Pavel Bobek begeisterte als volksnaher Country-Sänger

Pavel Bobek (Foto: YouTube)

In den 1970er und 80er Jahren waren Karel Gott oder Václav Neckář die Superstars unter den Pop-Sängern der damaligen Tschechoslowakei. In der Publikumsgunst aber stand ihnen ein volksnaher Country-Interpret in nichts nach: Pavel Bobek. Vor elf Tagen ist er im Alter von 76 Jahren verstorben.

Pavel Bobek (Foto: YouTube)
Wie kein Zweiter hat Pavel Bobek das Genre des Countrys hierzulande salonfähig gemacht, wobei ihm zugute kam, dass er internationale Hits auf Tschechisch sang. Oder besser gesagt: Singen musste, denn die Kommunisten hatten englische Texte verboten. Dabei hätte Bobek durchaus Englisch singen können, zumal er seine Karriere Ende der 50er Jahre in der Uni-Band Faps mit dem Rock ´n´ Roll begann. Ab 1963 trat er zwei Jahre als Solointerpret der hierzulande populären Rockgruppe Olympic auf. Seine erfolgreichste Schaffensphase hatte er jedoch ab 1966 mit dem Country Beat. Songs wie „Sunday Mornin´ Comin´ Down“, also der Sonntagmorgen, oder „Take Me Home Country Roads“, den er mit dem tschechischen Text „Veď mě dál, cesto má“ interpretierte, gehörten auch in der Tschechoslowakei zu den Rennern.

Foto: Supraphon
Auf Bobeks 2007 erschienenen Doppel-CD „Antologie“ sind auch schöne Balladen wie „Vincent“ oder „Venezuela“ zu hören. Sein tschechischsprachiger Hit „Nedělní ráno“ war 1973 wochenlang in den Top 10 der führenden tschechoslowakischen Plattenfirma Supraphon. Weil Supraphon ihm trotz seiner Erfolge jedoch nicht die Produktion eines eigenen Albums anbot, wechselte Bobek 1975 zur Konkurrenzmarke Panton. Dort brachte er auch die meisten seiner eigenen Kompositionen heraus, wie zum Beispiel den Titel „Tam v dálce, tam v horách“.

Pavel Bobek hat vor kurzem die Bühne des Lebens für immer verlassen. Zu Lebzeiten hat er unter anderem den Titel „Tak já se loučím“ (Dann werde ich Abschied nehmen) gesungen. Dank seiner vielen populären Lieder aber wird er den tschechischen Musikfans immer in guter Erinnerung bleiben.

Autor: Lothar Martin
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