Samhain: Böhmerwald-Kelten feiern das Neujahr
Jeder Tscheche glaubt, wenigstens ein paar Tropfen keltisches Blut zu haben. Kein Wunder also, dass an einigen Orten Tschechiens keltische Feiertage begangen werden. Im Böhmerwald-Ort Prášily / Stubenbach haben die Kelten vorige Woche ihr neues Jahr begrüßt.
„Samhain stand im Zeichen der Kommunikation mit den Vorfahren, das heißt mit den Seelen der Verstorbenen. Es wurden verschiedene Rituale eingehalten, die die Verbindung mit den Vorfahren herstellen sollten. An diesem Tag wurde auch das Vieh von der Weide in die Ställe getrieben und rituell gereinigt, damit es den Winter gut überstehen konnte.“
Václav Horák zufolge stützten sich die Keltoi-Mitglieder bei der Vorbereitung des Festes auf Fachliteratur, vor allem aber auf die Erkenntnisse der Archäologen. Mit ihnen arbeiteten sie auch an der möglichst originalgetreuen Rekonstruktion der Keltensiedlung. Bei der Vorführung des keltischen Handwerks weckte die Münzpräge das mit Abstand größte Interesse.„Mit den keltischen Münzen wurde einst in ganz Europa gezahlt, denn sie waren aus Gold und wurden nach römischem und griechischem Vorbild geprägt. Es geht um Statere, Tetradrachmen oder die so genannten ´Regenbogenschüsselchen´. Wir zeigen hier eben ein solches Regenbogenschüsselchen, das nach der Vorlage eines archäologischen Fundes von Stradonice / Stradonitz (Mittelböhmen) entstanden ist.“
Mit der feierlichen Begrüßung des keltischen Neujahrs wurde die Saison im Archäopark in Prášily für die Öffentlichkeit beendet. Die Keltoi-Leute arbeiten jedoch das ganze Jahr hindurch am Bau weiterer Häuser und einer Werkstätte, um den Besuchern im Frühjahr wieder ein neues Stück aus der Keltengeschichte zeigen zu können.
Fotos: Autorin














