• 18.07.2026

    Die tschechische Staatsverschuldung ist im ersten Halbjahr 2026 um 49,2 Milliarden Kronen auf 3,727 Billionen Kronen (15,86 Milliarden Euro) gestiegen. Dies gab das Finanzministerium in Prag in seinem aktuellen Quartalsbericht zum Schuldenmanagement bekannt.

    Rein rechnerisch entfällt damit auf jeden Tschechen eine Verschuldung von 342.034 Kronen (14.120 Euro). Die Schuldenquote sank seit Jahresbeginn von 42,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 42,4 Prozent des BIP.

    Die Erhöhung der Staatsverschuldung ist nach Angaben des Ministeriums vor allem auf den Verkauf von Staatsanleihen zurückzuführen, um Tilgungen zu decken und das laufende Staatsdefizit zu finanzieren. Ende Juni wies der Haushalt ein Defizit von 183,6 Milliarden Kronen (7,58 Milliarden Euro) auf.

  • 18.07.2026

    Die europäische und die tschechische Industrie benötigen laut dem tschechischen Vizepremier sowie Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (Partei Ano) noch drastischere Maßnahmen. Die tschechische Regierung werde sich weiterhin dafür einsetzten, teilte er der Presseagentur ČTK mit. Er reagierte damit auf die am Freitag von der Europäischen Kommission (EK) vorgestellte Reform des Emissionshandelssystems.

    Demzufolge behält die EU-Kommission kostenlose Emissionszertifikate nach 2030 bei. Unternehmen müssen dafür konkrete Dekarbonisierungspläne umsetzen. Ab 2040 folgt die vollständige Versteigerung der Zertifikate.

    Die tschechische Regierung habe sich an die Spitze des Kampfes für eine Änderung des Emissionshandelssystems und für die Abmilderung der Folgen auf energieintensive Branchen gestellt und genügend Länder auf seine Seite gezogen, sagte Havlíček und betonte, man wolle noch weiter gehen.

  • 17.07.2026

    Der tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) bezeichnet den von der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschlag zur Änderung der Emissionszertifikate (ETS 1) als Erfolg seiner Regierung. Der Entwurf der EU-Kommission ist laut Babiš zwar nicht ideal, das Ergebnis zeugt jedoch von einer intensiven sechsmonatigen Bemühung und engen Kommunikation Tschechiens mit anderen Mitgliedstaaten sowie der Kommission.

    Es sei gelungen, für die Industrie bis zum Jahr 2030 zusätzliche kostenlose Zertifikate in den Vorschlag der Kommission einzubringen, und der Rückgang der Zertifikate nach 2030 werde nicht so schnell verlaufen, betonte der tschechische Regierungschef.

  • 17.07.2026

    Die Europäische Kommission kritisiert Tschechien in ihrem jährlichen Bericht zur Rechtsstaatlichkeit wegen mangelnder Fortschritte bei den Regeln zu Interessenkonflikten und bei der Medientransparenz.

    Dem Bericht zufolge wurde die Reform der Vorschriften zu Interessenkonflikten im Land bisher weder wieder aufgenommen noch abgeschlossen. Zudem fehlen klare Fortschritte bei der Offenlegung der tatsächlichen Eigentümerstrukturen.

    Im Kapitel zur tschechischen Medienlandschaft heißt es, dass der jüngst vorgelegte Regierungsentwurf zur Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren Besorgnis errege. Auch im Bereich der Transparenz von Medienbesitzstrukturen wurden laut der EU-Exekutive keine weiteren Schritte unternommen.

  • 17.07.2026

    Im Nationalpark Šumava (Böhmerwald) ist am Freitag ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer betrifft eine Fläche von 50 mal 50 Metern zwischen den Ortschaften Stožec und Nová Pec. Betroffen ist vor allem das schwer zugängliche Wurzelsystem der Bäume.

    Laut der Sprecherin der südböhmischen Feuerwehr, Vendula Matějů, breitet sich das Feuer nicht weiter aus. Brände dieser Art seien im Nationalpark in den letzten Jahren eine Seltenheit, sagte sie.

    Feuerwehrfahrzeuge konnten die Brandstelle nicht direkt anfahren. Einsatzkräfte mussten eine 600 Meter lange Schlauchleitung verlegen.

