Jeseník bei EU-Bürgermeisterkonvent: Senkung der CO2-Emissionen um 20 Prozent

Stadt Jeseník (Foto: Boleslav Polívka, www.wikimedia.org)

Anfang Mai haben sich mehr als 500 europäische Städte verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu senken. Sie schlossen sich dem Bürgermeister-Konvent an, den die Europäische Kommission im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Erstmals beteiligt sich auch eine tschechische Stadt.

Vladimír Cupal
Die tschechische Stadt, die dem Bürgermeister-Konvent beigetreten ist, heißt Jeseník / Freiwaldau. Sie liegt im nordmährischen-schlesischen Altvatergebirge, und ihre rund 12.000 Bewohner atmen nicht die schlechteste Luft. Das soll nach Meinung des Rathauses auch in Zukunft so bleiben. Deswegen hat sich die Stadt dem Konvent angeschlossen und das entsprechende Protokoll Anfang Mai in Brüssel unterzeichnet. Vizebürgermeister Vladimír Cupal:

„Die Stadt verpflichtet sich damit, innerhalb eines Jahres einen Energienutzungsplan aufzustellen. Dieser beschreibt alle Emissionsquellen. Nach und nach werden wir dann Wege suchen, um die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Schadstoffen zu reduzieren.“

Stadt Jeseník  (Foto: Boleslav Polívka,  www.wikimedia.org)
Damit verbunden ist ein mittelfristiges Klimaziel: Bis 2020 soll Jeseník seinen CO2-Ausstoß um mindestens 20 Prozent senken. Den Weg dorthin will man mit dem Bau einer Biomasse-Heizanlage bestreiten. Kostenpunkt: umgerechnet rund sieben Millionen Euro. Für eine Stadt mit rund 15 Prozent Arbeitslosigkeit kein Pappenstiel. Aber das Projekt „Biomasse statt Erdgas“ soll nach der Vorstellung des Rathauses auch neue Arbeitsplätze schaffen. Und vor allem eröffnen sich Jeseník neue Finanzierungsquellen:

Foto: Europäische Kommission
„Wir erwarten, dass die Bürgermeister-Konvention auch eine Handhabe liefert, wie bedeutende Projekte durch die Europäische Investitionsbank unterstützt werden können“, so Vizebürgermeister Cupal.

Jeseník, so hat sich herausgestellt, ist bisher die erste und einzige tschechische Stadt, die sich dem europäischen Bürgermeister-Konvent angeschlossen hat. Mit den neuen Unterzeichnern umfasst dieser mittlerweile 1600 Städte aus 36 Ländern, die insgesamt 120 Millionen Bürger repräsentieren.