Obstbauern bilanzieren: Gutes Ernteergebnis, wenig Gewinn

Foto: Kristýna Maková

Die tschechischen Obstbauern haben die Ernte im vergangenen Jahr bilanziert. Eingefahren wurde das beste Ergebnis seit 2009, insgesamt gaben Feld, Strauch und Baum 152.460 Tonnen her. Dies sind 2,2 Prozent mehr als 2013. Trotz der Zufriedenheit über die Menge sind die Obstbauern aber unzufrieden. Grund ist der Preisverfall seit dem russischen Embargo gegen die EU. Dies gab der Vorsitzende des Obstbauernverbandes, Martin Ludvík, bei einer Fachmesse in Hradec Králové / Königgrätz bekannt.

Martin Ludvík (Foto: Šárka Ševčíková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Die tschechischen Landwirte bauen an Obstsorten vorrangig Äpfel an, insgesamt wurden davon im vergangenen Jahr 130.900 Tonen eingefahren. Entsprechend hoch liegt ihr Anteil am Export. Laut Ludvík sind bei dieser Hauptausfuhrware jedoch die Preise um ein Viertel gefallen. Dies entspräche einem Umsatzausfall von etwa 300 Millionen Kronen (10,7 Millionen Euro). Der Verbandschef sprach daher von einer Preiskrise auf dem europäischen Markt.

Auch für die nächste Zeit sieht Martin Ludvík keine Chancen auf eine Änderung. Die insgesamt gute Ernte in der EU von zwölf Millionen Tonnen Äpfeln werde den Markt weiter unter Druck setzen.

Foto: Kristýna Maková
Bereits jetzt haben einige Obstbauern in Tschechien wegen des Preisverfalls ihr Personal reduzieren müssen. So zum Beispiel die Genossenschaft Dolany in Ostböhmen, die zu den größten Betrieben der Branche hierzulande gehört. Laut Genossenschaftsleiter Jiří Fišer beschäftige der Betrieb nur noch 70 anstatt zuvor 100 Angestellte.

Die gesamte Anbaufläche für Obst liegt in Tschechien bei über 17.500 Hektar. Inklusive der Saisonarbeiter bietet die Branche rund 5000 Menschen Beschäftigung.

Autor: Till Janzer
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