Nicht nur Bücherregale: die neue Bibliothek des Goethe-Instituts

Bibliothek des Prager Goethe-Instituts (Foto: Till Eichenauer)

Die Bibliothek des Prager Goethe-Instituts öffnet nach einem Umbau wieder ihre Türen. Dabei wurde nicht nur gestrichen, sondern auch ein moderneres Raumkonzept verwirklicht.

Bibliothek des Prager Goethe-Instituts (Foto: Till Eichenauer)
Die renovierte Bibliothek des Goethe-Instituts ist vor allem eins: hell. Tische, Wände und Regale sind weiß – die bunten Buchrücken bringen ein wenig Farbe ins Spiel. Aus den hohen Fenstern im ersten Stock sieht man bis zur Prager Burg. An den Seiten befinden sich Arbeitsplätze. Kleine Sitzecken laden zum Rückzug und zur Konzentration ein. Eine Besucherin recherchiert zu deutscher Politik:

„Ich bin gerade dabei, einige Bücher über Angela Merkel zu lesen.“

Ein älterer Herr kommt regelmäßig, er liest hier seine Lieblingsmagazine und leiht Krimis aus. Aber auch die verschiedenen Veranstaltungen im Haus locken Menschen in die Bibliothek.

„Ich gehe hier zu einem Deutschkurs und einem Literaturkurs. Wir sind Freunde der deutschen Literatur und treffen uns schon seit zehn Jahren im Goethe-Institut. Deswegen bin ich auch heute wieder in der Bibliothek“, so eine Frau.

Eva Vondálová (Foto: Archiv des Goethe-Instituts)
Geschickt schmiegen sich die Bücheregale in die historischen Räume. Hier finden sich Klassiker der deutschen Literatur und aktuelle Sachbücher. Aber auch Tageszeitungen wie die Frankfurter Allgemeine und die Süddeutsche sowie in einer anderen Ecke Hörbücher und Filme. Und natürlich darf ein kleiner Bereich mit Deutschkursen und Wörterbüchern nicht fehlen.

Eva Vondálová ist Leiterin der Bibliothek. Sie betont, das Angebot werde ständig erneuert, und das seit der Eröffnung der Bibliothek im Jahr 1993:

„Das ist der kontinuierliche Prozess. Wir achten immer drauf, dass unsere Leser die aktuellen Bücher und Titel zur Verfügung haben, die in Deutschland im Gespräch sind oder die auch einen relevanten und interessanten Bezug zu Tschechien haben.“

Institutsleiter Berthold Franke betont jedoch, man müsse auch mit der Zeit gehen.

„Die Welt ändert sich, unser Publikum ändert auch. Wir haben 25 Jahre in Prag verbracht und sehen, dass die Menschen nicht mehr nur noch zu uns kommen, weil sie Deutschland und deutsche Kultur wollen, sondern weil sie interessante Themen suchen.“

Bibliothek des Prager Goethe-Instituts (Foto: Till Eichenauer)
Dem entspricht auch das neue Konzept der Bibliothek. Der erste Raum, den der Besucher betritt, ist jetzt ein „Themenraum“ mit wechselnden Ausstellungen.

Derzeit ist hier eine multimediale Präsentation des Goethe-Instituts aus Amman in Jordanien zu sehen und zu hören. Berthold Franke:

„Mit unsere neuen Bibliothek und unserem neuen Themenraum versuchen wir, interessante Themen auszustellen und zu präsentieren. Alle zwei, drei Monate etwas Neues – damit der Besucher in unserer Bibliothek nicht mehr nur noch Bücher bekommt, sondern auch eine Idee, worum es geht. Wir wollen weniger Repräsentation und Institution, wir wollen mehr Aktion und Kommunikation.“


Das Prager Goethe-Institut befindet sich nahe dem Nationaltheater. Die Bibliothek ist dienstags bis donnerstags von 13 bis 19 Uhr sowie freitags und samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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