• 01.02.2003

    Die Liste der eventuellen Präsidentschaftskandidaten, die in diesen Tagen von den Vertretern der Regierungskoalition zusammengestellt wird, soll um den Namen des Onkologen und Ex-Gesundheitsministers Pavel Klener erweitert worden sein. In einer engeren Auswahl sollen neben ihm der Rektor der Prager Karlsuniversität, Ivan Wilhelm, und die Präsidentin der Akademie der Wissenschaften, Helena Illnerova, figurieren. Darüber informierten die Tageszeitungen Mlada fronta Dnes und Pravo in ihren Samstagsausgaben unter Berufung auf nicht genannte Vertreter der Regierungsparteien. Klener bestätigte gegenüber den Zeitungen, er sei wegen einer eventuellen Präsidentschaftskandidatur inzwischen angesprochen worden.

  • 01.02.2003

    Unter den Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis ist nach Informationen der Agentur Reuters offensichtlich auch der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel. Die Agentur AP veröffentlichte im Zusammenhang mit den nominierten Kandidaten den Namen des kubanischen Dissidenten Oswaldo Paya, der von tschechischen Politikern für seinen friedlichen Kampf für die Demokratisierung Kubas für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde.

  • 01.02.2003

    Die Prager Straßenbahnfahrer haben sich entschieden, in Streik zu treten, um einen Angleich ihrer Löhne an die Löhne der Busfahrer zu erzielen. Dies erklärte der Chef der Straßenbahnfahrervereinigung, Antonin Dub, nach den am Samstag geführten Gesprächen gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Er lehnte es jedoch ab, das Datum und die Form des geplanten Streiks zu verraten, damit sich der Arbeitgeber - die Prager Verkehrsbetriebe - nicht darauf vorbereiten könne. Nach den Worten des Prager Oberbürgermeisters Pavel Bem kommt die Entscheidung der Straßenbahnfahrer nahezu einer Erpressung gleich.

  • 01.02.2003

    Zum ersten Mal hat sich am Freitagabend in Prag der weltberühmte argentinische Tenor Jose Cura vorgestellt. Mit seinem Auftritt hat der Sänger das Publikum im ausverkauften Smetana-Saal des Repräsentationshauses begeistert. Während des Abends erklangen sowohl bekannte Arien, als auch südamerikanische Lieder. Der Künstler stellte sich auch als Dirigent vor und begleitete sich bei einigen Liedern selber auf Gitarre - wie z. B. bei dem Beatles-Song "Yesterday". Das Konzert wurde vom Tschechischen Fernsehen aufgezeichnet.

  • 31.01.2003

    Zu einem eintägigen offiziellen Besuch in Prag ist am Freitag der Vorsitzende des Europäischen Parlaments, Patt Cox, eingetroffen. Anlass seines Besuchs war die feierliche Einweihung eines Informationsbüros des Europaparlaments in der tschechischen Hauptstadt.

    Cox kritisierte bei dieser Gelegenheit den "Aufruf der Acht". Es würde mich persönlich freuen, wenn die wichtigen Leader Europas mehr Zeit für die Suche nach einem Konsens aufwenden würden als auf eigene Faust irgendwelche eigenen diplomatischen Initiativen zu unternehmen," sagte Cox nach einem Treffen mit dem tschechischen Regierungschef Vladimir Spidla.

  • 31.01.2003

    70 Soldaten des 9. Bataillons der in Liberec/Reichenberg stationierten Schutztruppe zur Bekämpfung von ABC-Waffen sind am Freitag vom Prager Flughafen Ruzyne nach Kuwait abgereist. Dort werden sie die tschechische Einheit verstärken, die bei einem möglichen militärischen Konflikt mit dem Irak unter einem UN-Mandat oder beim Gebrauch von Massenvernichtungswaffen zum Einsatz kommen könnte. Diese wird im Februar aus 358 Soldaten bestehen, die voraussichtlich von weiteren 60 Soldaten aus der Slowakei unterstützt werden.

  • 30.01.2003

    Die Regierungschefs von sieben europäischen Staaten und Tschechiens Präsident Václav Havel haben Europa zur Unterstützung von US-Präsident George W. Bush in der Irak-Krise aufgerufen. "Europa und Amerika müssen zusammenstehen", heißt es in dem Appell, der am Donnerstag in Zeitungen in zahlreichen europäischen Ländern sowie in der US-Zeitung "Wall Street Journal" abgedruckt wurde. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören die Regierungschefs von Großbritannien, Italien, Spanien. Portugal, Dänemark, Ungarn und Polen. Havel unterzeichnete den Aufruf am Mittwochabend. Tschechiens Premier Vladimír Spidla hingegen erklärte am Donnerstag der Nachrichtenagentur CTK, er habe den Aufruf zwar studiert, aber keine Veranlassung gesehen, ihn zu unterzeichnen. Für die tschechische Haltung zur Krise im Irak sei die Beschlussfassung des Parlaments entscheidend und es sei überflüssig, dem irgendetwas beizufügen, äußerte Ministerpräsident Spidla. Das tschechische Außenministerium unterstrich in einer Stellungnahme, dass die von Havel gezeichnete Unterschrift der Ausdruck seiner persönlichen Haltung sei.

