Israels Staatspräsident Rivlin: Bin stolz, Gast in Prag zu sein

Reuven Rivlin (Foto: ČTK)

In dieser Woche war der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin zu Besuch in Tschechien. Die Gespräche mit den tschechischen Politikern drehten sich um Sicherheit und Demokratie. Daneben war auch der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ein Thema.

Reuven Rivlin  (Foto: ČTK)
Für Israel ist Tschechien seit langem einer seiner engsten Verbündeten. Dies wurde auch während Reuven Rivlins Staatsbesuchs in Tschechien deutlich. Das israelische Staatsoberhaupt sagte im Tschechischen Fernsehen:

„Wir sind wirklich historisch miteinander verbunden. Die moralische Überzeugung, dass Israel existieren muss und dass die Juden das Recht auf ihren Staat haben, teilen alle Tschechen. Diese Tatsache würdigen wir sehr und ich bin stolz, zu Gast in Prag zu sein.“

Israel-Reise von Präsident Václav Havel vor 25 Jahren  (Foto: YouTube)
Seit der historischen Israel-Reise von Präsident Václav Havel vor 25 Jahren handelte es sich nun um den bereits vierten Besuch eines israelischen Staatspräsidenten in Tschechien. Zu Beginn der Visite wurde Rivlin auf der Prager Burg von seinem tschechischen Amtskollegen Miloš Zeman empfangen. Dieser erklärte, er sei froh, den Präsidenten des Landes begrüßen zu können, das seine außerordentlich großen Sympathien genieße. Während des Treffens sprachen die beiden Staatsoberhäupter über die jüngste Serie von Attentaten auf die Israelis. Reuven Rivlin dazu:

Jerusalem
„Im Mikrokosmos Jerusalem wird die Fähigkeit der Juden und Araber erprobt, ob sie zusammen leben können. Wenn sie es in Jerusalem nicht schaffen, schaffen sie es vermutlich nirgendwo anders.“

Miloš Zeman äußerte sich zur aktuellen Sicherheitssituation:

„Es ist besonders wichtig, dass es einen bilateralen Dialog zwischen Israel und den gemäßigten Palästinensern von der Fatah-Bewegung gibt.“



Miloš Zeman in Terezín  (Foto: ČTK)
Thema zwischen den Staatspräsidenten waren zudem die Wirtschaftsbeziehungen, die sie ausbauen möchten. Viel Potenzial sehen beide im Bereich der hochentwickelten Technologien. In Prag unterzeichneten die Vertreter der Handelskammern der beiden Länder ein Memorandum, dass die Zusammenarbeit erleichtern soll.

Präsident Rivlin traf auch mit weiteren tschechischen Spitzenpolitikern zusammen. Er ehrte das Andenken der Holocaust-Opfer in der Gedenkstätte Terezín / Theresienstadt und fand Zeit für einen Spaziergang über die Prager Karlsbrücke. Zur Moldaustadt hat er eine besondere Beziehung. Einer seiner Vorfahren, Rabbi Rivlin, war am Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts Zeitgenosse des namhaften Rabbi Löw.

Demonstration für Israel  (Foto: Martina Schneibergová)
Dass die Worte über Tschechien als einem engen Verbündeten Israels keine leeren Floskeln sind, davon zeugte unter anderem eine Demonstration für Israel, die am vergangenen Sonntag auf dem Prager Wenzelsplatz stattfand. Rund 300 Menschen, darunter auch einige Holocaust-Überlebende machten dort auf die jüngste Welle von Angriffen auf Juden in Israel aufmerksam. Zu den Initiatoren der Kundgebung gehörte die Liga gegen Antisemitismus. Ihre Vorsitzende Věra Tydlitátová erklärte:

„Während die Attentate auf Charlie Hebdo eine Welle von Solidarität in der ganzen Welt geweckt haben, der sich Politiker und Medien angeschlossen haben, bleiben europäische Intellektuelle und politische Eliten gleichgültig, wenn es um Dutzende jüdische Opfer der Attentate in Israel geht. Hinzu kommen die skandalösen Boykotte israelischer Produkte, die nicht nur den jüdischen, sondern auch den arabischen Bewohnern Israels schaden. Wir bringen unsere Solidarität mit dem Staat Israel zum Ausdruck und appellieren an unsere Mitbürger, sich nicht zu einer antijüdischen Haltung manipulieren zu lassen. Angriffe auf Zivilpersonen in Israel sind Attentate auf die Menschlichkeit und sie betreffen jeden von uns.“