Bierkultur Tschechiens in nationale Liste des immateriellen Erbes aufgenommen

Die Bierkultur der Tschechischen Republik ist neu in die nationale Liste des immateriellen Erbes aufgenommen worden. Kulturminister Martin Baxa (Bürgerdemokraten) überreichte am Donnerstag in Prag die entsprechende Urkunde an die Vertreter tschechischer Brauereien.

Tomáš Slunečko | Foto: Filip Nerad,  Tschechischer Rundfunk

Tschechien ist damit nach Deutschland und Belgien das dritte europäische Land, das seine Bierkultur als schützenswert erachtet. Die Aufnahme in die nationale Liste ist die Grundvoraussetzung, um einen Eintrag bei der Unesco als immaterielles Welt-Kulturerbe zu beantragen. Wie Tomáš Slunečko, geschäftsführender Direktor des Tschechischen Brauerei- und Mälzereiverbandes (ČSPS), bei der Entgegennahme der Urkunde sagte, sei genau dies auch das Ziel.

Insgesamt gibt es hierzulande über 550 Brauereien, der Sektor beschäftigt 65.000 Menschen. Laut dem Brauereiverband gehören zur tschechischen Bierkultur ebenso die vielen kleinen Dorfkneipen und die beliebten städtischen Trinkhallen sowie ihre Gäste. Minister Baxa sagte:

„Der Eintrag der Bierkultur in die nationale Liste ist ein klares Beispiel dafür, wie vielschichtig manche Phänomene des immateriellen Kulturerbes sind und dass sie eine große und bunte Gemeinschaft an Menschen erreichen.“

Martin Baxa überreichte den Vertretern von ČSPS eine Urkunde über die Eintragung der Bierkultur in Tschechien in die Liste der immateriellen Güter der traditionellen Volkskultur | Foto: Tschechisches Kulturministerium

Allgemein bezeichnen die Tschechen das Bier als ihr Nationalgetränk. Zahlreiche weltbekannte Brauereien haben ihren Sitz im Land. Und nicht zuletzt geht das Pilsner als Variante des modernen Lagerbiers auf die namensgebende westböhmische Stadt Plzeň / Pilsen zurück. Einen Unesco-Eintrag rund um das Thema gibt es ebenfalls schon: Die Hopfenlandschaft um Žatec / Saaz wurde vorvergangenes Jahr in die entsprechende Liste aufgenommen.

Auf die tschechische Liste des immateriellen Kulturerbes kamen im Übrigen am Donnerstag noch zwei weitere Phänomene: die Passionsspiele im südböhmischen Hořice / Höritz und die Herstellung der Formen für den Blaudruck.

Autor: Till Janzer | Quelle: ČTK
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