Sydney 2000: Gold und Bronze zum Auftakt für Tschechiens Sportler

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Bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney wurden am zurückliegenden Wochenende die ersten Medaillen vergeben. Mit Jan Rehula war auch ein tschechischer Athlet bei der Medaillenvergabe dabei. Im erstmals bei Olympia ausgetragenen Wettbewerb im Triathlon gewann er Bronze. Am Montag gab es dann sogar die erste Goldmedaille für die Tschechische Republik. Lothar Martin berichtet.

Dank der Zeitverschiebung von neun Stunden zur Mitteleuropäischen Sommerzeit kann man die meisten Tagesentscheidungen bereits in den frühen Morgenstunden verfolgen. So auch die Slalomkonkurrenz im Einer-Kajak der Damen auf dem künstlichen Wildwasser-Kanal in Penrith. Für die 32-jährige Stepanka Hilgertova eine wahrhaft goldene Sportanlage. Nach dem ersten Lauf noch auf Rang zwei liegend, spielte sie mit einem fehlerfreien Wellenritt im zweiten Durchgang ihre ganze Klasse aus, ließ alle Kontrahentinnen hinter sich und wiederholte damit ihren Olympiasieg von 1996 in Atlanta. In einer ersten Reaktion sagte die überglückliche Pragerin, dass ihr die Titelverteidigung schwerer fiel als der Sieg von Atlanta, zumal damals nur der bessere Lauf gewertet wurde, diesmal aber die Zeiten beider Durchgänge addiert wurden. Der Olympiasieg bescherte Stepanka Hilgertova eine Prämie von einer Million Kronen.

Nicht minder erfolgreich verlief die olympische Premiere im Triathlon der Männer für den 26-jährigen Lehrer Jan Rehula. Hinter dem Kanadier Whitfield und dem Deutschen Vuckovic belegte er den hervorragenden 3. Platz. Das Rennen über die Distanzen 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Fahrrad fahren und 10 Kilometer Laufen beschrieb der in Cheb/Eger gebürtige Rehula wie folgt: "Nun, das Schwimmen war schrecklich schnell. Solch eine schnelle Schwimmkonkurrenz habe ich noch nicht erlebt. Doch mit meinem Trainer hatte ich mir die Taktik zurecht gelegt, im Schwimmen und mit dem Rad den Anschluss zu halten, um im Laufen noch angreifen zu können. Als sich bei Radfahren eine größere Gruppe bildete und sich keiner entscheidend absetzen konnte, wusste ich, dass die Entscheidung erst im Laufen fallen wird."

Im 10-Kilometer-Lauf lief es für Jan Rehula in der Tat phantastisch, so dass er sogar die Chance auf den historisch ersten Triathlon-Olympiasieg hatte. Auf die Frage des Tschechischen Rundfunks, ob die Goldmedaille drin war, antwortete Rehula: "Ganz sicher ja. Ich habe alles versucht, um auf den letzten zwei Kilometern noch ganz nach vorn zu laufen, doch leider konnte ich die beiden Führenden nicht mehr einholen. Das war schon etwas zuviel für mich. Aber ich habe gespürt, dass ich sie bezwingen kann, vielleicht schon in vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Athen."