• 23.02.2026

    Staatspräsident Petr Pavel hat den Abgeordneten Igor Červený (Motoristé sobě) am Montag zum tschechischen Umweltminister ernannt. Der neue Minister Červený solle auf Grundlage von Daten und nicht von Emotionen arbeiten und sich auf die Mehrheitsmeinung der Experten stützen, sagte Pavel bei der Zeremonie. Laut Pavel ist das Umweltministerium in letzter Zeit von Emotionen geprägt und sollte sich wieder auf den Umweltschutz konzentrieren.

    Mit der Ernennung Červenýs ist nach rund zwei Monaten das Kabinett von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) vollständig. Bislang wurde das Umweltressort vom Außenminister und Vorsitzenden der Autofahrerpartei Motoristé sobě, Petr Macinka, kommissarisch geleitet. Seinen ursprünglichen Kandidaten für das Umweltressort, Filip Turek, konnte Macinka bei Präsident Pavel nicht durchsetzen.

    Igor Červený ist IT- und Digitalisierungsspezialist. Er wurde im Oktober vergangenen Jahres erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt.

  • 22.02.2026

    Das Hydrometeorologische Institut (ČHMÚ) hat am Sonntag eine Warnung vor steigenden Flusspegeln in Tschechien herausgegeben. Vor allem im Osten Böhmens dürfte es mehr Wasser in den Flüssen geben, hieß es. An einigen Gewässern könnte die erste Hochwasserwarnstufe erreicht werden.

    Die Warnung des Hydrometeorologischen Instituts gilt seit Sonntag 18 Uhr bis auf Wiederruf. Laut der Behörde dürfte es in den Flüssen schnellere Durchflussgeschwindigkeiten geben, zudem sei durch den feuchten Boden die Stabilität von Bäumen gefährdet. Die Flüsse werden aber nicht über die Ufer treten, hieß es.

  • 22.02.2026

    Tschechiens ehemaliger Europaminister Martin Dvořák (Stan) hat angekündigt, bei den Wahlen im Herbst für den Senat zu kandidieren. Darüber informierte die Presseagentur ČTK. Dvořáks Kandidatur werde von der regionalen Mitte-Rechts-Partei Hradecký demokratický klub, von den Grünen (Zelení) und den Piraten unterstützt, hieß es.

    Martin Dvořák war von Mai 2023 bis Dezember vergangenen Jahres Minister für europäische Angelegenheiten in der Regierung von Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten). Zuvor war er Staatssekretär am Außenministerium. Von 1990 bis 1998 hatte er das Amt des Bürgermeisters der Kreisstadt Hradec Králové inne.

  • 22.02.2026

    Würden in Tschechien Parlamentswahlen stattfinden, würde die Regierungspartei Motoristé sobě derzeit vermutlich nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts NMS zufolge käme die Autofahrerpartei aktuell nur auf 4,7 Prozent der Stimmen. Bei den Parlamentswahlen im Oktober hatte man noch 6,7 Prozent erzielen können.

    Die neue konservative Partei Naše Česko würde ebenso 4,7 Prozent erreichen und damit ebenfalls an der Fünfprozenthürde scheitern. Die Gruppierung war vor Kurzem vom Hauptmann des Kreises Südböhmen, Martin Kuba, vorgestellt worden. Zuvor war Kuba nach 22 Jahren aus der bürgerdemokratischen Partei ODS ausgetreten.

    Wahlsieger würde in Tschechien laut NMS derzeit mit 32,6 Prozent die Partei Ano von Premier Andrej Babiš werden. Die Wahlkoalition Spolu aus Bürgerdemokraten, Christdemokraten und der Partei Top 09 würde mit 23,3 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz landen.

  • 22.02.2026

    Das Jüdische Museum in Prag (ŽMP) hat seinen Kollegen vom Jüdischen Museum in Athen 39 synagogale Textilien übergeben, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten gestohlen und anschließend in das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gebracht wurden. Darüber informierte am Samstag die Presseagentur ČTK.

    Bei den Textilien handelt es sich um Vorhänge für Toraschreine sowie um Toramäntel und -wimpel von sephardischen Juden. Laut den Experten vom Prager Museum stammen die Objekte vor allem aus Thessaloniki. Die Nationalsozialisten brachten das Raubgut zunächst nach Berlin. Von dort wurde es 1944 aus ungeklärten Gründen in die Sudetengebiete gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchten die Textilien an verschiedenen Orten in der Tschechoslowakei auf und gelangten in den Fundus des Jüdischen Museums. Dort wurde ihnen lange jedoch keine Bedeutung beigemessen.

