Presseschau: Obamas Triumpf und Höllenbrand im Vietnamesen-Labyrinth

Barack Obama (Foto: ČTK)

Herzlich Willkommen zum Medienspiegel am Ende dieser Woche. Wir schauen nach Bremen, wo eine tschechische Journalistin seit mehreren Jahrzehnten beim Rundfunk arbeitet. Aber zunächst unser gewohnter Blick in die Tageszeitungen dieser Woche. Welche Themen standen ganz oben? Das Top-Thema war amerikanisch.

Barack Obama  (Foto: ČTK)
Alle tschechischen Tageszeitungen brachten in dieser Woche kaum etwas anderes auf ihren Titelseiten und in der Hintergrundberichterstattung als das Duell zwischen Barack Obama und John McCain bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl:

Die „Mladá fronta Dnes“ fragt kurz vor den US-Wahlen: „Obama oder McCain?“ Von Robert (Bobby) Holík, dem NHL-Eishockey-Star mit tschechischen Wurzeln bekam das Blatt schon eine Antwort: „Bobby Holík hat gewählt. McCain“. Die Gemeinde der amerikanischen Tschechen zeigte sich in ihrer Präferenz geteilt, wie die Zeitung herausfand: „Das Duell bringt Uneinigkeit unter den Tschechen in Miami – Ältere Generationen sind fast ausnahmslos auf McCains Seite. Die Jungen wollen den alten Knacker nicht wählen“, titelt die „Mladá fronta Dnes“.

John McCain  (Foto: ČTK)
Und wegen der Zeitverschiebung zwischen den USA und Europa kommen alle Zeitungen erst am Donnerstag mit der Schlagzeile. Die„Lidové noviny“: Obama ist da! Nun kommt die Veränderung“. Und die Wirtschaftszeitung „Hospodářské noviny“: „Die Veränderung namens Obama“. Das Titelblatt flankieren zwei riesige Fotos von Obama. In der Mitte eine Liste von „Changes“ in den verschiedenen Bereichen, und zwar unterteilt in Veränderungen für die USA und für den Rest der Welt. Von Finanzkrise über Irakkrieg bis hin zum geplanten US-Radar in Tschechien.

Brennender Markt in Prag  (Foto: ČTK)
Am Donnerstag kam es in Prag zu einem Ereignis, das selbst Barack Obama aus den Schlagzeilen katapultierte. Im Stadtteil Libuš stand der zweitgrößte Vietnamesen-Markt in Europa in Flammen. 350 Feuerwehrleute waren seit Mittwochnacht mehr als 16 Stunden im Dauereinsatz. Die „Mladá fronta Dnes“ schreibt: „Der Ort, an den sich selbst die Feuerwehr nicht traute“ Das Problem: Offiziell braucht man einen Gewerbeschein, um auf dem Markt tätig zu sein. In den letzten Jahren kam es aber zu Wildwuchs. Auch bautechnisch wurde das Areal zu einem riesigen Labyrinth kleiner Gänge zwischen den Marktständen. Auch die Feuerwehr wollte in keine Feuerfalle laufen. Große Teile Prags waren stundenlang in Rauchwolken gehüllt. Die Brandursache ist immer noch unklar.

Soweit der Presseeinblick. Im zweiten Teil unseres Medienspiegels hören Sie ein Gespräch mit Libuše Černá, einer Tschechin, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und als Redakteurin bei Radio Bremen arbeitet.

Eine Wiederholung aus dem Medienspiegel vom 4. Juli 2008.