Premysliden hatten Spürsinn für Stadtgründungen

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Eine Diskussion über den aktuellen Stand der tschechischen Städte anzuregen war das Ziel einer Konferenz, die unter dem Titel "Urbes 2006" vorige Woche in Prag veranstaltet wurde. Auf der Tagung wurde auch an die historische Tradition erinnert, die mit den Premysliden verbunden ist. Mehr von Martina Schneibergova.

Der vollständige Titel der Tagung lautete "Urbes 2006 - die Entwicklung der Städte im Zeichen der Premyslidentradition". Der Hinweis auf die Premysliden war dabei keine Phrase, denn Dutzende von Städten, die von dieser ältesten böhmischen Herrscherdynastie gegründet wurden, leben und entwickeln sich bis heute - oft mehr als tausend Jahre lang. Der Historikerin Martina Vesela zufolge waren die Premysliden nicht nur einzigartig darin, wie sie von der kleinen Burgstätte in Levy Hradec aus ein Imperium aufgebaut haben, das von der Ostsee bis zum Mittelmeer reichte.

Premysl Otakar II.
"Für Böhmen, Mähren und Schlesien war die Tatsache wichtig, dass die Premysliden die Grundlage für die Siedlungsstruktur geschaffen hatten. Sie suchten die für Stadtgründungen geeigneten Orte sehr geschickt aus. In der Form, wie sie einst von den Premysliden geschaffen wurde, nutzen wir die Siedlungsstruktur bis heute."

Die Städte sind im Mittelalter aus verschiedenen Gründen entstanden. Einer der wichtigsten Gründe war die Kolonisierung. Die bis zu der Zeit nicht besiedelten Gebiete wurden vorwiegend von einer deutschen Bevölkerung besiedelt. Die Historikerin sieht noch eine andere Ursache für die Entstehung einer neuen Stadt:

"Ein weiterer Beweggrund war die Erweiterung des Machteinflusses - wie z. B. im Falle von Ceske Budejovice / Budweis, das als eine Stadt im Zentrums des Machtbereichs des Adelsgeschlechts der Vitkovci / Witigonen gegründet wurde. Damit hatte König Premysl Otakar II. einen Stützpunkt für die Erweiterung seines Einflusses auf diese Region."

Zur Konferenz "Urbes 2006" wurden vor allem die neuen Stadtvertreter eingeladen, die vor etwa einem Monat bei den Kommunalwahlen gewählt wurden. Die historischen Wurzeln ihrer Städte inspirierten die Konferenzteilnehmer zu Diskussionen über die Revitalisierung der Städte, den Lebensstil sowie die Lebensqualität der Bewohner. Aufmerksamkeit wurde Bemühungen darum geschenkt, dass historische Siedlungen nicht zu kommerziell genutzten Freilichtmuseen werden. "Urbes 2006" ist ein Pilotprojekt, das unter anderem Kommunalpolitikern Anregungen und Informationen bieten soll, die sie bei ihren alltäglichen Entscheidungen nutzen können.