• 14.02.2007

    Sieben Handelsketten in der Tschechischen Republik legen ihren Bewerbern Personalbögen mit diskriminierenden Fragen vor. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der tschechischen Menschenrechts-Organisation EPS. So wird nach Angaben von EPS unter anderem nach Familienstand, Zahl der Kinder, Höhe des bisherigen Einkommens, Schwangerschaft oder Nationalität gefragt. Das Gesetz sieht für dieses Vergehen eine Strafe bis zu einer Million Kronen (ungefähr 33.000 Euro) vor. EPS nannte unter anderem die Ketten Lidl, Penny Markt, Plus und Billa. Die großen Handelketten stehen wegen der Behandlung ihrer Angestellten seit längerem in der Kritik.

  • 14.02.2007

    Tschechische Feinkosthersteller melden im Zusammenhang mit dem Auftreten von Listeriose-Fällen Umsatzeinbußen von 20 Prozent. Sie gehen davon aus, dass die geringere Nachfrage längere Zeit anhalten wird und einzelne Betriebe in existentielle Schwierigkeiten bringen kann. Das Listeriose-Bakterium ist in jüngster Zeit in Tschechien vermehrt in Käse- und Fleischprodukten aufgetreten. Im vergangenen Jahr wurden 75 Listeriose-Fälle registriert. Zwölf davon endeten tödlich.

  • 14.02.2007

    Die Tschechen schätzen in ihrem Land vor allem das Angebot an Waren und Dienstleistungen, den Stand der Kultur und die Beziehungen zum Ausland. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts CVVM hervor, in der die allgemeine Zufriedenheit der Tschechen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen untersucht wurde. Die stärksten Befürchtungen rufen demgegenüber Korruption und Wirtschaftskriminalität hervor. Deutlich skeptischer als in den vergangenen Jahren wird auch die politische Situation in Tschechien bewertet, während die Zufriedenheit mit den Auslandsbeziehungen und vor allem dem EU-Mitgliedschaft deutlich gestiegen ist.

  • 14.02.2007

    Die Bürger der Tschechischen Republik fühlen sich mit Reklame übersättigt, und das vor allem in Bezug auf TV-Reklame und Postwurfsendungen. Auch die Akzeptanz von Internet-Werbung und so genannten Spam-Mails ist rapide gesunken. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Agentur Factum Inventio hervor. Danach kritisieren zwischen 70 und 80 Prozent der Befragten die Reklame auf den privaten Fernsehkanälen TV Nova und Prima. Gegenüber der Werbung im öffentlich-rechtlichen Sender Ceska televize haben hingegen 45 Prozent eine kritische Haltung. Bei der Untersuchung wurden über 1000 Tschechen befragt.

  • 13.02.2007

    Rund 200 Gegner des Baus einer amerikanischen Radaranlage in Tschechien haben am Dienstagnachmittag vor dem Regierungssitz in Prag demonstriert. Laut den Veranstaltern sollte die Kundgebung eine weitere Aufforderung an das Kabinett sein, ein Bürgerreferendum über den Bau der Radaranlage auszurichten. Auf dem Rednerpodium trat unter anderem der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, der Sozialdemokrat Lubomir Zaoralek auf. Er bestätigte die ablehnende Haltung seiner Partei zum Bau der Radaranlage. Zu der Demonstration hatte die Initiative "Ne zakladnam" (Nein zu Militärstützpunkten) aufgerufen, die vor zwei Wochen bereits eine Protestkundgebung auf dem Prager Wenzelsplatz initiert hatte. Die geplante Radaranlage soll Teil des US-amerikanischen Raketenabwehrschirms gegen mögliche Angriffe aus Ländern wie dem Iran oder Nordkorea sein.

