• 27.02.2026

    Der tschechische Kulturminister Oto Klempíř (parteilos) hat am Freitag in den Sozialnetzwerken darüber informiert, dass das Budget für die Literatur und Bibliotheken in diesem Jahr höher als 2024 sein wird. Es sei bekannt, dass es im Vergleich mit dem Vorjahr niedriger wird, so der Kulturminister. Trotzdem gibt es laut Klempíř genügend Geld auch für die Frankfurter Buchmesse,  auf der Tchechien Ehrengast wird.

    Der Kulturminister reagierte damit vor allem auf die kritischen Worte des Vorsitzenden der Kommission für Literaturveranstaltungen, Radovan Auer. Auer erklärte im Gespräch für den Nachrichtenserver iRozhlas.cz, dass das Budget für diesen Bereich von 31 Millionen Kronen (1,28 Millionen Euro) im vergangenen Jahr auf 21 Millionen Kronen (868.000 Euro) in diesem Jahr gekürzt wird.

  • 27.02.2026

    Die EU-Kommission hat bestätigt, dass sie den tschechischen Behörden einen Brief geschickt hat, in dem sie um Informationen über Maßnahmen gegen einen Interessenskonflikt ersuchte, die in Tschechien eingeführt worden sind. Damit reagierte die EU-Kommission auf die Frage der Presseagentur ČTK bezüglich des eventuellen Interessenskonflikts von Premier Andrej Babiš (Partei Ano). Die Kommission erwähnte seinen Namen nicht, wies jedoch darauf hin, dass der Brief Bestandteil des üblichen Vorgehens der Kommission sei. Diese hat ihren Angaben zufolge die Aufgabe, finanzielle Interessen der EU zu schützen.

    Sollte die EU die Antwort auf ihren Brief als unbefriedigend empfinden, kann sie ein offizielles Prüfverfahren gegen Tschechien einleiten. Dies geschah bereits, als Babiš zwischen 2017 und 2021 Premier war. Damals weigerte sich die EU, Tschechien einen Teil der an die Agrofert-Holding gezahlten Subventionen zu erstatten.

  • 27.02.2026

    In Tschechien ist es am Samstag überwiegend heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 15 Grad.

  • 27.02.2026

    2024 haben die Touristen 363,7 Milliarden Kronen (15 Milliarden Euro) für den Aufenthalt und das Reisen in Tschechien ausgegeben, 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Tourismusausgaben erreichten 2024 damit ihren höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 2003. Dies folgt aus den Daten, die vom tschechischen Statistikamt (ČSÚ) am Freitag veröffentlicht wurden.

    Laut Angaben des Statistikamtes wurde Tschechien vor zwei Jahren von 36,3 Millionen Ausländern besucht, wobei 40 Prozent von ihnen im Land übernachteten und 60 Prozent nur einen Tag blieben. Die meisten Touristen kamen aus Deutschland, der Slowakei, Polen, den USA und Großbritannien.

  • 27.02.2026

    Das Brüsseler Nachrichtenportal Politico hat auf weitere, weniger bekannte Unternehmen im Besitz des tschechischen Premiers Andrej Babiš (Partei Ano) aufmerksam gemacht. Die EU hat dem Nachrichtenportal zufolge keine Übersicht darüber, ob diese Unternehmen Subventionen von der EU nutzen.

    Die Diskussionen über den Interessenskonflikt des tschechischen Premiers konzentrieren sich Politico zufolge insbesondere auf die Holding Agrofert. Von der Holding getrennt sei jedoch der private Investitionsfonds Hartenberg Holding, den Babiš 2013 gegründet habe und der zum Konzern SynBiol gehört. Der tschechische Premier halte über SynBiol den Mehrheitsanteil an Hartenberg, so das Nachrichtenportal. Hartenberg sei jedoch auf keinen Treuhandfonds übertragen worden, so wie die Holding Agrofert, betonte Politico.

  • 27.02.2026

    Das Bezirksgericht im nordböhmischen Semily hat am Freitag darüber entschieden, dass die Ausstattung des Schlosses Hrubý Rohozec der Erbin der Familie Walderode, Johanna Kamerlander, gehört. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Witwe von Karl des Fours Walderode soll ungefähr 5000 Gegenstände bekommen, insbesondere Möbel, Gemälde, Waffen und Kerzenleuchter. Die Rückgabe von weiteren einigen Hunderten Gegenständen wurde vom Gericht abgelehnt, da es nicht gelungen ist, diese zu finden. Die Ausstattung des Schlosses steht unter der Verwaltung des tschechischen staatlichen Denkmalschutzamtes (NPÚ). Das Institut werde keine Berufung gegen die Gerichtsentscheidung einlegen, teilte eine NPÚ-Sprecherin mit.

