Langzeitforschung im Zoo Ostrau deckt große Artenvielfalt von Nachtfaltern auf

Cydalima perspectalis (Buchsbaumzünsler)

Bei einem zweijährigen Forschungsprojekt im Zoo von Ostrava / Ostrau konnten 35 Arten von Nachtfaltern identifiziert werden. Einige gehören sogar zu den seltenen Spezies.

Das Areal des Zoos biete gute natürliche Bedingungen für frei lebende Tiere und wild wachsende Pflanzen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Wochenende. So seien bereits das Vorkommen von Libellen oder von Fledermäusen vor Ort näher erforscht worden. In den vergangenen zwei Jahren hätten sich die Beobachtungen nun auf die Gruppe der Nachtfalter konzentriert.

In Tschechien gibt es rund 1100 Arten von Nachtfaltern. Weiter erläutert Marie Hánová von der Naturschutzabteilung des Tierparks:

Schmetterlinge ans Licht locken | Foto: Marie Hánová,  Zoo Ostrava

„Schmetterlinge gehören zu den stark gefährdeten Tieren. Ihre Artenvielfalt kann ein Indikator für die Qualität der jeweiligen Umgebung sein. Während uns die Arten der Tagfalter im Zoo sowie im Botanischen Garten von Ostrau weitestgehend bekannt sind, war den Nachtfaltern bisher nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt worden.“

Die interessanteste Entdeckung der Forscher sei der Falter Cyclophora albiocellaria, führt Zoo-Sprecherin Šárka Nováková aus:

„Dieser Schmetterling aus der Familie der Spanner lebt gewöhnlich in den warmen Gebieten Südosteuropas und Asiens. In Tschechien kommt er nur selten vor, und das vor allem in Südmähren.“

Cyclophora albiocellaria | Foto: Marie Hánová,  Zoo Ostrava

Weniger erfreut ist das Forschungsteam jedoch von der registrierten Menge der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis). Diese hübsche, aber invasive Art sei wahrscheinlich durch importierte Pflanzen aus Südostasien eingeschleppt worden, schildert Nováková. Ihren Worten zufolge lebt der Falter mittlerweile in ganz Tschechien und ist vor allem ein Schädling für Buchsbäume.

Lithosia quadra | Foto: Marie Hánová,  Zoo Ostrava

Die Beobachtung der Nachtfalter soll im Zoo von Ostrau auch in der kommenden Saison weitergeführt werden. Laut Nováková ist es wichtig, dabei alle Jahreszeiten und alle Biotope abzudecken, da manche Arten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr auftreten.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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