• 25.02.2026

    Das tschechische Abgeordnetenhaus wird am Donnerstag kommender Woche darüber verhandeln, ob die Immunität von Premier Andrej Babiš (Partrei Ano) und Abgeordnetenhauschef Tomio Okamura (Freiheit und direkte Demokratie) aufgehoben werden soll. Die entsprechende Sondersitzung der unteren Parlamentskammer wurde am Mittwoch von Okamura für den 5. März angesetzt.

    Vergangene Woche hatte der Immunitätsausschuss des Abgeordnetenhauses keine abschließende Empfehlung in der Sache ausgesprochen. Dass die beiden Regierungspolitiker an die Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert werden, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

    Premier Babiš ist wegen möglichen Betrugs beim Bau seines Luxusressorts Čapí hnízdo (Storchennest) angeklagt. Gegen Okamura wird wegen Wahlplakaten seiner Partei ermittelt, die zum Hass angestiftet haben sollen. Die beiden Politiker weisen die Vorwürfe von sich. Aus eigenem Antrieb heraus sich einer Strafverfolgung zu stellen, lehnen sie ab.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Die Verschuldung der Einwohner Tschechiens ist im vergangenen Jahr um zwölf Prozent angestiegen, es war der höchste Zuwachs seit 2021. Die Gesamtschulden beliefen sich auf 4,05 Billionen Kronen. Dies geht aus Daten des Czech Credit Bureau (CRIF) hervor.

    Unter anderem stiegen 2025 die langfristigen Schulden, zu denen Hypotheken und Bauspardarlehen gehören, und zwar um 12,7 Prozent. Aber auch der Umfang der Verbraucherkredite wuchs an, er legte um 9,4 Prozent zu.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Das tschechische Gesundheitsministerium hat insgesamt mehr als 2600 Entschädigungsanträge von Frauen erhalten, die in der Tschechoslowakei und in Tschechien illegal zwangssterilisiert wurden. Dies teilte der stellvertretende Gesundheitsminister Ladislav Švec am Mittwoch mit. Demnach wurde bisher 1150 Anträgen entsprochen, und rund 600 wurden abgelehnt. Die ausgezahlte Entschädigungssumme liegt bei 360 Millionen Kronen.

    Seit 2022 können die betroffenen Frauen um eine Entschädigung bitten. In den überwiegenden Fällen handelt es sich um Angehörige der Roma-Minderheit. Mit den Zwangssterilisierungen begann der tschechoslowakische Staat 1966. Diese illegale Praxis wurde auch in Tschechien übernommen und bis 2012 weitergeführt. Für ihr Leid wurde den Frauen eine einmalige Entschädigung von jeweils 300.000 Kronen (11.500 Euro) in Aussicht gestellt.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Die ehemaligen hochgestellten Vertreter des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei werden weiter reduzierte Renten bekommen. Das Verfassungsgericht in Brno / Brünn entschied am Mittwoch, eine Beschwerde gegen diese Regelung abzulehnen. Das entsprechende Gesetz verfolge ein legitimes Ziel, und die Eingriffe in die Altersbezüge seien nicht so umfangreich, dass sie dem Recht auf eine angemessene finanzielle Absicherung im Alter zuwiderliefen, begründeten die Verfassungsrichter.

    Die Kürzungen für frühere kommunistische Funktionäre waren im März 2024 eingeführt worden. Gegen diese Regelung klagte Pavel Pilný, der 1988 und 1989 leitender Generalsekretär des Stadtausschusses der KPTsch in Brno / Brünn gewesen war. Pilnýs Rentenbezüge sanken durch die Regelung um 600 Kronen (25 Euro) pro Monat.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Donnerstag in Tschechien meist heiter bis wolkig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 6 bis 14 Grad.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Die Menschen in Tschechien haben 2025 erstmals mehr als eine Billion Kronen im Jahr bei Wettanbietern und im Glücksspiel gesetzt. Konkret waren es 1,07 Billionen Kronen (44 Milliarden Euro). Dies bedeutete einen Anstieg von 8,8 Prozent gegenüber 2024, wie die Presseagentur ČTK aufgrund von Daten der Finanzverwaltung berichtete.

    Der größte Anteil der Summe entfiel demnach auf Spielautomaten, es waren rund 85 Prozent. Auf dem zweiten Platz landeten Kurswetten.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Die tschechische Volkswirtschaft ist von ihrer Leistung her die achtbeste innerhalb der EU. Damit legte sie um einen Platz gegenüber dem vergangenen Jahr zu. Dies geht aus dem Wohlstandsindex der tschechischen Sparkasse Česká spořitelna und des Internetservers „Evropa v datech“ (Europa in Daten) hervor.

    Die Spitzenstellung in dem Index hat Schweden inne, gefolgt von Deutschland und Dänemark. In den vergangenen Jahren hat die Position der tschechischen Wirtschaft stark geschwankt. Nach dem neunten Platz im Jahr 2022 kam der Absturz auf Rang 12 und dann Rang 14. Dies war vor allem durch die Inflationswelle nach der russischen Invasion in die Ukraine begründet.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Der Tscheche Jan Štefela hat am Dienstag das Hochspringer-Meeting im slowakischen Banská Bystrica gewonnen. Er kam auf 2,32 Meter und blieb damit nur einen Zentimeter unter seiner eigenen Bestleistung.

    Štefela hatte im vergangenen Jahr bei der WM in Tokio die Bronzemedaille im Hochsprung geholt. Mit seiner Leistung aus Banská Bystrica liegt der 24-jährige Leichtathlet in seiner Disziplin derzeit auf dem zweiten Platz in der Weltrangliste für dieses Jahr.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Die Verwaltung des Kreises Liberec kauft den Fernsehturm auf dem Berg Ještěd. Der entsprechende Vertrag mit dem bisherigen Eigentümer, dem Telekommunikationsunternehmen České Radiokomunikace (ČRa), wurde am Mittwoch unterschrieben. Am Dienstag hatte das Kreisparlament den Kauf beschlossen. Der Preis für den Turm inklusive Berghotel und dessen Mobiliar beläuft sich auf 185 Millionen Kronen (7,6 Millionen Euro). Der Kreis will den Kultbau restaurieren lassen und sich dann um einen Eintrag als Unesco-Weltkulturerbe bemühen, wie Kreishauptmann Martin Půta (Starostové pro Liberecký kraj) im Vorfeld des Kaufs angekündigt hatte.

    Der Fernsehturm wurde vom Architekten Karel Hubáček entworfen. Schon 1969 erhielt das Projekt den renommierten Auguste-Perret-Preis, eingeweiht wurde das Gebäude aber erst 1973. Fachleute kürten den wie eine Rakete aussehenden Fernsehturm zum tschechischen Bau des 20. Jahrhunderts. Seit 2006 steht er auch unter Denkmalschutz.

    Autor: Till Janzer
  • 25.02.2026

    Der tschechische Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) hat im Uno-Sicherheitsrat den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu aufgefordert, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Dies sei keine Geste der Schwäche, sondern ein Schritt der Verantwortung, sagte Macinka am Dienstag in in New York.

    Keine Armee könne den Willen eines Volkes brechen, das sich entschieden habe, frei zu sein, sagte der Chef der tschechischen Diplomatie zur Lage in der Ukraine. Macinka zog dabei eine Parallele zur Geschichte des eigenen Landes: In Tschechien kenne man zu genau die Situation, wenn andere über das eigene Schicksal entscheiden würden. Damit spielte der Minister sowohl auf das Münchner Abkommen von 1938 als auch auf den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen 1968 an.

    Autor: Till Janzer

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