Ausstellung in Kraliky: Arnost Hrad - Opfer der Ereignisse vom Herbst 1938
Als tschechoslowakische Militäranlage gegen Hitler-Deutschland wurde sie in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichtet - die Grenzbefestigung. Ein Gürtel von Bunkern um das Territorium der Tschechoslowakei zu schützen. In einem dieser Bunker unweit der ostböhmischen Stadt Kraliky / Grulich wurde am Samstag eine Ausstellung eröffnet. Sie schildert das Schicksal eines jungen Manns, der Opfer der tragischen Ereignisse nach dem Münchner Abkommen geworden ist.
"Warum ist Arnost Hrad für uns eine Persönlichkeit? Auf keinen Fall können Sie da etwas über Heldentum lesen. Seine Geschichte ist vielmehr die Geschichte eines gewöhnlichen Menschen, der sich für so einen Weg entschieden hatte."
Miloslav Macela vom Landkreisrat Pardubice ist selbst Historiker und räumte bei der Eröffnung der Ausstellung ein, dass die Geschichte leider selten spannend beschrieben wird. Aus dem Grund begrüßt er es, die Geschichte der Öffentlichkeit anhand des Schicksals eines einzelnen Menschen näher zu bringen:"Ich bin ein großer Anhänger davon, Geschichte auf diese Weise zu erzählen. Es gab damals mehrere solcher Fälle, aber das Schicksal von Arnost Hrad ist mit diesem Ort verbunden, weil er sich entschieden hat, hier sein Leben zu beenden."
Arnost Hrad wurde 1914 in Prag geboren. Sein Vater ist an der Front im Ersten Weltkrieg verschollen. Hrad war gelernter Kellner, entschied sich jedoch später für die Armee. Als das Grenzgebiet an Hitler-Deutschland abgetreten wurde, lehnte Hrad es ab, das Militärobjekt zu verlassen und hat sich erschossen, erzählt Richard Sicha:"Wir haben in den Dokumenten gefunden, dass sein Befehlshaber vorgeschlagen hat, seine Tat offiziell zu würdigen. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Aber die Militärbestattung von Arnost Hrad auf dem Friedhof im Prager Stadtteil Bohnice ist zu einer stillen Demonstration dagegen geworden, was damals geschehen ist."
Das Museum der tschechoslowakischen Befestigung, in dem die neue Ausstellung zu sehen ist, ist an Wochenenden von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Im Juli und August kann das Museum täglich besucht werden.