  • 17.07.2026

    Am Samstag ist es in Tschechien meist bewölkt. Vereinzelt werden Schauer oder Gewitter erwartet, insbesondere in den Bergen. Am Abend nimmt die Bewölkung ab. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 23 bis 27 Grad, im Südosten Mährens bis zu 30 Grad.

  • 17.07.2026

    Die Situation an der Thaya unterhalb des Stausees Nové Mlýny bleibt weiterhin kritisch. Nach groben Schätzungen befinden sich derzeit am Abzweig eines Altarms der Thaya (Stará Dyje) rund 1,5 Tonnen tote Fische. Dies teilte der Vorsitzende des Mährischen Fischereiverbandes, Miroslav Láníček, der Nachrichtenagentur ČTK mit.

    Grund für das Massensterben ist akuter Sauerstoffmangel im Wasser. Dieser wird durch eine extreme Blaualgenblüte verursacht. Die Algen gelangen direkt aus den oberhalb gelegenen Stauseen in den Flusslauf. Feuerwehrleute und Fischer begannen am Freitag mit der Bergung der toten Tiere.

    Laut Láníček wiederholen sich diese Probleme an derselben Stelle seit mehreren Jahren. Die aktuellen Rettungsmaßnahmen seien daher reine Symptombekämpfung, ohne die eigentliche Ursache zu lösen, so der Fischerverbandschef.

  • 17.07.2026

    Beim Theaterfestival im südfranzösischen Avignon hat am Donnerstag das bislang unveröffentlichte Stück Šeřík des verstorbenen tschechischen Dramatikers und Ex-Präsidenten Václav Havel Weltpremiere gefeiert. Der unvollendete Einakter war fast 40 Jahre im Nachlass des Charta-77-Unterzeichners Zdeněk Urbánek verborgen. Regisseur Jiří Havelka vervollständigte das Werk, indem er etwa 20 Prozent des Textes ergänzte.

    Anlässlich des bevorstehenden 90. Geburtstag Havels wurde bei dem Festival zudem erstmals der internationale Václav-Havel-Preis verliehen. Die Auszeichnung ging an den ukrainischen Schauspieler und Dramatiker Viktor Kyrylov für sein Theaterstück „Maintenant je n'écris plus qu'en français“ *Ich schreibe jetzt nur noch auf Französisch). Vergeben wurde der Preis gemeinsam vom Theater La Manufacture, dem Tschechischen Zentrum Paris, dem Nationaltheater Prag und der Dagmar-und-Václav-Havel-Stiftung.

  • 17.07.2026

    Tschechien hat im Juni die zweitniedrigste Inflationsrate in der gesamten Europäischen Union verzeichnet – knapp nach dem Spitzenreiter Schweden. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat sank die Teuerungsrate hierzulande nach der harmonisierten europäischen Methodik auf 1,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch bei 1,8 Prozent gelegen hatte. Die Daten wurden am Freitag von Eurostat in Luxemburg veröffentlicht.

    In der gesamten Europäischen Union ging die Inflationsrate im Juni auf 2,9 Prozent zurück, nach einem Wert von 3,3 Prozent im Mai. Damit sank die Teuerung wieder von den Höchstwerten, die nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran und dem darauffolgenden Anstieg der Ölpreise erreicht worden waren.

  • 17.07.2026

    Prag muss die in der Ausschreibung für den Umbau des Zentrums „Nová Palmovka“, das künftig als Hauptsitz der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm (Euspa) dienen soll, eingereichten Angebote erneut prüfen. Dies hat der Vorsitzende des tschechischen Kartellamtes (ÚOHS), Petr Mlsna, rechtskräftig entschieden und den Ausschluss des Bauunternehmens Porr aus dem Vergabeverfahren aufgehoben. Mlsna bestätigte damit die erstinstanzliche Entscheidung vom Juni dieses Jahres und wies den Widerspruch der Stadt Prag ab.

    Den Auftrag für den Weiterbau des unvollendeten Gebäudes hatte der Prager Magistrat im Oktober 2023 ausgeschrieben. Aufgrund einer Reihe von Einsprüchen und Verfahren vor dem Kartellamt ist es der Stadtverwaltung bislang nicht gelungen, einen Bauunternehmer auszuwählen. Der letzte Schritt der Stadtführung war Ende Februar dieses Jahres der Ausschluss der Angebote der Firmen Porr und Gemo.

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