Konferenz "10 Jahre Zerfall der UdSSR"

r_2100x1400_radio_praha.png

Zehn Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion findet in Prag seit Montag eine Konferenz der damaligen Außenminister mehrerer europäischer Staaten statt - für die deutsche Seite nimmt daher Hans-Dietrich Genscher teil. Doch auch Vertreter Kanadas und Südafrikas sind in der tschechischen Metropole zugegen. Olaf Barth berichtet.

Die zweitägige Konferenz, die die Prager Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit unter der Schirmherrschaft des tschechischen Außenministeriums veranstaltet, soll zur Klärung der Frage beitragen, welche Faktoren den größten Einfluss auf das Ende des Sowjet-Imperiums hatten. Einen Schwerpunkt soll der Putschversuch gegen den damaligen Präsidenten Gorbatschow darstellen, der im August 1991 stattfand und in dem viele den Anfang vom Ende des Sowjetstaates sehen.

Der damalige tschechoslowakische Außenminister Jiri Dienstbier, der ebenfalls an der Zusammenkunft teilnimmt, äußerte am Montag zu Sinn und Inhalten der Konferenz Folgendes:

"Das Hauptziel ist nicht so sehr die Erinnerung an den Fall (der SU), sondern vielmehr der Versuch vorherzusagen, wohin die zukünftige Entwicklung gehen wird und zwar auf der Grundlage der Erfahrungen der letzten zehn Jahre.

In den Jahren 1990/91 herrschte immer noch diese Euphorie über das Ende des Kommunismus, aber es hat sich gezeigt, dass sowohl die Entwicklung in den ehemaligen sowjetischen Gebieten als auch im Balkan weitaus schwieriger ist als vielfach erwartet."

Der Hauptgrund für den damaligen Niedergang und anschließenden Zerfall der Sowjetunion sei, laut Dienstbier, die wirtschaftliche Schwäche gewesen und die damit verbundene Unfähigkeit, im Globalisierungsprozess mitzuhalten. Und er führt weiter aus:

"Natürlich gab es da auch noch weitere Faktoren, z.B. den des anwachsenden inneren Widerstandes, aber dieser konnte wiederum hauptsächlich deswegen wachsen, weil das Regime an Stärke verlor und der Widerstand es dann zusätzlich geschwächt hat."

Autor: Olaf Barth
abspielen