• 01.09.2002

    Das Denkmal Terezin/Theresienstadt im Bezirk Litomerice wird nach dem Hochwasser am Montag wieder geöffnet. Neben des jüdischen Friedhofs werden alle weiteren Pietätsorte des Denkmals für die Öffentlichkeit geöffnet, sagte der Nachrichtenagentur CTK am Sonntag Marie Svobodova vom Denkmal Terezin. Bei dem Hochwasser im August stand in Terezin Wasser bis 1,5 Meter Höhe und verursachte laut ersten Schätzungen Schäden, die 60 Millionen Kronen übersteigen. Hilfe bei der Beseitigung von Schäden versprach auch der US- amerikanische Botschafter in Tschechien Craig Stapelton, der sich in dieser Angelegenheit an die amerikanische jüdische Gemeinde wenden möchte. Am Dienstag soll ein Vertreter der US-amerikanische Botschaft Trockenanlagen, die sowohl für das Denkmal als auch für die Stadt bestimmt sind, in Terezin übergeben.

  • 01.09.2002

    Der tschechische Präsident Vaclav Havel wird am Montag die Stadt Svihov im Landkreis Plzen besuchen. Diese Stadt wurde in diesem Landkreis von der Hochwasserkatastrophe wahrscheinlich am meisten beschädigt. Von dort wird der Präsident dann in die Gemeinde Metly fahren, wo das Hochwasser ungefähr die Hälfte des Dorfes dem Boden gleichgemacht hat. Dies teilte den Journalisten der Landeshauptmann des Landkreises Plzen Petr Zimmermann mit, der den Präsidenten in Svihov begleiten wird. Präsidentensprecher Spacek zufolge wird Vaclav Havel noch weitere zwei Gemeinden besuchen, die ebenfalls bei den Überschwemmungen schwer beschädigt wurden.

  • 31.08.2002

    Die tschechische Regierung bereitet aufgrund des rapiden Anstiegs der Migration der Roma Änderungen im System der Auszahlung von Sozialhilfen vor. In einer Sendung des Tschechischen Rundfunks sagte dies am Freitag der tschechische Premier Vladimir Spidla. Nur in Großbritannien ist seit April bis Juni die Zahl der Asylanträge tschechischer Staatsbürger im Vergleich zum ersten Quartal sieben mal gestiegen. Das Ziel der Regierung sei, die Migration der Roma, die mehrere Gründe habe, zu unterbinden, sagte Spidla.

  • 31.08.2002

    Unter speziellen Sicherheitsmaßnahmen wurde am Samstag die Verlagerung des Chlors im mittelböhmischen Chemiewerk Spolana Neratovice, das bei den Überschwemmungen überflutet wurde, in ein neues Depot beendet. Damit konnte auch die zweite Alarmstufe in der Fabrik wieder aufgehoben werden. Der Nachrichtenagentur CTK sagte dies der Sprecher des Chemiewerks Spolana Jan Martinek. Aus der überfluteten Fabrik sind Hunderte von Kilogramm des Stoffs zum ersten mal am 15. August entwichen, der letzte Fall wurde am 23. August verzeichnet, wenn bei den Reinigungsarbeiten in einem Lager die Leitung durchbrach.

  • 30.08.2002

    Weitere humanitäre Hilfe kommt nach Tschechien. In Ungarn wird ein Projekt Stars für vom Hochwasser betroffenen Länder organisiert, Bulgarien wird demnächst 20 Tonnen von chemischen Reinigungsmitteln schicken, die finanzielle Hilfe der Hörer eines polnischen Privatradios erreichte bereits an die 5 Millionen Kronen.

  • 30.08.2002

    Die größten tschechischen Versicherungsgesellschaften verzeichnen die meisten Schadensmeldungen im Zusammenhang mit den Überschwemmungen in Südböhmen. Weitere stark betroffene Landkreise sind Mittelböhmen und Prag. Die höchsten Geldbeträge werden die Versicherungsgesellschaften wahrscheinlich in Prag auszahlen. Dies erfolgt aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur CTK, die am Freitag veröffentlicht wurde.

