Schengen und die kleinen Übergänge: Freie Fahrt nicht überall
In gut drei Wochen tritt Tschechien gemeinsam mit acht weiteren jungen EU-Staaten dem Schengen-Raum bei. Damit fallen an den Grenzen zu allen Nachbarländern die Kontrollen weg, und so ein Stück weit auch die Grenzen selbst. Denn die dürfen in Zukunft an jeder Stelle überschritten oder überfahren werden. Theoretisch jedenfalls.
„Es handelt sich zum Beispiel um die Übergänge Horní Paseky - Bad Brambach oder Luby – Wernitzgrün. Einige der Verbindungen werden in den nächsten Jahren aber ausgebaut.“
Bereits gearbeitet wird an den Übergängen Kraslice - Klingenthal, Potucky – Johanngeorgenstadt und Svatý Kříž / Waldsassen, aber auch sie werden voraussichtlich zunächst nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben. Mit Beschränkungen, vor allem für den Schwerverkehr, ist mit der Grenzöffnung auch in Nordböhmen zu rechen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der Regionalregierung in Liberec / Reichenberg, Karel Dolejší:
„Drei Gemeinden fordern eine Beschränkung des Verkehrs. Wir untersuchen jetzt, ob das tatsächlich einfach durch Verkehrszeichen möglich ist, zum Beispiel durch eine Begrenzung des zulässigen Gesamtgewichtes, und natürlich kommen wir den Gemeinden entgegen.“Probleme gibt es aber nicht nur auf der tschechischen Seite. So hat etwa der Landkreis Olomouc / Olmütz nach Worten von Sprecher Tomáš Kocich in den letzten Jahren die Zufahrtsstraßen zu den neuen Übergängen in Stand setzen lassen. Behinderungen gibt es hier aber noch an fünf Stellen auf polnischem Gebiet:
„Die Vorbereitungen auf der polnischen Seite sind noch nicht so weit fortgeschritten, dass wir einfach am 21. Dezember alle Übergänge aufmachen und die Fahrt freigeben können. Das ist noch nicht ganz gelöst.“
Insgesamt wird nach der völligen Öffnung der Grenzen mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs gerechnet – gerade auch in solchen Gebieten, in denen es bislang eher ruhig zugegangen ist.







