Roma in Grenzgebieten, Finanzierung der KW und Radio-Prag-Livestream

Foto: Jana Šustová

Wieder sind zwei Wochen vergangen. Es ist also erneut Zeit für Ihre Rubrik, Zeit für das Hörerforum. Diesmal erfahren Sie unter anderem, wie es mit der Ansiedlung der Roma in den tschechoslowakischen Grenzgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg gelaufen ist. Zudem kommen wir noch einmal auch auf das Thema „Radio Prag live im Internet-Radio“ zurück.

Foto: Archiv Radio Prag
Hallo und herzlich Willkommen zum Hörerforum! Wieder einmal möchten wir vielen Dank sagen für Ihre Briefe, Postkarten und E-Mails. Wir werden daraus auch gleich zitieren. Beginnen wollen wir aber, wie es in der ersten Sendung jedes Monats üblich ist, mit unserer Quiz-Frage. Die richtige Antwort im Monat Mai war diesmal eine Zahl: die Nummer 57. So viele Metrostationen gibt es nämlich gegenwärtig in Prag. Unter denjenigen, die richtig geantwortet und einen Sachpreis gewonnen haben, war auch Erika Schürmann aus Deutschland. Und nun haben Sie wieder eine Möglichkeit, Ihr Wissen über die Tschechische Republik zu testen. Die Preisfrage dieses Monats lautet:

Foto: Jan Žáček, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Im Juni dieses Jahres feiern die tschechischen Pfadfinder ein rundes Jubiläum. Vor wie vielen Jahren entstand ihre Organisation?

Ihre Antworten schicken Sie bitte bis Ende dieses Monats an cr@radio.cz.

Das Wetter ist derzeit recht sommerlich, obwohl wir auf den kalendarischen Sommer eigentlich noch bisschen warten müssen. Für manche von Ihnen aber hat die Urlaubszeit bereits begonnen. Dennoch haben Sie uns auch in den vergangenen zwei Wochen wieder Briefe, Postkarten und E-Mails gesendet. Vielen Dank dafür! Einige von Ihnen haben uns sogar Post aus ihren Urlaubsorten geschickt. So ist unter anderem eine Ansichtskarte vom Küstenstrand bei uns eingegangen. Sie wurde von Klaus Köhler aber nicht aus Probstzella, sondern aus der Türkei abgeschickt:

Illustrationsfoto: Jana Šustová
„Liebe Redaktion,

herzliche Grüße aus der sonnigen Türkei sendet Ihnen Familie Köhler. Das Hotel liegt hier in Side inmitten eines idyllischen Pinienwaldes, einfach zauberhaft!“

Nicht auf den Urlaub, sondern auf unsere Sendungen und auf das Leben in Tschechien, beziehen sich Anmerkungen von Udo Becker aus Kurtscheid:

„Im Kapitel aus der tschechischen Geschichte war davon die Rede, dass ein großer Teil der 'Rückkehrer' in die Gegend von Cheb verbracht worden war. Hat es sich dabei auch um Angehörige der Roma-Bevölkerungsgruppe gehandelt? Mir war bei einem meiner Besuche in Cheb im Zug eine größere Gruppe Roma aufgefallen, die sich zwar in Ungarisch unterhielt, aber in der angesprochenen Region Rumäniens recht verbreitet ist. Oder war das nur ein Zufall und es hat sich da eher um aus Ungarn zugewanderte Roma gehandelt?“

Roma in Cheb (Foto: ČT24)
Es ist schwierig, auf Ihre Frage bezüglich einer konkreten Gruppe zu antworten. Allgemein aber lassen sich gewisse Daten feststellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Zusammensetzung der Roma auf dem Gebiet der Tschechoslowakei radikal verändert. Vor dem Krieg lebten in Tschechien die böhmisch-mährischen Roma und die deutschen Sinti sowie auf dem Gebiet der Slowakei die slowakischen und die ungarischen Roma. Auf dem ganzen Territorium wanderten dazu Gruppen der Walachen beziehungsweise Vlachen-Roma. Die böhmisch-mährischen Roma und die deutschen Sinti sind im Zweiten Weltkrieg zum Großteil umgekommen. Nach dem Krieg zogen viele Roma aus der Slowakei in den böhmischen Landesteil und ließen sich vor allem in den früher von der deutschen Bevölkerung bewohnten Grenzgebieten nieder. Nach dem Verbot des Nomadenlebens im Jahr 1959 kamen auch die Walachen zur Ruhe und blieben in Böhmen. Bei der Gruppe, die Sie in Cheb getroffen haben, hat es sich daher höchstwahrscheinlich nicht um Re-Emigranten gehandelt, sondern um slowakische, ungarische beziehungsweise walachische Roma, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Slowakei kamen und die böhmischen Grenzgebiete besiedelten.

