• 18.08.2002

    Auch an anderen Orten Tschechiens ist eine Besserung der Lage verzeichnet worden. Das in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragene südböhmische Cesky Krumlov/Krumau, das vom Hochwaser stark heimgesucht wurde, wird sich am Montag wieder für die Touristen öffnen.

    Die Pegelstände der Elbe in der nordböhmischen Stadt Usti nad Labem/Aussig sinken weiter und dürften bis Montagmorgen die Werte um circa 8 Meter erreichen. Erst dann können die Aufräum- und Reinigungsarbeiten auf den Brücken in Usti, die vorläufig unbefahrbar sind, beginnen. In dieser Stadt mussten in den vergangenen Tagen rund 6 Tausend Menschen evakuiert werden

  • 18.08.2002

    Wegen der kritischen Situation im städtischen Verkehr erwägt der Prager Magistrat, die nach dem 11.September 2001 getroffenen Maßnahmen zum Schutz des Senders Radio Freies Europa/Radio Liberty (RFE/RL) aufzuheben. Das Gebäude befindet sich an der direkt durch das Stadtzentrum führenden Magistrale, deren Fahrbahn zur Hälfte geschlossen wurde. Der Prager Oberbürgermeister Igor Nemec will wegen dem drohenden Verkehrskollaps mit Innenminister Stanislav Gross und Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik verhandeln. Der Zentrale Krisenstab in Prag will jedoch nichts an den Schutzmaßnahmen um das RFE/RL-Haus ändern und sucht nach einer anderen Lösung, teilte die Sprecherin des Innenministeriums Gabriela Bartikova der Nachrichtenagentur CTK mit.

  • 18.08.2002

    Im Prager Stadtteil Karlin, der gemeinsam mit dem Stadtviertel Holesovice zu den vom Hochwasser am meisten betroffenen Stadtteilen der tschechischen Hauptstadt gehört, ist in der Nacht zu Sonntag bereits das dritte Haus eingestürzt. Einige Straßenzüge der beiden Stadtviertel, die ihre Bewohner seit Samstagabend besuchen konnten, wurden am Sonntag auf Beschluss des Magistrats erneut geschlossen. Geologen und Statiker sollen zunächst das Terrain und die einzelnen Häuser untersuchen. Die Moldau sank in Prag im Vergleich zu Mittwoch, als sie ihren Höchstwert erreicht hatte, bereits um 5 Meter.

  • 17.08.2002

    Auch der Prager Informationsdienst (PIS) nimmt in seinem wiedergeöffneten Infozentren für Touristen seine Tätigkeit auf. Der telefonische Informationsdienst funktioniert noch nicht, teilweise aktualisiert werden allgemeine Informationen in tschechischer, deutscher und englischer Sprache auf den Web-Seiten www.pis.cz. Das Hauptbüro PIS, das sich vor dem Hochwasser in Prag-Karlin befand, ist immer noch unzugänglich.

  • 17.08.2002

    Der Generalsekretär der UNESCO, Koiciro Macura, hat internationale Organisationen aufgerufen, sich für die Rettung des Weltkulturerbes einzusetzen, das in Tschechien und anderen mitteleuropäischen Ländern von den verheerenden Überschwemmungen beschädigt wurde. In einer in Paris veröffentlichten Presseerklärung sagte er im Namen der UNESCO eine technische und finanzielle Unterstützung zu.

  • 17.08.2002

    Am Samstagabend werden in Prag 75 Feuerwehrleute aus der Partnerstadt Frankfurt am Main erwartet. Sie wollen vor allem bei der Wasserbeseitigung in der Prager U-Bahn helfen. Der Konvoi von insgesamt 27 Feuerwehrwagen, ausgestattet mit Wasserpumpen und Schwertechnik ist seit heutigem Morgen bereits unterwegs. Die Helfer aus Deutschland sollen eine Woche lang in Prag bleiben. Auf dem Weg nach Tschechien befinden sich ebenfalls etwa 40 Feuerwehrleute aus dem südpolnischen Schlesien und wollen die ganze Zeit, in der sie behilflich sein können, bleiben. Ihre Hilfe hat auch die polnische Armee angeboten.

  • 17.08.2002

    Die tschechische Armee hat die Zahl der Soldaten und Zivilbeschäftigten, die in den vom Hochwasser heimgesuchten Regionen helfen, auf insgesamt 4 500 aufgestockt. Sie verfügen über 520 LKWs und weitere technische Geräte, aus der Luft werden sie durch neun Militärhubschrauber unterstützt. Allein in Prag sind rund 770 Soldaten im Einsatz.

  • 17.08.2002

    Teilweise überflutet wurde auch eine Chemiefabrik für Herstellung von Medikamenten in Roztoky bei Prag. Nach Mitteilung des Bürgermeisters Martin Stifter, drohe den Einwohnern in der Umgebung der Fabrik keine Gefahr. Das Flutwasser sei zwar durch zum Teil bisher unbekannte Stoffe kontaminiert, werde aber das Areal der Fabrik nicht verlassen. Außerdem werde dieses Wasser von Fachexperten chemisch behandelt.

  • 17.08.2002

    In einem Telefongespräch hat der US-amerikanische Präsident George W. Bush seinem tschechischen Amtskollegen Vaclav Havel versichert, die USA wollten der Tschechischen Republik bei der Reparierung der durch das Hochwasser angerichteten Schäden mit allen möglichen Mitteln helfen. Der in Urlaub in den USA weilende amerikanische Botschafter in Prag, Craig Stapelton ist von Bush aufgefordert worden, nach Prag zurückzukehren, um vor Ort zu helfen. Am Freitag rief bei Vaclav Havel auch George Bush Senior, um im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe sein Bedauern und Solidarität mit dem tschechischen Volk zum Ausdruck zu bringen.

  • 17.08.2002

    In der tschechischen Hauptstadt floss das Flutwasser der Moldau am Samstag aus vielen Vierteln ab. In etwa 500 immer noch gesperrten Strassen müssen zunächst Statiker und Experten des Gesundheitsamtes die Häuser untersuchen. In dem vom Hochwasser stark betroffenen Prager Stadtteil Karlin konnten am Freitagabend Dutzende seiner Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren, für die Mehrheit der evakuierten Personen bleibt das Stadtviertel weiterhin geschlossen.

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