• 04.09.2002

    Präsident Vaclav Havel hat am Donnerstag Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik auf der Prager Burg empfangen. Beide Politiker sprachen über die Hilfeleistung der Tschechischen Armee bei der Beseitigung der Hochwasserschäden wie auch über die geplante Reform der Armee und verschiedene Personalfragen im Ressort Verteidigung. Nach dem Treffen äußerte sich Tvrdik vor Journalisten u.a. auch zu der Frage eines möglichen Angriffs der USA auf den Irak. Seine Einstellung sei hierzu militanter als die von Premier Vladimir Spidla und Außenminister Cyril Svoboda, sagte diesbezüglich der tschechische Verteidigungsminister. Seiner Meinung nach sollte die Tschechische Republik darauf bestehen, dass der Irak die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates ohne jegliche Vorbedingungen erfülle.

  • 03.09.2002

    Nach der Jahrhundertflut in Mitteleuropa will die EU-Kommission möglichst rasch die rechtlichen Grundlagen für den Ende August vereinbarten EU- Katastrophenfonds schaffen. Der EU-Kommissar Michel Barnier sagte dies am Dienstag vor dem Europaparlament in Strassburg. In diesem Jahr sollen 500 Millionen Euro in den Fonds fließen, im kommenden Jahr soll er auf bis zu eine Milliarde Euro aufgestockt werden. Der Nachrichtenagentur CTK zufolge könne Tschechien etwa ein Zehntel dieser Hilfssumme erhalten.

  • 03.09.2002

    Mehr als 266 Millionen Kronen wurden bisher auf den größten Hochwasserhilfskonten in Tschechien gesammelt. Die höchste Summe, 132 Millionen Kronen, befindet sich auf dem Konto der Gesellschaft "Mensch in Not". Auf das Regierungshochwasserkonto wurden 77 Millionen überwiesen und die katholische Karitas bekam 30 Millionen Kronen. Die Polizei untersucht derzeit ein verdächtiges Konto, dass zur Hilfe für Hochwasseropfer errichtet wurde. Es handelt sich dabei jedoch um ein privates Konto eines Kunden der Komercni banka.

  • 02.09.2002

    Die tschechische Fluggesellschaft CSA hat wegen des Hochwassers in der zweiten Augusthälfte um 50% weniger Passagiere als sonst verzeichnet. Der starke Rückgang der Nachfrage wurde nach Worten des CSA-Pressesprechers dadurch verursacht, dass die in Tschechien herrschende Lage im Ausland viel dramatischer geschildert worden sei, als sie es in Wirklichkeit war. Der Fremdenverkehr wird noch eine lange Zeit davon beeinflusst werden, meinte der Sprecher.

  • 02.09.2002

    Mehr als 159.000 Pfund - also etwa 8 Mio. Kronen - haben die Briten bislang auf ein Sonderkonto für die Hochwasseropfer in der Tschechischen Republik überwiesen, das von der tschechischen Botschaft in London errichtet wurde. Nach Informationen der Botschaft interessiert sich die britische Öffentlichkeit sehr für das Geschehen in Tschechien und bemüht sich, konkret zu helfen. Die britische Regierung hat der Tschechischen Republik bereits in den ersten Tagen nach der Hochwasserkatastrophe 100.000 Pfund und technische Einrichtungen gewährt. Kronprinz Charles hat durch die Vermittlung einer seiner Stiftungen Geld für die Hochwasseropfer gespendet.

  • 02.09.2002

    Papst Johannes Paul II. hat Tschechien über den Vorsitzenden der Tschechischen Bischofskonferenz Jan Graubner eine Spende in Höhe von 30.000 Euro als Spende für die von der Hochwasserkatastrophe heimgesuchten Regionen zukommen lassen. Die Summe ist für die Arbeit der Tschechischen Katholischen Caritas in den betroffenen Gebieten bestimmt.

