„Nico“ von Werner Fritsch erlebt tschechische Premiere

Werner Fritsch (Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Der deutsche Schriftsteller Werner Fritsch interessiert sich seit Jahrzehnten intensiv für Literatur und Film aus Tschechien. Genauso intensiv ist auch seine Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk. Am Dienstagabend überträgt der Kultursender des Tschechischen Rundfunks „Vltava“ die Erstausstrahlung seines Hörspiels „Nico – Sphinx aus Eis“ in tschechischer Übersetzung. Anlässlich der Premiere wurde der Autor vom Prager Goethe-Institut eingeladen, um in Form einer szenischen Lesung, begleitet von Film- und Hörspielausschnitten sein Werk zu präsentieren. Radio Prag hat Werner Fritsch am Vormittag vors Mikrophon gebeten.

Werner Fritsch (Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Herr Fritsch, der Tschechische Rundfunk sendet an diesem Dienstag die tschechische Premiere Ihres Stücks „Nico - Sphinx aus Eis“. Was fasziniert Sie an dem Schicksal von Nico?

„Es geht erstmal um Nico: Sie stammt aus Deutschland und gelangt dann über Coco Chanel, Alain Delon und Federico Fellini nach Amerika. Dort lernt sie Warhol kennen, Bob Dylan und The Velvet Underground. Der Hintergrund ist sozusagen: Ich habe gemerkt, dass es eine exemplarische deutsche Biographie gibt, die trotzdem viel über Europa und die Entwicklung von Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt.“

Foto: Verlag Suhrkamp
Das Stück wurde bereits in vielen Ländern der Welt aufgeführt. Wie kam es nun nach Tschechien?

„Hier wurde bereits eines meiner Hörspiele produziert: ‚Enigma Emmy Göring‘. Ich habe erst jetzt erfahren, dass es sogar den ‚Prix Bohemia Radio‘ im Jahr 2010 gewonnen hat. Außerdem war ich auf zwei internationalen Hörspielfestivals und habe mit meinem Hörspiel ‚Faust. Sonnengesang‘ dort zwei Preise gewonnen. Das hat natürlich auch das Interesse verschiedener Radioanstalten aus Europa geweckt, natürlich auch jenes des Tschechischen Rundfunks. Weiter habe ich auch ein Kurzhörspiel für den Tschechischen Rundfunk geschrieben und noch weitere, die gerade jetzt übersetzt werden. Es hat mich sehr gefreut, dass der Rundfunk nun auch ‚Nico‘ auf Tschechisch realisiert.“

Illustrationsfoto: Kristýna Maková
Haben Sie die tschechische Version bereits gehört?

„Ich habe es soeben als CD in die Hand gedrückt bekommen, aber noch keine Gelegenheit gehabt, es zu hören.“

Ist das Stück ein Monolog, oder treten mehrere Personen auf?

„Ich habe gehört, dass ‚Nico‘ in der tschechischen Version in mehrere Frauenrollen aufgespalten wird.“

Was steht jetzt in Prag noch auf dem Programm?

Film ‚Faust Sonnengesang‘
„Heute Abend zeige ich Ausschnitte aus meinem Film ‚Faust Sonnengesang‘ und höre dann in der Gesellschaft interessierter Leute und des Goethe-Instituts die Erstausstrahlung von ‚Nico – Sphinx aus Eis‘ auf Tschechisch."

Die Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk ist nicht der einzige Bereich, der Werner Fritsch mit Tschechien verbindet. Über seine Beziehung zum Land und zur tschechischen Literatur, aber auch über sein Hörspiel „Nico Sphinx aus Eis“ erfahren Sie mehr in der nächsten Ausgabe der Sendereihe „Heute am Mikrophon“ in einer Woche.