Prager Nationalgalerie veranstaltet letzte Ausstellung auf Schloss Zbraslav

r_2100x1400_radio_praha.png

Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise sind auch in Tschechien allgegenwärtig. Das kleine Wort „sparen“ wird groß geschrieben, und das auch in der Kultur. Auch deshalb wird Schloss Zbraslav in den nächsten drei Monaten ein letztes Mal als Ausstellungsort genutzt.

Zu den Klängen japanischer Folklore wurde am zurückliegenden Samstag auf Schloss Zbraslav die Ausstellung „Japanische Landschaftsvisionen“ eröffnet.

„Es ist eine Ausstellung, die aus den Sammlungen der Prager Nationalgalerie und des Náprstek-Museums zusammengestellt wurde. Sie umfasst etwa 150 Exponate der japanischen Landschaftsmalerei“,

erläuterte Helena Honcoopova, die Direktorin für orientalische Sammlungen der Nationalgalerie, den rund 300 Gästen der Vernissage. Und Markéta Hánová, die Autorin der Ausstellung, fügte ergänzend hinzu:

„Aus den uns zugänglichen Werken zeigen wir jene Exponate, die die wichtigsten Themen und die ästhetischen Prinzipien der japanischen Landschaftsmalerei illustrieren.“

Die Ausstellung wird genau 100 Tage dauern. Dies ist symbolisch gemeint: Es sollen die letzten 100 Tage sein, in denen man eine Ausstellung der Nationalgalerie in den Räumen von Schloss Zbraslav bewundern kann. Helena Honcoopová nennt die Gründe:

„Nach 20 Jahren relativer Prosperität befinden wir uns jetzt, wie Sie wissen, in einer Phase der politischen und wirtschaftlichen Krise. Mehr denn je braucht die Nationalgalerie für ihre Veranstaltungen eine große Zahl von Besuchern. Deswegen haben wir beschlossen, Schloss Zbraslav als Veranstaltungsort aufzugeben. Unsere Ausstellungen wurden hier, mit Ausnahme von Vernissagen, leider oft nur von sehr wenigen Leuten besucht.“

Bis zum Nationalfeiertag am 6. Juli haben Interessenten also noch die Möglichkeit, das im Moldautal am Prager Stadtrand gelegene Schloss Zbraslav als Gäste einer Ausstellung zu besuchen. Danach soll hier die historische Bibliothek des Nationalmuseums untergebracht werden. Die Nationalgalerie plant jedoch im Gegenzug einen Ausstellungsraum im Stadtzentrum zugänglich zu machen: Ab Dezember will sie das Kinský-Palais auf dem Altstädter Ring für ihre Veranstaltungen nutzen.

Autor: Lothar Martin
schlüsselwort:
abspielen