Tschechische Forscher entwickeln Methode, um Mikroplastikpartikel in Gewebe nachzuweisen
Tschechische Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, um Mikroplastikpartikel im Tiergewebe zu entdecken. Diese wollen sie nun Lebensmittelproduzenten und staatlichen Behörden anbieten.
Forscher von der Mendel-Universität in Brno / Brünn suchen nach Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln. Dazu nutzen sie zwei Geräte, deren Entwicklung vor einigen Jahren mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde.
Sylvie Skaličková ist im Labor. Aus einer Gefrierbox holt sie kleine Päckchen, die in eine Alufolie eingewickelt sind. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks beschrieb sie die Versuchsanordnung:
„Dies sind Proben von Hühnerlebern. Die Hühner haben Futter erhalten, in das wir eine bestimmte Menge von Mikroplastikpartikeln gemischt haben. Unser Ziel ist es zu erforschen, ob und wie viele Partikel in die Leber gelangen.“
Dazu werden Proben der Leber entnommen, zerkleinert und zwei Tage lang mithilfe einer Lösung zerlegt. Jan Ježek arbeitet am Institut für Gerätetechnik der Akademie der Wissenschaften in Brünn. Er trägt einen Tropfen der getesteten Flüssigkeit auf ein Deckglas auf.
„Das Deckglas legen wir nun auf ein Gerät, das eine Kombination von Raman-Spektroskopie und optischer Pinzette ist“, sagt der Forscher.
Mit diesen beiden Methoden werden schon seit vielen Jahren Zellen und Bakterien erforscht. Wie Jan Ježek erläutert, haben seine Mitarbeiter und er das Gerät an das Messen von Mikro- und Nanoplastikpartikeln in Gewebeproben angepasst. Das Gerät wird eingeschaltet, und das Licht im Labor muss gelöscht werden. Dann wird ein Laserlicht auf feste Teilchen an einem Punkt konzentriert. Anschließend könne man mit dem Messen beginnen, so Ježek:
„An diesem Punkt bringt der Laser die Moleküle zum Schwingen, und jede Art von Molekülen vibriert anders. Wenn sie vibrieren, strahlen sie Licht von unterschiedlicher Wellenlänge aus. Das Licht wird anschließend vom Raman-Spektrometer gescannt.“
Auf diese Weise sei es gelungen, Moleküle von Polyethylen in der Probe zu finden. Es müssten jedoch noch viele weitere Tests durchgeführt werden, um dies bestätigen zu können, konkretisiert der Forscher.
Pavel Horký von der Mendel-Universität sagt, man wolle künftig nicht nur die Leber, sondern auch weitere Organe von Tieren erforschen.
„Die ersten Ergebnisse der jetzigen Tests könnten im Laufe der ersten Hälfte dieses Jahres zur Verfügung stehen. Anschließend möchten wir uns auch auf andere Nutztiere konzentrieren.“
Danach sollen auf dieselbe Weise noch Pflanzen erforscht werden. Beginnen wollen die Experten mit Weizen und Mais. Pavel Horký:
„In letzter Zeit gibt es immer mehr Beweise dafür, dass vor allem Nanoplastikpartikel unterschiedliche Entzündungen bei Menschen und Tieren hervorrufen. Aus dem Grund ist es wichtig, eine Methode zu haben, mit der Mikro- und Nanoplastikpartikel in Lebensmitteln und im Futter gefunden werden können.“
Laut den Forschern könnte die Methode in etwa zwei Jahren der Staatsverwaltung und den Produzenten zur Verfügung gestellt werden, um die Sicherheit von Lebensmitteln und Futter zu kontrollieren.