  • 22.02.2026

    Am Montag ist es in Tschechien bewölkt, fast überall gibt es Regen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 8 bis 13 Grad.

  • 22.02.2026

    Das tschechische Amt zur Aufsicht über die Wirtschaftsführung von Parteien und politischen Bewegungen (ÚDHPSH) hat eine Geldstrafe von 149.000 Kronen (6150 Euro) gegen die rechtspopulistische Gruppierung Přísaha verhängt. Laut Einschätzung der Presseagentur ČTK ist die Strafe außergewöhnlich hoch.

    Den Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde zufolge soll Přísaha bei den Wahlen zum Europaparlament und zum Senat im Jahr 2024 einige Ausgabenposten nicht im Wahlkampfbudget angeführt haben. Im Falle der Senatswahlen soll zudem die gesetzlich vorgeschriebene Ausgabenobergrenze um rund 150.00 Kronen (6200 Euro) überschritten worden sein.

    Přísaha hatte gegen die Vorwürfe Beschwerde eingelegt, diese wurde von der Aufsichtsbehörde jedoch abgewiesen. Laut Presseagentur ČTK ist die Entscheidung über das Vergängen der Geldstrafe bereits seit Ende Januar rechtskräftig.

  • 22.02.2026

    Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat den Menschen in Tschechien für ihre Solidarität mit der Ukraine gedankt. Am Samstag war in mehreren tschechischen Städten bei Kundgebungen an den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erinnert worden. Sybiha schrieb im Netzwerk X, diese Unterstützung spüre man in seinem Land. Mit den Versammlungen in Prag und in den weiteren Städten würde Tschechien beispielhaft zeigen, wie Solidarität aussehe, so der Minister.

    Bei den Veranstaltungen am Samstag bekundeten Tausende Menschen ihre Unterstützung für die Ukraine. Den Anlass bot der bevorstehende vierte Jahrestag der russischen Invasion. Die größte Kundgebung fand auf dem Altstädter Ring in Prag statt, zu den Rednern zählte dort auch Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel.

  • 22.02.2026

    Die tschechisch-slowakische Produktion „If Pigeons Turned to Gold“ der tschechischen Regisseurin Pepa Lubojacki wurde am Samstag auf der Berlinale zum besten Dokumentarfilm gekürt. Die dreiköpfige Jury wählte den Film aus einer Auswahl von 16 Streifen aus. Die renommierte Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 40.000 Euro verbunden. Zudem ist „If Pigeons Turned to Gold“ nun direkt für das Auswahlverfahren der Oscars qualifiziert.

    In ihrem mit dem Handy aufgezeichneten Dokumentarfilm geht Lubojacki der Frage nach, warum ihr Bruder und zwei ihrer Cousins alkoholsüchtig wurden und auf der Straße leben. Der Film wurde in diesem Jahr viermal auf der Berlinale in der Sektion Forum gezeigt, seine Premiere hatte er am 13. Februar.

    Vor der Auszeichnung zum besten Dokumentarfilm erhielt „If Pigeons Turned to Gold“ am Samstag auch den Caligari-Filmpreis. Dabei handelt es sich um eine der Nebenauszeichnungen der Filmfestspiele in Berlin. Der Preis wird seit 1986 vergeben und ist mit 4000 Euro dotiert.

  • 21.02.2026

    Nach der Schießerei im Rathaus von Chřibská bleibt das dortige Gemeindeamt auch in der kommenden Woche weiterhin geschlossen. Dies teilte der Bürgermeister der nordböhmischen Gemeinde, Jan Machač (parteilos), mit. Derzeit würden immer noch die Folgen des Schusswaffenangriffes beseitigt werden, hieß es. Drei Mitarbeiter seien aktuell arbeitsunfähig, einer habe seine Kündigung eingereicht, so Machač. Künftig soll es laut dem Bürgermeister in dem Rathaus zusätzliche Sicherheitseinrichtungen geben.

    Im Rathaus von Chřibská war es Mitte Januar zu einem Schusswaffenangriff gekommen. Der Angreifer tötete dabei einen Mitarbeiter der Behörde und sich selbst, sechs Menschen wurden verletzt. Polizeiangaben zufolge soll der mehrfach vorbestrafte Täter rund 100 Patronen verschossen haben. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus.

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