  • 02.09.2002

    Schulministerin Petra Buzková hat am Montag in Tschechien das neue Schuljahr feierlich eröffnet. Ursprünglich sollten rund eine Million 500 Tausend Schüler und Studenten nach den Sommerferien wieder in die Schule zurückkehren. Ungefähr 99.000 davon sind Erstklässler. Nicht in allen Schulen allerdings konnte am Montag mit dem Unterricht begonnen werden. In vielen Gemeinden und Städten, die vom Hochwasser betroffen wurden, wird der Unterricht erst Mitte September oder Anfang Oktober beginnen. Einigen Schulen ist es gelungen, den Unterricht an einem anderen Ort in Form von Landwochen zu starten. In der tschechischen Hauptstadt werden dadurch einigen von den 15.000 Schülern, deren Schulen überflutet wurden, die Ferien um einige Wochen verlängert. Nach den Worten der Schulministerin stellte das Ministerium den vom Hochwasser betroffenen Schuleinrichtungen ca. 100 Mio. Kronen zur Verfügung. Diese finanziellen Mittel sind vor allem für die Ausstattung der Schulklassen und die Lehrmittel bestimmt, sagte die Ministerin. Sie machte vor Journalisten darauf aufmerksam, dass eine bestimmte Zahl der Lehrer gezwungen sein wird, ihre Arbeitstellen zu verlassen, da die Zahl der Schüler ständig sinkt.

  • 02.09.2002

    Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat am Montag einige vom Hochwasser betroffene Gemeinden besuhht. Zuerst war er in der historischen Stadt Svihov/Schwihau bei Klatovy im Landkreis Plzen zu Gast. Er interessierte sich für den Umfang der Hochwasserschäden in dieser Ortschaft, die wahrscheinlich die vom Hochwasser am schwersten beschädigte Stadt im Pilsner Landkreis ist. Der Präsident reiste dann weiter in die Gemeinden Metly und Predmir bei Strakonice in Südböhmen. In Metly hat das Hochwasser ungefähr die Hälfte des Dorfes dem Boden gleichgemacht hat. Präsident Havel brachte mit seiner Gattin Dagmar in die betroffenen Gemeinden Reinigungsmittel, Gummihandschuhe und weiteres Material. Ähnliches Material hat das Präsidentenpaar auch nach Svihov und nach Stechovice unweit von Prag mitgebracht. Präsidentensprecher Ladislav Spacek zufolge stellt dieses Material ein persönliches Geschenk des Staatspräsidenten dar. Vaclav Havel stellte fest, seine Kanzlei kann den betroffenen Bewohnern vor allem mit psychischer Unterstützung helfen. Seiner Meinung nach verfügt die Kanzlei über verhältnismäßig beschränkte materielle Möglichkeiten. Er selbst engagiere sich konkret in der Stiftung "Vision 97", die von ihm und seiner Frau Dagmar errichtet wurde. Vaclav Havel sprach sich des weiteren mit Bewunderung über die durch die Katastrophe hervorgerufene Solidaritätswelle aus.

  • 02.09.2002

    Die Zahl der Hochwasseropfer hat sich in Tschechien auf 17 erhöht. In Südböhmen ist am Montag ein 47-jährige Mann beim Abpumpen von Hochwasser ohnmächtig geworden und ertrunken, meldete die Nachrichtenagentur CTK.

  • 01.09.2002

    Zwei Wochen nach den verheerenden Überschwemmungen in Tschechien ist am Sonntag in Südböhmen erneut die höchste Stufe der Hochwasserwarnung ausgerufen worden. Nach heftigen Regenfällen seien im Raum Budweis zahlreiche Bäche über die Ufer getreten, hätten Bahngleise unterspült und Keller überflutet, sagte ein Behördensprecher. Menschen seien jedoch nicht gefährdet. Mit einer Verschärfung der Lage werde nicht gerechnet.

Pages