des aktuellen Wochentags zu erraten, sitze ich schon wieder fleißig an meiner Tastatur. Warum? Weil gute Vorsätze nicht nur für Fitnessstudios gelten. Mein Vorsatz fürs neue Jahr steht fest. Auch 2026 bleibe ich der deutschen Redaktion von RPI als treuer, unermüdlicher Briefeschreiber erhalten. Schließlich wäre die Welt ohne Eure deutschsprachigen Sendungen ein Stück grauer – fast wie ein stürmischer Wintertag ohne Schnee. Natürlich wäre das Radioerlebnis noch knisternder, wenn Eure Sendungen wie einst auf einer klassischen Kurzwellenfrequenz zu hören wären. Ach ja, die gute alte KW – Rauschen, Knacken und Fading inklusive! Aber träumen darf man ja…“
Treue Hörer und Briefeschreiber
Vielen Dank für Ihre Treue, Herr Lindner. Es ist super, dass Ihr Neujahrsvorsatz eben mit unserem Sender zusammenhängt.
Günter Rommelrath aus Viers hat seinem Empfangsbericht einen Neujahrswunsch angefügt:
„Ich wünsche Ihnen noch alles Gute, Gesundheit und Erfolg für das Jahr 2026. Ich hoffe für uns alle, dass bald Frieden herrscht und die Mächtigen sich besinnen.“
Andreas Mücklich aus Berlin bedankt sich für die vielen Sendungen und Beiträge des vergangenen Jahres und wünscht viel Erfolg, Glück und jede Menge Hörerinnen und Hörer für 2026:
„Ich schaffe es sicherlich nicht, täglich die Sendungen von Radio Prag International einzuschalten, dazu fehlt mir momentan einfach noch die Zeit, aber zumindest versuche ich es am Wochenende. Ich konnte an Neujahr hören, dass Radio Prag International in diesem Jahr 90 Jahre alt wird und es deshalb unter anderem eine zehnteilige QSL-Serie dazu geben wird. Da bin ich einmal gespannt, wie einzelne Programme auf die lange Geschichte von Radio Prag International zurückschauen werden und wie die QSL-Karten gestaltet sind. Auf jeden Fall gibt es wieder einige Gründe, die Sendungen aus Prag zu verfolgen.“
Wir hoffen, dass wir bei Ihnen heute bezüglich der QSL-Karten für noch mehr Spannung gesorgt haben, Herr Mücklich!
Und weiter geht es mit sonnigen Grüßen aus Niederbayern und einem Dank für unsere Beiträge von Martina Greil. Herzliche Grüße aus Luxemburg kamen wiederum von Joé Leyder:
ZUM THEMA
„Besser spät als nie, so werden Sie sich sicher denken. Es ist heute schon der 28. Januar, und ich habe eben daran gedacht, dass ich doch mal die Webseite von Radio Prag International besuchen sollte. Gesagt, getan – und da fällt mir doch ein, dass Radio Prag International eine der wenigen Stationen ist, die noch Hörerwettbewerbe organisieren. Gratulation dafür! Nun aber zur Preisfrage: 2026 feiert der Prager Auslandsdienst sein 90-jähriges Jubiläum. Meine erste QSL aus der damaligen ČSSR ist von 1979, damals war ich 15 Jahre alt und hatte eben mit dem Hobby Kurzwelle begonnen. Jetzt bin ich 62 und noch immer aktiv, allerdings eher via Twente SDR.“
Interessantes aus Böhmen und Mähren
Neben unseren langjährigen Stammhörern haben sich auch neue Namen in letzter Zeit bei uns gemeldet. Eine nette Mail haben wir von Lutz Michael Berger bekommen:
„Seit fast einem Monat höre ich regelmäßig Eure tägliche Sendung und freue mich als Mitteldeutscher über Nachrichten und Interessantes aus Böhmen und Mähren. Ich bin froh, dass es Euch gibt, denn nach meinem Empfinden werden die tschechisch-deutschen Beziehungen auf Bundesebene seit Jahrzehnten leider eher stiefmütterlich behandelt. Ich bin in den 1980er Jahren geboren, und meine erste Reise ging Ende des Jahrzehnts in die ehemalige ČSSR, genauer in die Malá Fatra zum Wandern mit meinen Großeltern. Ich liebe die böhmische Küche, die mir meine andere Großmutter nahe gebracht hat, und freue mich immer wieder, in die Tschechische Republik oder in die Slowakei zu fahren und die lukullischen Genüsse der jeweiligen Region zu genießen. Am liebsten mag ich den slowakischen Zopfkäse und natürlich auch die böhmischen Knödel in jeweiligen Varianten und mit verschiedenen Beilagen. Und dann denke ich manchmal, ich bin ein böhmischer Auslandsmitteldeutscher, und mir wird ein wenig wehmütig.“
Joachim Förster aus Hamburg / Berlin reagiert auf die jüngsten Entwicklungen in der tschechischen Politik:
„Die Informationen über Absichten, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Tschechien abzuschaffen, haben mich sehr beunruhigt. Seit meiner Tätigkeit in Dresden und den damit verbundenen grenzüberschreitenden Kontakten in den 1990er Jahren und schon davor seit 1968 fühle ich mich mit Tschechien sehr verbunden. Ich hoffe sehr, dass jedenfalls der traditionsreiche, unabhängige Tschechische Rundfunk erhalten bleibt!“
Und damit endet unsere heutige Sendung. Schreiben Sie uns bitte weiter an Radio Prag International, deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik oder per E-Mail an [email protected].











