Masaryk-Hütte im Adlergebirge ist 100 Jahre alt
Einer der meistbesuchten Orte im Adlergebirge ist der Šerlich-Berg. Die Masaryk-Hütte, die oben an seinem Gipfel steht, wurde am 27. September 1925 eingeweiht.
Laut ihrem Eigentümer, dem tschechischen Wanderverein (Klub českých turistů, KČT), ist die Masaryk-Hütte ein Symbol für Patriotismus, die Erste Tschechoslowakische Republik und die tschechische Wanderbewegung. Die Bergbaude liegt unterhalb des Gipfels Šerlich auf einer Höhe von 1019 Metern. Sie wurde auf Initiative des Abgeordneten und Förderers des Adlergebirges Jindřich Štemberka vom tschechoslowakischen Wanderverein aus Hradec Králové an der Stelle der ehemaligen Siedlung Šerlich errichtet. Das Gebäude wurde zwischen 1924 und 1925 nach dem Entwurf des Brünner Architekten Bohuslav Fuchs gebaut und nach dem damaligen Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk benannt.
Im September 1938 wurde die Hütte von Mitgliedern des NS-Freikorps überfallen, die erfolglos versuchten, sie niederzubrennen. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie als Erholungsort für verwundete deutsche Piloten sowie für Urlaube von Familien der nationalsozialistischen Führunf. In den 1950er Jahren wurde die Masaryk-Hütte in Hütte auf dem Šerlich umbenannt.
Auch die Masaryk-Büste, ein Werk des Bildhauers Leoš Kubíček, die am 8. September 1935 vor dem Gebäude enthüllt wurde, musste dreimal ihren Standort verlassen – und zwar 1938, in den 1950er Jahren und den 1970er Jahren. Sie wurde am 7. März 1990, dem Geburtstag Masaryks, an ihren Platz zurückgebracht.
Das Berghotel auf dem Bergkamm liegt in der Nähe des höchsten Gipfels des Adlergebirges, Velká Deštná (1115 Meter), und ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und zum Langlaufen. Laut dem Betreiber, Radek Souček, sind zuletzt die Besucherzahlen gestiegen. Das wachsende Interesse der Wanderer sei auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass es vor Ort kein Mobilfunksignal gebe, meint er. Aber natürlich würden sie auch von der Atmosphäre des Ortes und der Geschichte der Hütte angezogen, so Souček.







