Neues Nationales Onkologiezentrum in Prag eröffnet: Spitzenmedizin unter einem Dach
In Prag wurde am Mittwoch das neue Nationale Onkologiezentrum feierlich eröffnet. Die Einrichtung ist Teil des Universitätsklinikums Motol und Homolka. In dem modernen Komplex werden die Patienten sämtlichen Service an einem Ort vorfinden. Seine Errichtung kostete knapp fünf Milliarden Kronen (210 Millionen Euro).
„Der Status eines Nationalen Zentrums ermöglicht uns, seltene Tumore sowie weniger alltägliche und hochspezialisierte Fälle zu betreuen. Unser Anspruch ist es, sowohl die onkologische Grundversorgung als auch die absolute Spitzenmedizin abzudecken.“
Soweit der leitende Arzt des neuen Nationalen Onkologiezentrums in Prag, David Feltl. In der Einrichtung haben bereits die Ambulanzen ihren Betrieb aufgenommen. Feltl erläutert deren Konzept:
„Die Idee dahinter ist ein interdisziplinärer Ansatz, wobei die onkologische Klinik dominiert. Es entstehen hier jedoch auch Ambulanzen anderer Fachrichtungen – vertreten sind die Chirurgie, Rehabilitation, Gefäßzugänge und im Grunde alles, was ein Patient mit einem bösartigen Tumor benötigt.“
Interdisziplinäre Versorgung und feste Anlaufstellen
Für chirurgische Eingriffe dienen drei Operationssäle. Feltl fügt hinzu:
„Einer ist für Hauttumore vorgesehen, während die beiden anderen interdisziplinär genutzt werden. Das bedeutet, dass hier jeden Tag Eingriffe aus unterschiedlichen chirurgischen Fachbereichen stattfinden.“
Teil des neuen Onkologiezentrums ist auch die Diagnostik. Bereits in Betrieb sind zwei Magnetresonanztomographen und zwei CT-Geräte. Der Chef-Arzt:
„Sinn und Zweck dieses Zentrums ist es, die Versorgung unter einem Dach zu bündeln. So verliert sich der Krebspatient nicht im System, sondern findet einen schnellen Weg zu Diagnose, Behandlung, Informationen, unterstützender Therapie und allem, was zu einer modernen Onkologie gehört. Großen Wert legen wir zudem auf die Prävention sowie auf Angebote, die in der aktuellen Onkologie mancherorts noch fehlen.“
Eine onkologische Tagesklinik, drei Operationssäle, CT-Geräte sowie MRT-Geräte und auch sechzig Betten stehen den Patienten zur Verfügung. Stationsschwester Monika Burešová beschreibt:
„Die einzelnen Zimmer sind komplett ausgestattet mit modernste Betten, Technik und Infusionspumpen. Die Patienten genießen mehr Privatsphäre, da sie maximal zu zweit auf dem Zimmer liegen. Sie haben ein eigenes Bad mit Toilette, und in den Zimmern ist im Grunde alles vorhanden, was sie brauchen.“
Schnellere Diagnosen für steigende Patientenzahlen
In der Klinik arbeitet auch die Koordinatorin für onkologische Versorgung, Simona Juzová:
„Ich bin hier zwar vorerst allein tätig. Aber in Zukunft werden wir sicherlich mehr sein, da diese Koordinierung meiner Meinung nach für die Patienten wirklich sehr wichtig ist. So haben sie jemanden, an den sie sich wenden können. Ich versuche, ihnen den Weg zu erleichtern und für sie einen zeitnahen Untersuchungstermin zu vereinbaren, damit die Behandlung oder gegebenenfalls die Operation so schnell wie möglich beginnen kann.“
Nach den Daten des Nationalen Onkologieregisters gab es in Tschechien im Jahr 2024 fast 70.000 neue Krebspatienten. Laut dem Vorsitzenden der Tschechischen Gesellschaft für Onkologie, Igor Kiss, werden die Fallzahlen auch in Zukunft weiter steigen:
„Die Aufstockung der Kapazitäten wird helfen. Prag und der Kreis Mittelböhmen sind die bevölkerungsreichsten Regionen des Landes. Aufgrund der alternden Bevölkerung ist gerade hier mit der größten Zunahme an Krebsneuerkrankungen zu rechnen.“
Dank des neuen Zentrums dürfte die Universitätsklinik Motol und Homolka künftig bis zu 40 Prozent mehr Krebspatienten versorgen können.







