Ausstellung zum 400. Todestag von Rabbi Löw auf der Prager Burg eröffnet
Der sagenhaften Gestalt Golem verdankt er seine Popularität, dabei hat er ihn gar nicht geschaffen. Es geht um den Prager Rabbi Löw. Vor etwa 400 Jahren starb der jüdische Gelehrte und Philosoph, ihm zu Ehren wurde nun auf der Prager Burg eine Ausstellung eröffnet.
Kurator der Ausstellung ist Arno Pařík. Er erinnert daran, dass Rabbi Löw in einer Zeit gelebt hat, in der die Juden aus Spanien vertrieben wurden. Dieses und andere Ereignisse aus der damaligen, angespannten Zeit hätten Rabbi Löw zu zionistischen Gedanken geführt:
„Er schrieb darüber, dass es das natürliche Recht jedes Volks ist, einen Platz zu haben, an dem es lebt. Ein Volk zu vertreiben, sei unnatürlich und der Zustand der Vertreibung konnte nach Rabbi Löws Überzeugung nicht ewig dauern. Er glaubte fest daran, dass die Juden einmal nach Israel zurückkehren werden. Dieser Gedanke ist in seinen Schriften stark verankert.“
Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil steht der wirkliche Rabbi Löw im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Vermächtnis des namhaften Gelehrten sowie den Legenden über ihn. Dokumentiert wird dort auch die Entwicklung des jüdischen Ghettos und des jüdischen Friedhofs zu Rabbi Löws Zeiten.
Die Ausstellung über ihn mit dem Titel „Der Lebensweg“ ist in den Kaiserlichen Pferdeställen auf der Prager Burg bis 8. November zu sehen.