    Autor: Lothar Martin
  • 30.01.2003

    Die Vertreter der großen tschechischen Unternehmen haben keine allzu großen Befürchtungen vor einem möglichen Einbruch ihrer Firmen nach dem Beitritt der Tschechischen Republik in die Europäische Union. Im Gegenteil dazu hinke aber die staatliche Verwaltung in ihren Vorbereitungen auf den EU-Beitritt noch hinterher, was insbesondere zu Problemen bei der dem Referendum über den EU-Beitritt vorausgehenden Informationskampagne führen könne, waren sich die führenden Wirtschaftsvertreter während ihrer am Donnerstag in Prag mit dem tschechischen Außenminister Cyril Svoboda geführten Debatte einig. "Der Beitritt der Tschechischen Republik in die Europäische Union wird den Zugang der hiesigen Firmen zu den Quellen nicht ändern," brachte der Generaldirektor der Siemens GmbH in der Tschechischen Republik, Pavel Kafka, die Meinung der tschechischen Wirtschaftskapitäne auf einen Nenner.

    Autor: Lothar Martin
  • 30.01.2003

    Ein am Donnerstag im Österreichischen Institut in Prag unterzeichneter Vertrag zwischen dem Institut für Jüdische Geschichte in Österreich, dem Jüdischen Museum in Prag und der Facharchivverwaltung des tschechischen Innenministeriums hat Historikern eine weitere Tür für ihre Forschungen und Untersuchungen zur Geschichte der Juden in Mitteleuropa geöffnet. Es sei, so der tschechische Botschafter in Österreich Jirí Grusa, u.a. erforderlich, die Gründe für die Spaltung des tschechischen, deutschen und jüdischen Elements zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu untersuchen, ebenso die Art und Weise, mit der die Juden in der Vergangenheit zur Entwicklung der mitteleuropäischen Gesellschaft beigetragen haben.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.01.2003

    Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat am Mittwoch seinen letzten Auslandsbesuch als Staatsoberhaupt absolviert. Symbolträchtig wählte er die benachbarte Slowakei als Ziel. Über das Programm des Staatsoberhauptes in der slowakischen Hauptstadt berichtet aus Bratislava Martina Schneibergova:

    In Bratislava reiste das tschechische Präsidentenpaar zuerst zum Grab von Alexander Dubcek, wo Präsident Havel Blumen niederlegte. Danach wurde er im Präsidentenpalais in Bratislava vom slowakischen Staatspräsidenten Rudolf Schuster empfangen, der Vaclav Havel den Orden des Weißen Doppelkreuzes verlieh; wie Schuster betonte, vor allem für Havels Verdienste um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Schuster sagte, Havel habe die Slowakei bei ihrem NATO-Beitritt unterstützt und setzte sich auch für sie ein, als das Land Probleme hatte. Havel unterstrich, er schätze die Auszeichnung sehr, sie sei für ihn nicht nur eine formale Angelegenheit. Während der folgenden Gespräche diskutierten die beiden Staatspräsidenten über die Zusammenarbeit im Rahmen der NATO sowie künftig im Rahmen der Europäischen Union, aber auch in der Visegrader Staatengruppe. Sie erklärten, diese Zusammenarbeit habe einen anderen Sinn als am Anfang, sei aber sehr wichtig. Thema der Gespräche war auch die Suche nach Havels Nachfolger im Präsidentenamt. Schuster bezeichnete Havel als eine Persönlichkeit, die einen festen Platz auch in der slowakischen Geschichte hat.

    Nach den Gesprächen mit Premier Mikulas Dzurinda verlieh Vaclav Havel am Mittwochabend auf der tschechischen Botschaft in Bratislava einigen tschechischen Persönlichkeiten hohe tschechische Auszeichnungen. Mit dem Orden des Weißen Löwen wurde der 1992 verstorbene Politiker Alexander Dubcek in memoriam ausgezeichnet. Den selben Orden bekam auch Generalmajor Anton Petrak, der während des Zweiten Weltkriegs im Ausland gegen die Nazis kämpfte, in den 50er Jahren im kommunistischen Gefängnis saß. Mit dem Masaryk-Orden zeichnete Havel seinen Freund aus der Dissidentenzeit, den slowakischen Politiker und Philosoph Miro Kusy, aus. Mit den Verdienstmedaillen wurden vor allem hervorragende slowakische Künstler ausgezeichnet, z.B. der weltbekannte Opernsänger Peter Dvorsky. Unter den Ausgezeichneten war auch der vor einem Monat verstorbene slowakische Schauspieler Julius Satinsky. Im Namen aller Ausgezeichneten hielt Generalmajor Petrak, in der er Vaclav Havel dankte.

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