  • 30.08.2002

    Der Prager Oberbürgermeister Igor Nemec hat am Freitag für einige Prager Stadtviertel den Gefahrenzustand ausgerufen. Dieser wird ab dem 1. September in den Bezirken 1, 7 und 8, sowie Radotin, Chuchle, Lipence, Troja, Lysolaje und Modrany gelten. Es sei kein Geheimnis, dass die Stadt in einigen ihrer Viertel mit der Beseitigung der Folgen des Hochwassers Schwierigkeiten hat, sagte nach einer Pressekonferenz der Oberbürgermeister. Der Gefahrenzustand wird den Notstand ersetzen, der für Prag und weitere Landkreise von der Regierung erklärt worden war. Dieser Notstand geht am 31. August um Mitternacht zu Ende. Der Gefahrenzustand soll 20 Tage dauern, beide Maßnahmen unterscheiden sich praktisch nicht voneinander, sagte Igor Nemec.

  • 30.08.2002

    Unter speziellen Sicherheitsmaßnahmen wurde am Freitag Nachmittag die Verlagerung des Chlors im mittelböhmischen Chemiewerk Spolana Neratovice in ein neues Depot fortgesetzt. Noch sind zwei Tonnen Chlorgas zu verlagern. Die Firma setzt voraus, dass die Verlagerung des verbleibenden Stoffs im Laufe des Samstags beendet wird. Dann wird auch die zweite Stufe des Alarms abberufen. Der Nachrichtenagentur CTK teilte dies am Freitag der Sprecher der Gesellschaft Unipetrol mit, die Spolana führt.

  • 29.08.2002

    Die tschechische Holding Unipetrol, zu deren Besitzobjekten auch das umstrittene Chemiewerk Spolana im mittelböhmischen Neratovice gehört, hat bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe vermutlich Schäden in einer Gesamthöhe von knapp zwei Milliarden Kronen (ca. 65 Millionen Euro) davongetragen. "Dies sind die derzeit genaust möglichen Schätzungen," sagte Unipetrolsprecher Tomás Zikmund am Donnerstag der Nachrichtenagentur CTK. Der allein der Fabrik Spolana zugefügte materielle Schaden wurde von Zigmund mit 750 Millionen Kronen beziffert. Hinzu käme der Verlust von weiteren 380 Millionen Kronen infolge des Produktionsausfalls im Werk, dessen Gelände während der Überschwemmungen bis zu 90 Prozent unter Wasser stand, ergänzte der Sprecher.

    Nach Angaben der Tageszeitung "Lidové noviny" (Donnerstagausgabe) sind beim Austritt von Chlorgas aus dem Chemiewerk Spolana am vergangenen Freitag 19 Menschen verletzt worden. Ein Feuerwehrmann habe wegen starker Schluckbeschwerden zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden müssen, berichtete das Blatt. Auf dem Firmenareal beendete eine Spezialeinheit der Feuerwehr am Donnerstag den Transport von Chlor aus einem beschädigten Depot in ein neues Lager. Wie das sächsische Umweltministerium in Dresden am Donnerstag vermeldet hat, sind bei Wasserproben bisher keine Spuren von einer erhöhten Konzentration giftiger Stoffe in der Elbe verzeichnet worden.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.08.2002

    Nach der berühmten Karlsbrücke, die während des Hochwassers gesperrt war und am Mittwoch nach 16-tägiger Schließung wieder für den Besucherverkehr freigegeben wurde, konnte am Donnerstag auch das historische Prager Stadtviertel Kleinseite weitgehend wieder von Touristen betreten werden. Lediglich der vollkommen überflutet gewesene Park auf der Kampa-Insel bleibt weiterhin geschlossen. Am Freitag soll ein weiteres unter den meistbesuchten Gedenkstätten der Moldaumetropole den Touristen wieder zugänglich gemacht. Es handelt sich um die wertvolle Altneusynagoge aus dem 13. Jahrhundert. Die im Jüdischen Viertel beheimatete Synagoge hatte bei den verheerenden Überschwemmungen bis zu 1,50 Meter unter Wasser gestanden. Eine Spezialfirma hatte sie nach der Flut gereinigt und sie vom die Bausubstanz angreifenden Schimmel befreit.

    Autor: Lothar Martin

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