Mangel an Neubauwohnungen in Prag lässt Preise sprunghaft steigen
Wer in Prag eine Neubauwohnung möchte, der muss immer tiefer in den Geldbeutel greifen. Zu Ende Februar ist der Quadratmeterpreis im Jahresvergleich um 21,2 Prozent gestiegen. Durchschnittlich zahlte man 88.500 Kronen (3340 Euro) je Quadratmeter. Dies geht aus einer Studie der Unternehmensberater von Deloitte hervor.
Zu der Lücke ist es seit Anfang 2015 gekommen. Seitdem ist die Zahl der bezugsfertigen Neubauwohnungen in der tschechischen Hauptstadt um 40 Prozent gefallen. Laut dem Verband der Immobilien-Projektentwickler sind die steigenden Preise ein Abbild zweier Phänomene auf dem Markt. Zum einen ist bis zum vergangenen Jahr die Zahl der Hypotheken stark gestiegen, die Nationalbank hat risikohafte Anleihen nun aber verteuert. Zum anderen sagt Tomáš Kadeřábek vom Verband der Immobilien-Projektentwickler, es sei auf ein Ende der Devisenmarktinterventionen der Nationalbank spekuliert worden.
Die Interventionen sind seit Anfang April beendet, aber der Markt für Neubauwohnungen ist weiter angespannt: „Es ist wichtig zu betonen, dass in Prag ein kritisches Unterangebot an freien Wohnungen besteht“, so Kadeřábek. Und Miroslav Linhart von Deloitte ergänzt: „Nicht die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt ist unmäßig hoch, sondern das Angebot absolut nicht ausreichend.“ Im Januar und Februar dieses Jahres wurden in der 1,2-Millionen-Stadt nur 517 Neubauwohnungen angeboten.