Nicht nur Sigmund Freud: Příbor ist historische Stadt des Jahres 2015

Příbor (Foto: MOs810, CC BY-SA 3.0)

Příbor / Freiberg in Nordmähren ist „historische Stadt des Jahres 2015“. Der Preis wurde in der vergangenen Woche dem Bürgermeister der Stadt auf der Prager Burg überreicht. Der Titel wird seit 1994 vergeben, und zwar an Gemeinden, die sich vorbildlich um ihre historischen Sehenswürdigkeiten kümmern.

Příbor  (Foto: MOs810,  CC BY-SA 3.0)
Příbor ist vor allem bekannt als Geburtsort von Sigmund Freud. Auch deswegen wird es jährlich von zahlreichen Touristen besucht, obwohl der Begründer der Psychoanalyse dort nur seine ersten drei Lebensjahre verbrachte. Das historische Stadtzentrum steht seit 1989 unter Denkmalschutz. Im Stadtkern befinden sich derzeit rund sechzig denkmalgeschützte Objekte. Den Charakter der Stadt prägt bis heute ein Barock-Umbau aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen neben dem renovierten Stadtplatz das Piaristen-Kloster mit den dazugehörigen Gärten sowie mehrere Kirchen der Stadt. Laut dem Leiter des Stadtmuseums, Václav Michalička, hat die geographische Lage dazu beigetragen, dass die Stadt ihr historisches Aussehen bewahrt hat:

Příbor  (Foto: Jiří Jurečka,  CC BY-SA 2.5)
„Das Stadtzentrum liegt auf einer Anhöhe. Die historische Silhouette konnte daher bis heute erhalten bleiben. Die Plattenbauten, die hier gebaut wurden, stehen in anderen Stadtteilen.“

Über zehn Jahre lang hat die Renovierung des Piaristen-Kollegs gedauert. Im letzten Jahr ließ sich Příbor die Revitalisierung der anliegenden Klostergärten rund 23 Millionen Kronen (850.000 Euro) kosten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Dana Forišková meint, die Stadt habe die Auszeichnung bekommen, nicht nur weil sie sich um den Erhalt der Baudenkmäler kümmere, sondern auch das aktuelle Leben in Příbor, die Wiederbelebung von Traditionen und die Erinnerung an die Geschichte fördere:

Dana Forišková  (Foto: Archiv der Stadt Příbor)
„Ich denke, dass die Expertenjury nicht nur die Kulturdenkmäler ehrte, die wir renoviert haben, sondern auch das gesellschaftliche Leben bewertet hat. Die Stadt hat manches veranstaltet, zum Beispiel das Besenwerfen, die Feier des Palmensonntags und das gemeinsame Pfefferkuchenbacken. Wir setzen uns für die Beteiligung aller hiesigen Vereine am kulturellen Leben der Stadt ein.“

Bereits zwei Mal stand die Stadt mit etwa 8500 Einwohnern im Finale des Wettbewerbs, für das Jahr 2015 holte sie endlich den Sieg. Mit der Auszeichnung hat sie auch ein Preisgeld von einer Million Kronen (rund 37.000 Euro) erhalten, das für weitere Renovierungen bestimmt ist.

„Der Bürgermeister und ich haben mehrere Ideen. Wir wollen zum Beispiel in die Instandsetzung der Orgel in der Kirche des hl. Valentin investieren. Diesem Plan muss aber noch der Stadtrat zustimmen.“

Die Auszeichnung wird seit 1994 von der Vereinigung historischer Orte Böhmens, Mährens und Schlesiens verliehen. In der engeren Auswahl standen in diesem Jahr neben Příbor noch Jičín / Jitschin und Litoměřice / Leitmeritz in Nordöhmen.

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