Soweit die Antwort zum Thema die Roma in Cheb. Herr Becker schreibt in seiner E-Mail des Weiteren:

„Zum Abschluss noch eine kurze Anmerkung zum Thema Radio auf KW. Für mich persönlich war der Empfang via Radio 360 zwar weniger berauschend, andererseits haben sich viele Hörer doch darüber gefreut und waren zum Teil mangels Alternativen auch darauf angewiesen. Hätte man da die durch die Einstellung von WRN Deutsch freigewordenen finanziellen Ressourcen nicht auf irgendeine Art nutzen können?“

Foto: Hohum, Wikimedia CC BY-SA 3.0
Leider nicht, Herr Becker. Das Programm von WRN Deutsch wurde nicht aus den Mitteln finanziert, die unserem Sender zur Verfügung stehen. Es war eine Sache von WRN, und nicht die von Radio Prag. Die Ersparnisse, die man durch die Einstellung der deutschsprachigen Sendungen erzielt hat, können also unsererseits zu keinem Zweck, auch nicht zur Finanzierung der Kurzwelle genutzt werden. Aus Kurtscheid erreichte uns zudem noch eine dritte Frage:

„Mir fällt noch etwas zum Thema EU ein: Wie steht man in der Tschechischen Republik zu dem von der EU-Kommission zwar offiziell (noch) dementierten, aber aus relevanten Quellen kolportierten, geplanten Verbots des Ausschanks von Bier in Steinkrügen?“

Foto: Archiv Radio Prag
Ehrlich gesagt, Herr Becker, dies ist hierzulande kein Thema. Denn es gibt in Tschechien keine starke Tradition des Bierausschanks in Steinkrügen. Das Bier wird in den Gaststätten und Kneipen hierzulande traditionell aus Gläsern getrunken – ein großes aus einem Halbliter-Glas, ein kleines aus einem 0,33-Liter-Glas. Ein eventuelles Verbot der Steinkrüge würde daher keinen großen Einfluss auf den Betrieb der tschechischen Brauereien und Gasthäuser haben.

Zum Schluss wollen wir noch das Thema ansprechen, dem wir uns bereits in der vergangenen Ausgabe des Hörerforums gewidmet haben. Bernd Seiser aus Ottenau schreibt:

Illustrationsfoto: Archiv Radio Prag
„Vielen Dank für die Bekanntgabe der genauen URL des Radio Prag Livestreams für Internetradios. Leider funktioniert der Stream http://prehravac.rozhlas.cz/cro7 bei uns nicht am Internetradio, es kommt nur die Anzeige ´Inhalt vorübergehend nicht verfügbar´, aber leider kommt kein Ton. Nur am PC ist unter dieser Stream-Angabe Radio Prag zu hören. Haben sich andere Hörer gemeldet, die mit dem Internetradio dadurch nun Radio Prag hören können? Dank eines Hörerklubmitglieds wurde ich auf die URL http://icecast2play.cz:8000/cro7-128.mp3 hingewiesen, die bei unserem Internetradio nun tatsächlich einen Radio-Prag-Empfang um 21 UTC in Deutsch ermöglicht hat. Darüber freuen wir uns, aber vielleicht gibt es noch einige andere Hörer, die diese Angabe nicht kennen und Radio Prag auf http://prehravac.rozhlas.cz/cro7 ebenfalls nicht hören können?“

Vielen Dank Herr Seiser, für diesen neuen Tipp. Auch unser Hörer Andreas Fessler aus Dresden hat auf die letzte Sendung reagiert und Ihre Erfahrung bestätigt:

„Liebe deutsche Redaktion von Radio Prag! In der letzten Hörerbriefsendung wurde die Frage von Anna und Bernd Seiser nach der Radio Prag Internet Stream-Adresse beantwortet. Die angesagte Adresse funktioniert mit einem Computer, nicht aber mit einem Internet Radio. Wer die Sendungen mit solch einem Gerät empfangen will, sollte folgende Adresse verwenden: http://www.play.cz/radio/cro7-128.mp3.m3u.“

Das war also noch eine Empfehlung für unsere Internet-Radio-Hörer, für die wir uns bei Herrn Fessler recht herzlich bedanken.

Foto: Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.net
Und das war's schon wieder für heute. Bitte schreiben Sie uns auch weiterhin. Unsere Adressen lauten: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und für die elektronische Post: deutsch@radio.cz. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!