Sommerschule der Filmkunst zum 28. Mal

Jiri Kralik - Direktor der Sommerfilmschule (Foto: CTK)

Am Freitag vergangener Woche wurde im südmährischen Uherske Hradiste die sogenannte Sommerfilmschule eröffnet, die nach dem traditionellen Filmfestival Karlovy Vary /Karlsbad als zweitgrößte Filmkunstpräsentation im Lande gilt. Mehr erfahren Sie im folgenden Beitrag von Jitka Mladkova:

Jiri Kralik - Direktor der Sommerfilmschule (Foto: CTK)
175 Spielfilme und etwa 300 Filmdokumente stehen diesmal auf dem Programm der Sommerfilmschule in Uherske Hradiste, die hier bereits zum 28.Mal stattfindet. Im Volksmund ist oft von einem Filmfestival die Rede, seine Veranstalter lehnen jedoch diese Bezeichnung ab. Warum, das sagte uns Jiri Kralik, Leiter des Städtischen Kinos in Uherske Hradiste und seit 10 Jahren auch Direktor der Sommerfilmschule:

"Unsere "Filmschule" zeichnet sich durch manches Spezifikum aus. Erstens ist es kein Festival. Im Gegenteil sind wir darum bemüht, dass sich diese Veranstaltung von jedem großen Festival wesentlich unterscheidet. Wir suchen nicht nach Sensationen oder Stars. Unser Ziel besteht eher in der Ausbildung, denn den Film als solchen betrachten wir nicht als Ware, sondern als einen künstlerischen Artefakt".

Teilnehmer der Sommerfilmschule (Foto: CTK)
Ausbildung als Ziel? So hochgesteckt diese Bezeichnung klingen mag, dem Veranstalterteam gelingt es tatsächlich, alljährlich ganze Scharen von Auszubildenden, sprich Besuchern, nach Uherske Hradiste zu locken. In den vergangenen Jahren waren es zwischen 2 500 bis 3000 überwiegend junge Leute, die zumeist nur mit einem Rucksack kommen. Auch bei dem 28.Jahrgang ist es nicht anders, und dies trotz des diesjährigen Zentralmottos: "Mythologie im Film, das zweite lautet "Oper in der Filmkunst". Gleich am ersten Tag der Sommerfilmschule wurde z.B. die Filmoper "La Traviata" des Regisseurs Franco Zefirelli mit Placido Domingo gezeigt. Es folgte ein Recital der tschechischen Operndiva Dagmar Peckova. Da drängt sich die Frage auf, ob es nicht riskant war, besonders das Thema "Oper" als Zentralmotto zu wählen, wenn dieses Genre ausgerechnet bei den jungen Leuten bekanntlich nicht besonders gut ankommt. Jiri Kralik:

"Ganz bestimmt, denn in der Filmdistribution der letzten 10 Jahre gab es hier zu Lande nur einen oder zwei Opernfilme. Unsere Wahl war tatsächlich riskant. Wir wollen aber die Oper bzw. Filmoper auf eine interessante Weise und mit interessanten Gästen präsentieren."

Von interessanten Gästen aus dem In- und Ausland haben sich hier tatsächlich eine ganze Reihe angesagt, insgesamt 600! Viele von ihnen sollen vor allem an zahlreichen Podiumsdiskussionen teilnehmen, die neben verschiedenen Vorträgen, Ausstellungen und Live-Konzerten den 10-tägigen Filmmarathon begleiten. Es sei noch gesagt, dass neben Verfilmungen von klassischen Opern auch andere, dem Geschmack des jungen Publikums vielleicht mehr entgegenkommende Musikvorstellungen in Uherske Hradiste angeboten werden, wie z.B. eine Punk- , eine Rock -, eine Jazz- oder sogar eine Sci-fi-Oper. Also jedem nach seinem Geschmack, könnte man sagen. Wie das Programm der diesjährigen Sommerfilmschule in Uherske Hradiste insgesamt angekommen ist, wird sich erst zeigen, denn sie dauert noch bis zum nächsten Sonntag an.