• 28.08.2002

    Bei den Vorbereitungen des bevorstehenden Prager NATO-Gipfels wurden der Sinn und die große historische Bedeutung dieses politischen Gipfeltreffens in Tschechien wenig betont und man sprach allzu viel darüber, dass dieses Treffen auch ein Sicherheitsrisiko für die tschechische Hauptstadt bedeutet. Dies erklärte am Mittwoch Präsident Vaclav Havel, der hinzufügte, dass die Politiker der Öffentlichkeit die Erklärung schulden, wie wichtig der Gipfel sein wird. Während des Gipfels wird unter anderem mit der NATO-Erweiterung gerechnet. Havel zufolge wird es sich um eine Erweiterung um sieben Länder handeln. Beim Treffen mit den tschechischen Botschaftern in Prag stellte der Präsident fest, dass die Betonung der Bedeutung des NATO-Gipfels auch zu ihren Aufgaben gehört. Der Präsident dankte den Botschaftern auch dafür, dass sie bei der Vermittlung humanitärer Hilfe für die Hochwasserregionen halfen und die Welt über die Hochwasserfolgen gut informierten.

  • 28.08.2002

    Das Kabinett hat auf seiner Mittwochsitzung vor allem über die Möglichkeiten diskutiert, woher finanzielle Mittel für die Sanierung der Hochwasserschäden zu schöpfen und wie diese Mittel zu verteilen sind. Premier Vladimir Spidla zufolge erwägt das Kabinett eine Sondersteuer für Besserverdienende. Sollte der Vorschlag der Regierung verabschiedet werden, würden Steuerpflichtige mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Kronen (33.000 Euro) jährlich rund 50.000 Kronen (1.700 Euro) mehr Abgaben zahlen als derzeit.

  • 28.08.2002

    Die Menschen sind offensichtlich nicht imstande, das Hochwasser zu verhindern. Sie können jedoch die Folgen dieser Katastrophen einschränken. Davon ist Präsident Václav Havel überzeugt, der am Mittwoch an der Regierungssitzung teilnahm. Neben Überflutungen sprach der Präsident mit den Ministern auch über die Europäische Union und den NATO-Gipfel, der im November in Prag stattfinden wird. Während seines überhaupt ersten Besuches auf der Sitzung des neuen Kabinetts sprach der Staatspräsident beispielsweise über den Charakter der Sanierung der vom Hochwasser betroffenen Gebiete.

  • 28.08.2002

    Die Lage und die Hilfe nach der Flutkatastrophe wird das Hauptthema der Gespräche sein, die EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen am Donnerstag in Prag führen wird. Verheugen wird mit den führenden Politikern zusammentreffen und die vom Hochwasser am stärksten betroffenen Prager Stadtteile besuchen.

  • 27.08.2002

    Die beiden Blöcke des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin sind nach einer kurzen Störung am Dienstag wieder hoch gefahren worden. Der Ausfall der Pumpen im ersten Block sei durch einen Fehler bei der Datenübertragung entstanden, sagte der Sprecher des Kraftwerks, Milan Nebesar.

  • 27.08.2002

    Die Tschechische Republik würde die Hilfe der Europäischen Union bei der Beseitigung der Hochwasserfolgen gern auch im nächsten Jahr nutzen. Nach Worten des Leiters der EU-Sektion im Außenministerium, Petr Jezek, wird vorläufig nach Möglichkeiten der Unterstützung von der EU gesucht. Diese Woche wird EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen in Prag Gespräche über die Hochwasserfolgen führen. Der tschechische Chefunterhändler mit der EU Pavel Telicka ist der Meinung, dass die Beitrittsgespräche mit der EU von der Hochwasserkatastrophe nicht beeinflusst werden.

  • 26.08.2002

    Das Mordkomplotts an der Journalistin Sabina Slonkova und die Korruption im tschechischen Außenministerium werden nicht getrennt untersucht. In den beiden Fällen ist der ehemalige Generalsekretär des Außenministeriums Karel Srba der Hauptbeschuldigte. Die Untersuchungsergebnisse werden in der Abteilung für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Prag ausgewertet.

  • 26.08.2002

    Der EU-Kommissar Günter Verheugen wird am Donnerstag Tschechien besuchen, um mit den tschechischen Politikern und Diplomaten über die EU- Erweiterung zu verhandeln.. Das erste offizielle Treffen des neuen tschechischen Premiers Vladimir Spidla mit dem Kommissar wird allen Erwartungen nach durch die Hochwasserkatastrophe gekennzeichnet sein. Die Hilfe der Europäischen Union für die Tschechische Republik ist ein Thema des geplanten Gesprächs zwischen Günter Verheugen und Präsident Vaclav Havel.

  • 26.08.2002

    Die Entscheidung über den Ankauf von Jagdflugzeugen für die Tschechische Armee wird höchstwahrscheinlich erst nach dem NATO-Gipfeltreffen im November fallen. Dies erklärte am Montag der tschechische Außenminister Cyril Svoboda. Nach einer Aussage von Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik wird das Kabinett über eine billigere Variante der Luftraumüberwachung verhandeln. Im Spiel ist weiterhin der Ankauf der britisch-schwedischen Düsenjäger Gripen, aber auch älterer Maschinen, die z.B. von den Amerikanern angeboten wurden.

  • 26.08.2002

    Im Chemiewerk Spolana in Neratovice bei Prag wurden am Montagnachmittag die Vorbereitungsarbeiten für eine weitere Verlagerung des Chlors beendet. Noch 12 Tonnen dieses Chemiestoffes müssen in ein neues Depot verlagert werden. Da man eine neue Entweichung des Giftgases nicht eindeutig ausschließen kann, sind Rettungsmitarbeiter in Bereitschaft und in Neratovice und Libis stehen Busse für eine eventuelle Evakuierung der dortigen Bewohner zur Verfügung.

    Der Generaldirektor von Spolana Radomir Vek wurde am Montag abberufen. Er wird in der Funktion durch den bisherigen Generaldirektor von Chemopetrol Miroslav Kuliha abgelöst. Dieser sei besser fähig, die Fabrik aus der Krisenlage auszuführen und die Wiederaufnahme des Betriebs zu starten und zu leiten, sagte dazu der Spolana-Vorstandsvorsitzende Pavel Svarc.

    Das Chemiewerk, aus dem in Folge der Überflutungen das Chlor ins Wasser und in die Luft entwichen war, habe keine Chance gehabt, die Katastrophe zu verhindern. Der Chef des Expertenteams, der für die Fabrik einen Bericht über das Hochwasser ausgearbeitet hat, Jan Papez, sagte dies am Montag der Nachrichtenagentur CTK. Er ist überzeugt, dass eine strafrechtliche Verfolgung im Zusammenhang mit den Umweltkatastrophen nicht angebracht sei. Die Polizei untersucht derzeit, ob eine Straftat der Gefährdung der Öffentlichkeit nicht begangen wurde.

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