Nach Amoklauf von 2023: Deutsche wegen Verehrung des Schützen aus Tschechien ausgewiesen
Am Mittwoch vergangener Woche hat die Polizei im Gebäude der Philosophischen Fakultät an der Prager Karlsuniversität eingegriffen. Zwei Personen wurden dort festgenommen, die sich ungewöhnlich verhalten hatten.
Der aktuelle Einsatz der Polizei hing mit den schlimmen Begebenheiten vom Dezember 2023 zusammen. Damals hatte ein Student der Fakultät bei einem Massaker 14 Menschen getötet und 25 weitere Personen verletzt, zuvor ermordete er noch seinen Vater sowie einen unbekannten Mann und ein Baby am Stadtrand von Prag. Kurz nach dem Anschlag an der Universität beging er dann Selbstmord.
Am vergangenen Mittwoch bekam die Polizei die Meldung, dass sich im Gebäude zwei Personen befänden, die die Taten des Mörders nicht nur billigten, sondern offensichtlich feierten. Bei der einen handelt sich um eine 24-jährige Frau aus Deutschland. Begleitet wurde sie von einem Mann, dessen Identität nicht veröffentlicht wurde und der im Nachgang auch nicht angeklagt wurde.
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Die deutsche Staatsbürgerin ist nach Medienberichten fasziniert von dem Schützen. So habe sie in der Vergangenheit auf Social Media ein Foto von sich geteilt, auf dem sie sein Bild in der Hand hält, oder ein Video von einem Schießstand, auf dem sie eine ähnliche Waffe wie die des Mörders benutzte. Darüber hinaus soll sie die Mutter des Schützen besucht und um eine Sache aus dessen Besitz gebeten haben. Nun hat die Frau die Gedenkstätte im Gebäude der Philosophischen Fakultät besucht, die an die Opfer erinnert, und danach vor Ort ein Video gedreht, um ihre Bewunderung für den Mörder zum Ausdruck zu bringen. Sie soll aber auch etwa mit Blut eine Inschrift an die Wand geschrieben haben. Eines der Bilder, die die Frau aus dem Fakultätsgebäude postete, deutet auf einen rechtsextremistischen Bezug hin. So zeigt die Aufnahme laut tschechischen Medien die junge Deutsche dabei, wie sie mit den Fingern der linken Hand die „White Power“-Geste formt.
Die Frau und ihr Begleiter wurden am Mittwoch vergangener Woche festgenommen. Die Sprecherin des Gerichts im ersten Prager Stadtbezirk, Eva Švíglerová, sagte dazu gegenüber dem Tschechischen Rundfunk:
„In der Angelegenheit fand ein Schnellverfahren statt. Die angeklagte Staatsbürgerin der Bundesrepublik Deutschland wurde für schuldig erklärt. Der Strafbefehl wurde am Freitag, den 13. Juni, rechtskräftig. Der Verurteilten wurde angeordnet, sofort aus der Tschechischen Republik auszureisen.“
Die Frau wurde schuldig befunden, ein Verbrechen gebilligt zu haben. Das Gericht verurteilte sie zu einer dreimonatigen Haftstrafe, die auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem wurde sie mit sofortiger Wirkung für fünf Jahre aus Tschechien ausgewiesen.








