• 15.04.2026

    Die tschechische Europaabgeordnete Danuše Nerudová (Stan) hat sich wegen der Rundfunkreform der Regierung in Prag an die Europäische Kommission gewandt. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT) teilte Nerudová mit, sie habe die Vermutung, dass gegen EU-Recht verstoßen werde. Konkret sei die Novelle nicht mit dem Medienfreiheitsgesetz vereinbar.

    Sollte sich diese Annahme bestätigen, würden Tschechien der Politikerin zufolge hohe Bußgelder und ein Förderstopp für EU-Subventionsprogramme drohen. Im Spiel sei auch ein Rechtsstaatsverfahren.

  • 15.04.2026

    Der Großteil des 2025 nach Tschechien eingeführten Erdöls stammte aus Aserbaidschan. Darüber informierte am Mittwoch die Presseagentur ČTK und verwies auf aktuelle Daten des Industrie- und Handelsministeriums. Demnach machte der Anteil Aserbaidschans 42 Prozent aus. Das Land übernahm damit die Führungsrolle von Russland, von wo lediglich 7,7 Prozent der Importe kamen. Mehr Öl lieferten hingegen auch Norwegen, Kasachstan und Saudi-Arabien.

    Insgesamt erhielt Tschechien vergangenes Jahr 6,85 Millionen Tonnen Erdöl. Das waren 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • 15.04.2026

    Nato-Generalsekretär Mark Rutte besucht am Donnerstag Tschechien. Auf dem Programm steht ein Treffen mit Premier Andrej Babiš (Partei Ano). Dieser teilte mit, man werde gemeinsam über Tschechiens Verpflichtungen in dem Verteidigungsbündnis und über die Armee sprechen. Die Nato nannte in ihrer Pressemitteilung keinen offiziellen Grund für den spontanen Besuch.

    Die tschechischen Regierungspolitiker und Staatspräsident Petr Pavel liegen seit mehreren Wochen wegen der Teilnahme am Nato-Gipfel im Juli in Ankara im Streit. Babiš plant, nur mit Regierungsvertretern in die Türkei zu reisen. Pavel hingegen will in seiner Rolle als Staatsoberhaupt Tschechien ebenso vertreten.

  • 15.04.2026

    Am Donnerstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt. Vereinzelt gibt es Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 16 bis 20 Grad.

  • 15.04.2026

    Das Unternehmen Barrandov televizní studio (Fernsehstudio Barrandov, BTS), das den Fernsehsender Barrandov betreibt, wird in dieser Woche Insolvenz anmelden. Die Umstrukturierungsmaßnahmen, die ein Gericht im Sommer 2024 zugelassen hatte, seien gescheitert. Dies teilte der Inhaber des Senders, Jan Čermák, mit. Als Grund nannte er einen Einbruch bei den Werbeeinnahmen und steigende Energiekosten.

    Čermák hatte den Sender vor zwei Jahren von Jaromír Soukup gekauft. Vor Beginn der Umstrukturierung lagen die Schulden bei rund einer Milliarde Kronen (41 Millionen Euro). Die drei Programme des Fernsehsenders Barrandov hatten im März eine durchschnittliche Einschaltquote von 1,94 Prozent.

  • 15.04.2026

    Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel hat sich am Dienstag zur geplanten Rundfunkreform der Regierung geäußert. Am Rande seines Besuchs in Argentinien sagte das Staatsoberhaupt, wichtiger als die konkrete Form der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien sei die Garantie der politischen Unabhängigkeit. Aus diesem Blickwinkel müsse ein Gesetzesentwurf bewertet werden.

    Tschechiens Kulturminister Oto Klempíř (parteilos) hatte am Dienstagmittag die Rundfunkreform der Regierung vorgestellt. Sie sieht eine Abschaffung der Rundfunkgebühren vor. Der öffentlich-rechtliche Tschechische Rundfunk und das Tschechische Fernsehen sollen stattdessen direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Durch die Regelung würden die beiden Medienhäuser starke Einnahmeverluste verzeichnen. Die Opposition sieht die Novelle deshalb als Liquidierung der öffentlich-rechtlichen Medien an. Kritik kam auch von den Intendanten von Rundfunk und Fernsehen sowie von deren Mitarbeitern.

  • 15.04.2026

    Der angemessene Mindestlohn für eine Vollzeitbeschäftigung in Tschechien lag im vergangenen Jahr bei 48.336 Kronen (1980 Euro) brutto. Dies waren rund 2500 Kronen (100 Euro) mehr als im Vorjahr.

    Die Berechnungen, über die die Presseagentur ČTK am Mittwoch informierte, stammen von der Plattform für den angemessen Mindestlohn (Platforma pro minimální důstojnou mzdu). Diese gibt den Wert jedes Jahr aus. Eingerechnet werden dabei etwa Ausgaben für Lebensmittel und Verkehr, Gesundheit, Internetzugang oder das Aufziehen eines Kindes.

    Wegen der hohen Wohnungspreise lag der angemessene monatliche Mindestlohn in Prag und Brno / Brünn 2025 laut den Experten erneut über dem Landesdurchschnitt. In den beiden größten tschechischen Städten hätten Arbeitnehmer mindestens 56.912 Kronen (2370 Euro) erhalten sollen, rund 3000 Kronen (120 Euro) mehr als im Vorjahr. Der Plattform zufolge erhielten 2,5 Millionen Menschen in Tschechien vergangenes Jahr weniger Geld, als angemessen gewesen wäre.

  • 15.04.2026

    An der Börse in Amsterdam werden seit Mittwochmorgen Aktien des tschechischen Rüstungskonzerns Colt CZ gehandelt. Kurz nach Öffnung der Börse bewegte sich der Preis für ein Wertpapier bei 41,40 Euro.

    Aktien von Colt CZ werden seit 2020 bereits an der Börse in Prag veräußert. Dort wird das Unternehmen auch weiterhin parallel gelistet sein.

  • 15.04.2026

    Das Kabinett in Prag wird die Treibstoffpreise in Tschechien ab Mai durch eine Regierungsverordnung deckeln können. Möglich macht dies ein Gesetz, das am Mittwoch im Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Es reagiert auf die Benzin- und Dieselpreise, die hierzulande infolge des Irankrieges deutlich gestiegen sind. Die Novelle muss nun noch vom Senat verhandelt werden, anschließend wird der Gesetzestext Staatspräsident Petr Pavel zur Unterschrift vorgelegt.

    Vertreter der Opposition kritisierten das Gesetz als „sozialistisch“ und „Rückkehr in die Planwirtschaft“. Kritik gab es auch an der Verabschiedung der Novelle im Eilverfahren. Dafür hatte die Koalition zuvor den legislativen Notstand im Parlament ausgerufen.

  • 14.04.2026

    Der Tschechische Rundfunk stimmt laut seinem Generaldirektor René Zavoral dem Entwurf nicht zu, die Gebühren abzuschaffen und die öffentlich-rechtlichen Medien aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Zavoral bezeichnete den Entwurf als einen Versuch, die Medien zu schwächen und politisch zu beeinflussen. Damit reagierte er auf die Vorstellung des neuen Gesetzentwurfs durch Kulturminister Oto Klempíř (Motoristé sobě).

    Das jetzige System der Finanzierung der Medien aus Gebühreneinnahmen ist Zavoral zufolge gerecht und stabil.

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