    Die Rückgabe der Ausstattung des Schlosses ist Bestandteil eines groß angelegten Restitutionsstreits, der sich über drei Jahrzehnte erstreckt. Die Adelsfamilie bemüht sich seit 1992 um den Rückerhalt des Eigentums, bisher meistens erfolglos. Im Restitutionsstreit geht es außer dem Schloss um Wälder und Grundstücke in der Gegend von Semily, Jablonec nad Nisou und Liberec. Bislang erhielt die Familie ein Viertel Hektar Gemeindewald nahe Žďárek.

  • 27.02.2026

    Das Bundesverkehrsministerium hat im Bundestag den Plan für den Aufbau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke aus Dresden zur Grenze zu Tschechien vorgelegt. Darüber informierte das Ministerium in einem Pressebericht. Mit der Inbetriebnahme der Strecke wird 2039 gerechnet. Die tschechische Regierung hatte den Entwurf für einen internationalen Vertrag zwischen Tschechien und Deutschland über den Bau eines Tunnels durch das Erzgebirge im Juli vergangenen Jahres gebilligt.

    Die Entwicklung der Bahnverbindungen zwischen Tschechien und Deutschland ist eines der Themen der Gespräche, die der tschechische Verkehrsminister Ivan Bednárik (parteilos) mit seinem Amtskollegen Patrick Schnieder (CDU) nächste Woche in Berlin führen wird.

  • 27.02.2026

    Studierende der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität in Prag stellen am Freitag den politischen Prozess nach, bei dem der tschechoslowakische Staatsanwalt Josef Urválek 1951 den US-amerikanischen Journalisten und Leiter der Prager AP-Zweigstelle, William Nathan Oatis, zu zehn Jahren Gefängnis für angebliche Spionage verurteilt hatte. Das Dokumentartheater wird sich in einem der Hauptsäle der Fakultät abspielen. Die Nachstellung des politischen Prozesses findet im Rahmen des Festivals Mene Tekel statt. Laut den Experten hatte der Prozess damals sehr starke negative Reaktionen im Ausland geweckt.

    Das Dokumentartheater erinnere an das dramatische Schicksal von Journalisten in der Zeit des kommunistischen Regimes und biete den Raum für eine Diskussion über Freiheit, Gerechtigkeit und Schutz der Menschenwürde in den Zeiten der Unfreiheit, teilten die Vertreter der Fakultät mit.

  • 26.02.2026

    Der Jazzmusiker, Kontrabassist und Komponist Petr Kořínek bekommt den Gustav-Brom-Preis für 2026. Der 82-Jährige wird die Auszeichnung am 5. Mai bei dem Konzert des US-amerikanischen Saxophonspielers Joshua Redman Sono Centrum in Brno / Brünn entgegennehmen. Dies teilte die Brünner Station des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks am Donnerstag mit. Sie verleiht den Preis für besondere Verdienste im Bereich des Jazz.

    Kořínek stammt aus Brünn und studierte Kontrabass und Klavier. Er spielte in verschiedenen Formationen sowie dem Rundfunkorchester, bevor er sein eigenes Ensemble, das Petr Kořínek Jazz Orchestra, gründete. Zudem lehrt er am Jaroslav-Ježek-Konservatorium und an der Fachhochschule in Prag.

  • 26.02.2026

    Zunehmende Angriffe auf die Medien oder auch das Anzweifeln der Tätigkeiten von NGOs können Risiken für Tschechien darstellen. Dies führt die Initiative Síť k ochraně demokracie (Netzwerk zum Schutz der Demokratie) in ihrem Bericht zum Stand der Demokratie für das Jahr 2025 an. Dieser wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Als weitere Risiken werden darin eine mögliche Veränderung der außenpolitischen Ausrichtung Tschechiens genannt oder auch die geplante Novelle des Beamtengesetzes.

    Zu einem ganz ähnlichen Thema hatte schon am Mittwoch in Prag eine internationale Konferenz im Rahmen des Festivals Mene Tekel stattgefunden. Sie trug den Titel „Neue Gefahren für die Demokratie im 21. Jahrhundert“. Dort wurde jedoch auch konstatiert, dass die Demokratie trotz aller Herausforderungen immer noch stark sei und sich auf eine aktive Zivilgesellschaft, verantwortungsbewusste Politiker und feste Institutionen stützen könne.

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