Lehrermangel in Tschechien: 2035 könnten 20 Prozent der Lehrkräfte keine Befähigung haben
Den tschechischen Schulen steht ein Lehrermangel bevor. Laut Bildungsminister Bek sollen die Universitäten im neuen Schuljahr deshalb fünf Prozent mehr Lehramtsstudenten einschreiben.
Bis zum Jahr 2035 könnten laut Schätzungen des Bildungsministeriums etwa 90.000 qualifizierte Lehrkräfte an Grund- und Sekundarschulen arbeiten, wobei etwa 113.000 Lehrkräfte benötigt werden. Dies geht aus einer Analyse hervor, die am Dienstag von Vertretern der Pädagogischen Fakultät der Karlsuniversität und dem tschechischen Bildungsminister Mikuláš Bek (Bürgermeisterpartei Stan) vorgestellt wurde. Der Anteil unqualifizierter Lehrkräfte könnte auf über 20 Prozent ansteigen, derzeit liegt er bei etwa 10 Prozent in den Grundschulen und bei 7 Prozent in den weiterführenden Schulen.
Nach Ansicht von Experten hängt die Entwicklung mit der wachsenden Zahl von Schulkindern, Änderungen bei der Finanzierung und anstehenden Pensionierungen zusammen. Eine höhere Zahl von Lehramtsstudenten soll nun Abhilfe schaffen. Wie jedoch der Dekan der Pädagogischen Fakultät der Karlsuniversität, Antonín Jančařík, warnte, sind die Hochschulen darauf nicht vorbereitet. „Die Zahl der Absolventen von Lehramtsprogrammen muss mittelfristig, das heißt innerhalb von etwa zehn Jahren, verdoppelt werden“, so Jančařík. Seiner Meinung nach übersteigt dies aber die Möglichkeiten der pädagogischen Fakultäten. Der Dekan versicherte aber, seine Fakultät sei bereit, die erforderlichen Änderungen vorzunehmen. Dazu gehört unter anderem, weitere Räumlichkeiten oder Hochschullehrer zu gewährleisten.
Die Schulen in Tschechien können unqualifizierte Lehrkräfte für maximal drei Jahre einstellen, danach müssen sie ihre Lehrbefähigung nachholen.







