Sicher baden und wandern in Tschechien: Rettungskräfte sind bereit für die Saison

Wasserrettungsdienst ČČK Prag

Die Badesaison geht los. Die Wasserwacht im Naherholungsgebiet Slapy ist bereit für ihre Einsätze. Und auch die Bergwacht im Böhmerwald hat die nötigen Trainings absolviert, um für die Touristen da zu sein.

Seit Montag ist die Flusswacht wieder häufiger auf dem Moldau-Stausee Slapy im Einzugsgebiet von Prag unterwegs. Denn jetzt gelten erneut die Schifffahrtsregeln für die Sommersaison. So müssen Boote und Schiffe an Stellen, wo auch gebadet wird, langsamer fahren. David Bernard ist Leiter der Wasserpolizei Slapy und erläutert:

Flusspolizei Slapy | Foto: Věra Hájková,  iROZHLAS.cz

„Wie im vergangenen Jahr auch ist zwischen dem Damm des Stausees Slapy und dem Freizeitzentrum Měřín nur die Verdrängerfahrt erlaubt. Von dort bis zur Brücke bei Živohošť ist dann die schnellere Gleitfahrt möglich. Und hinter der Brücke bis Kilometer 116 darf es wieder nur in Verdrängerfahrt vorwärtsgehen.“

Gerade kleinere Motorboote oder Jetskis sind allerdings oft schneller unterwegs als erlaubt. Werden sie erwischt, gebe es Strafzettel, so Bernard:

„Letztes Jahr haben wir rund 130 Strafmaßnahmen angewendet. Meist handelte es sich um die Missachtung der Schifffahrtszeichen. Und am zweithäufigsten kam vor, dass der Steuermann nicht die nötigen Papiere zum Fahren eines Bootes hatte.“

Nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in den Mittelgebirgen Tschechiens kommt es bei Sommerausflügen immer wieder zu Unfällen. So kann etwa die Technik versagen. Die Bergwacht im Böhmerwald trainierte noch bis vor kurzem den Rettungseinsatz an einer Seilbahn für den Fall, dass diese ungeplant stehenbleibt...

Evakuierung vom Sessellift

Václav Kouba steht auf halber Strecke auf dem Hang, der im Winter als Abfahrtspiste zum Skiareal Zadov gehört. Er sichert seinen Kollegen, der über ihm am Sessellift hängt und die Evakuierung der Passagiere übt. Kouba sagt:

Seilbahn im Skigebiet Zadov | Illustrationsfoto: Kristýna Barchini,  Tschechischer Rundfunk

„Diesen Rettungseinsatz trainieren wir sowohl vor der Sommer- als auch vor der Wintersaison. Genauso müssen die ehrenamtlichen Mitglieder des Teams diese Übung mindestens einmal im Jahr absolvieren.“

Der stellvertretende Leiter der Böhmerwald-Bergwacht, Josef Tischler, war diesmal in der Rolle des feststeckenden Passagiers dabei. Das Team würde zudem noch andere Szenarien durchspielen, betont Tischler – so etwa die Rettung eines Gleitschirmfliegers aus einer Baumkrone:

„Man kennt das – sie fliegen los, es zieht schlechtes Wetter auf, und der Wind weht stark. Ein Paraglider kann dann im Baum landen und die Person schlimmstenfalls nur an einem Seil hängen bleiben. Auch darauf können wir natürlich reagieren. Dann klettern wir hoch und holen sie herunter.“

In den Sommermonaten wird die Bergwacht im Böhmerwald dutzende Male pro Woche gerufen. Und am Stausee Slapy sind auch Badeunfälle keine Seltenheit. Darum ist die Flusswacht gemeinsam mit den Rettungskräften zu Informationsveranstaltungen vor Ort. Eine Kindergartengruppe und Schüler aus der Nähe warten am Ufer gerade darauf, dass die Streife anlegt. Und schon dürfen die Kleinen in das Boot der Wasserrettung steigen.

Foto: Věra Hájková,  iROZHLAS.cz

Bis zu 200 Verletzungsfälle pro Saison

Wie viele Menschen die Besatzung schon gerettet habe, will dieses Kind wissen, und Radek Skoták vom Einsatzteam antwortet:

„Jedes Jahr haben wir 180 bis 200 Fälle, bei denen wir Verletzten helfen. Wenn man bedenkt, dass wir nur 13 Wochen lang im Einsatz sind, dann ist das schon ziemlich viel.“

Foto: Vodní Záchranná Služba ČČK Praha

In diesem Jahr lenkt eine spezielle Aufklärungskampagne der Wasserrettung die Aufmerksamkeit auf das Thema Alkoholkonsum und Badevergnügen. Teammitglied Vladimír Staroba begründet:

„In der Tat, Alkohol spielt bei unseren Einsätzen generell eine große Rolle. Denn Alkoholeinfluss verringert einfach die motorischen Fähigkeiten. Darum fallen die Menschen leichter hin oder rutschen aus.“

Den Kindern und Jugendlichen rät Staroba vor allem, erst einmal die Bedingungen im Wasser zu überprüfen, bevor sie zu akrobatischen Sprüngen in den See ansetzen.

Autoren: Daniela Honigmann , Věra Hájková , Kristýna Barchini | Quelle: Český rozhlas
schlüsselwörter:
abspielen

Verbunden