    Autor: Till Janzer
  • 13.02.2007

    Laut dem Tschechischen Nachrichtendienst (UZSI) war der ehemalige Premier und langjährige Gouverneur der Nationalbank, Josef Tosovsky, nie offizieller Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes StB. Ansonsten hätte dies in Tosovskys Akte vermerkt sein müssen, sagte am Dienstag der Sprecher des Nachrichtendiensts, Bohumil Srajer. Über die angebliche Zusammenarbeit von Josef Tosovsky mit der StB hatte die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" informiert. Laut Informationen des Blattes soll der erste Kontakt im Oktober 1986 zustande gekommen sein und die Zusammenarbeit ungefähr zwei Jahre gedauert haben. Tosovsky hat bisher nur eingeräumt, dass er in seinem damaligen Amt als Berater des Vorsitzenden der Staatsbank vertrauliche Informationen wirtschaftlichen Charakters aus dem Ausland erhalten habe. Dieselben Informationen habe das Ministerium aber allen Institutionen zukommen lassen, die für die Volkswirtschaft verantwortlich waren, behauptet Tosovsky.

    Autor: Till Janzer
  • 13.02.2007

    Über die Beschwerde, die der Vizepremier, Senator und Vorsitzende der Christdemokraten (KDU-CSL), Jiri Cunek, gegen das gegen ihn laufende Strafverfahren eingereicht hat, soll in der kommenden Woche entschieden werden. Dies sagte die zuständige Staatsanwältin am Dienstag. Das Strafverfahren gegen ihn hatte die Polizei am Freitag wegen des Verdachts der Bestechung eingeleitet. Cunek glaubt aber, dass die Polizei bei der Aufnahme des Strafverfahrens neue Beweise nicht zur Kenntnis genommen hat, die er dem Senat vorgelegt hatte. Dem Vizepremier wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Bürgermeister der mährischen Stadt Vsetin / Wesetin eine halbe Million Kronen (rund 17.500 Euro) als Bestechungsgeld angenommen zu haben. Cunek weist diesen Vorwurf zurück.

    Autor: Till Janzer
  • 13.02.2007

    Präsident Vaclav Klaus und Außenminister Karel Schwarzenberg haben am Dienstag offiziell ihren Besuch in Japan eröffnet. Sie werden dabei von der Ehefrau des Präsidenten, Livia Klausova, und Vertretern von 14 tschechischen Firmen begleitet. Die Visite erfolgt aus Anlass der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der ehemaligen Tschechoslowakei und Japan vor 50 Jahren. Bei einem ersten Treffen kam Vaclav Klaus mit Vertretern großer japanischer Firmen zusammen, die in Tschechien Filialen haben. Dazu gehören Toyota, NEC, Mitsubishi und Toshiba. Anschließend besuchte die tschechische Delegation die Börse in Tokio. Vaclav Klaus wird zudem noch mit Kaiser Akihito und Kaiserin Mitschiko sowie Premier Shinzo Abe zusammentreffen. Am Donnerstag steht ein Besuch in Hiroshima auf dem Programm.

    Autor: Till Janzer
  • 13.02.2007

    Der neue Vorsitzende des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hat sich in einer Ansprache zur EU-Verfassung unter anderem gegen Tschechien gewandt. So sagte der Christdemokrat am Dienstag, er verstehe die Menschen nicht, die einerseits Brüssel kritisierten, zugleich aber die Verfassung ablehnten. Denn diese sei gerade das Instrument, um Fehler zu beseitigen. In einer ersten Reaktion haben die tschechischen Sozialdemokraten Pötterings Aussagen begrüßt. Wie ihr Vorsitzender Jiri Paroubek in einer Presseerklärung schreibt, lehne die Sozialdemokratische Partei den Euroskeptizismus der derzeitigen tschechischen Regierung ab. Laut Paroubek führe dieser das Land in die Isolation. Die Regierung in Prag kritisiert den ursprünglichen Wortlaut der EU-Verfassung und fordert ihn zu kürzen.

    Autor: Till Janzer
  • 13.02.2007

    Wegen einer Bombendrohung bewacht die Polizei seit Dienstag die Brücke über das Nusletal in Prag sowie das nahe Hotel Corinthia Towers. Hintergrund ist, dass die Polizei sowie die tschechischen Nachrichtendienste vor kurzem über einen möglichen Anschlag auf ein Objekt in Prag informiert wurden. Laut der Polizeisprecherin Blanka Kosinova hieß es, dass hinter dem Anschlag islamistische Terroristen stehen sollten. Obwohl die Sicherheitskräfte die Glaubwürdigkeit der Bombendrohung für gering halten, hat die Polizei nun mit Sicherheitsmaßnahmen in Form von bewaffneten Patrouillen reagiert.

    Autor: Till Janzer

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