Jubilarin Dagmar Pecková
Sie hat Mozart in der Badewanne gesungen und das konservative Konzertpublikum mit superkurzen Haaren geschockt. Vor allem aber hat Dagmar Pecková immer mit ihrer Gesangskunst begeistert. Die international anerkannte Mezzosopranistin feierte vor kurzem zwei Jubiläen: ihren 50. Geburtstag und 30 Bühnenjahre.
Antonín Dvořák, dessen Biblisches Lied wir gerade gespielt haben, gehört zu den Lieblingskomponisten von Dagmar Pecková. Die CD mit seinen Biblischen Liedern ist schon vor Jahren erschienen. Dagmar Pecková lebt seit neun Jahren im Dorf Heuweiler unweit von Freiburg. Als Solistin tritt sie seit 30 Jahren in Konzertsälen und Opernhäusern in der ganzen Welt auf. Sie wird vor allem als Interpretin der Werke von Gustav Mahler, Richard Wagner, Richard Strauss, Georges Bizet, Antonín Dvořák und Leoš Janáček hoch geschätzt. Ihre Stimme haben die Musikliebhaber in der New Yorker Carnegie Hall, im Londoner Covent Garden, aber auch in Paris, Amsterdam oder Tel Aviv bewundern dürfen. Für die Titelrolle in Bizets „Carmen“, die sie im Prager Nationaltheater sang, wurde sie 1999 mit dem tschechischen Thalia-Theaterpreis ausgezeichnet.
Zum internationalen Erfolg hat sich die temperamentvolle Sängerin mit viel Fleiß emporgearbeitet. 1982 beendete Pecková das Gesangstudium am Prager Konservatorium. Im selben Jahr siegte sie im internationalen Antonín-Dvořák- Wettbewerb in Karlsbad.
Antonín Dvořáks Zigeunerlieder sang sie auch später sehr oft. Ihre Karriere startete Pecková in der Pilsner Oper, wo sie jedoch zuerst in einem Musical auftrat. Drei Jahre lang sang sie danach Operetten im Karlín-Theater in Prag. Sie bewarb sich um eine Stelle im Prager Nationaltheater, wurde vom damaligen Opernchef jedoch abgelehnt. Doch sie arbeitete weiter an ihrer Stimme. Unter der Leitung der tschechischen Opernsängerin und Pädagogin Antonie Denygrová wurde aus der Sopranistin Pecková eine Mezzosopranistin. 1987 feierte sie in der Semper-Oper und später in den Jahren 1989 bis 1991 in der Staatsoper in Berlin vor allem in Figaros Hochzeit von Mozart ihre ersten internationalen Erfolge. 1991 war Pecková ständiger Gast der Oper in Stuttgart, seitdem arbeitet sie als freischaffende Sängerin. Zu ihrer großen Popularität in Tschechien trug zweifelsohne ein Videoclip bei, in dem sie 1994 eine Mozart-Arie in der Badewanne sang. Doch nicht nur die Klassiker sind ihr lieb. Pecková singt auch oft Werke von zeitgenössischen Komponisten. Hören Sie eines der vertonten Gedichte von Rainer Maria Rilke von Petr Eben:Von den tschechischen Komponisten singt Pecková am liebsten Dvořák oder Janáček. Janáčeks Expressivität sei internationaler als Dvořáks Romantik, äußerte sie vor kurzem.
Sie hörten eines von Janáčeks Volksnocturni. Pecková hat vor kurzem eine Konzerttournee durch Tschechien gestartet. Das erste Konzert fand in Chrudim statt, denn die Sängerin stammt aus dem nahe gelegenen Dorf Medlešovice. 2001 wurde sogar ein Planetoid nach Pecková benannt. Mit ihren 30 Jahren Bühnenerfahrung sagt die Mezzosopranistin, die Welt der klassischen Musik sei ein außerordentlich hartes Geschäft.







