Hieronymus von Prag: Der Mann, der Hus helfen wollte – und selbst auf dem Scheiterhaufen landete

Vor 610 Jahren starb der böhmische Philosoph und Universitätsgelehrte Hieronymus von Prag. Er wollte in Konstanz seinen Freund Jan Hus unterstützen, wurde aber festgenommen und sollte seine Ansichten wiederrufen. Weil er sich aber erneut zu Hus’ Lehre bekannte, wurde er hingerichtet.

Hieronymus von Prag | Quelle: e-Sbírky,  Národní muzeum - Královská kanonie premonstrátů na Strahově,  CC BY-NC-ND 4.0 DEED

Hieronymus von Prag war eine der führenden Persönlichkeiten der böhmischen Reformationsbewegung zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Um 1367 geboren, war er später ein gebildeter Philosoph und lehrte an den Universitäten von Paris, Heidelberg und Köln. Hieronymus gehörte zum Kreis der Anhänger des Predigers Jan Hus, der die Verhältnisse in der katholischen Kirche kritisierte. Als Hus 1414 vor ein Kirchengericht in Konstanz bestellt und ins Gefängnis gesteckt wurde, machte Hieronymus sich auf, um den Angeklagten zu unterstützen. Hus wurde aber 1415 als Häretiker zum Tode verurteilt.

Bei der Rückkehr nach Böhmen wurde Hieronymus gefangengenommen und zurück nach Konstanz gebracht. Fast ein Jahr musste er hinter Gitter verbringen. Unter Folter wiederrief er seine Ansichten, später bezeichnete er dies jedoch als Fehler und bekannte sich erneut zu Hus – und damit bestimmte er sein Schicksal.

Am 30. Mai 1416 wurde Hieronymus von Prag als Ketzer verurteilt und an derselben Stelle bei lebendigem Leibe verbrannt, an der rund ein Jahr zuvor Jan Hus gestorben war.

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