Tschechien verlängert Vertrag über Leasing von Gripen-Abfangjägern mit Schweden

Gripen-Abfangjäger (Foto: ČTK)

Die tschechische Armee wird aller Wahrscheinlichkeit weitere zwölf bis vierzehn Jahre die schwedischen Abfangjäger vom Typ Gripen nutzen. Die Regierung in Demission von Premier Jiří Rusnok hat sich mit Schweden auf die Verlängerung des Leihgeschäfts geeinigt.

Gripen-Abfangjäger (Foto: ČTK)
Die tschechischen Militärpiloten werden auch weiterhin die 14 Gripen-Abfangjäger fliegen können, die die Tschechische Republik im Jahr 2004 für zehn Jahre geleast hatte. Die Regierung von Premier Jiří Rusnok hat am Mittwoch einen Vorschlag von Verteidigungsminister Vlastimil Picek gebilligt.

„Es wurde ein Festpreis für das Leasing der Kampfflugzeuge vereinbart. Er wird um fast 32 Prozent niedriger ausfallen als bisher.“

Gripen-Abfangjäger (Foto: ČTK)
Für die Flugzeuge wird die tschechische Seite etwa 14 Milliarden Kronen (560 Millionen Euro) bezahlen. Der günstige Preis ist höchstwahrscheinlich der Grund dafür, warum noch die Beamtenregierung in Demission über die Leasingverlängerung verhandelt hat. Die schwedische Seite hatte zuvor angedeutet, dass ihr Angebot nur bis Ende Oktober gelte. Die geplanten Neuwahlen in Tschechien finden aber erst am 25. Oktober statt. Die neue Regierung hätte das Angebot also gar nicht annehmen können. Den Leasingvertrag, den das scheidende Kabinett Rusnok jetzt vorbereitet hat, muss daher später noch von der neu gewählten Regierung bestätigt werden. Jan Hamáček ist Verteidigungsexperte der tschechischen Sozialdemokraten.

Jan Hamáček (Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
„Es scheint, dass es gelungen ist, relative gute Bedingungen für das Leasing auszuhandeln. Das entspricht den Kriterien meiner Partei, die darauf besteht, dass das Angebot für die Tschechische Republik aus ökonomischer Sicht günstig sein muss.“

Hamáček zufolge haben die Sozialdemokraten eine lange Diskussion darüber geführt, ob es überhaupt notwendig sei, die Abfangjäger zu leasen. Sie hätten sich darauf geeinigt, so der Sozialdemokrat, dass die Tschechische Republik imstande sein muss, ihren Luftraum selbst zu verteidigen. Ohne die geleasten Flugzeuge wäre das sehr kompliziert geworden, so Hamáček:

„Denn die Tschechische Republik ist verpflichtet, ihren Luftraum zu schützen. Wenn sie es nicht mit eigenen Mitteln schafft, würde es bedeuten, dass sie einen ihrer Nato-Verbündeten um Schutz ersuchen müsste.“

Und dafür müsste die Tschechische Republik laut Hamáček natürlich bezahlen. Daher halte er das Leasing der Gripen- Kampfflugzeuge für die bessere Variante. Der Kommentator des Wochenmagazins „Respekt“, Jaroslav Spurný, stellt die Notwendigkeit des Leihgeschäfts nicht in Frage. Er bemerkte jedoch:



Jaroslav Spurný (Foto: ČT24)
„Ich möchte nur von der Armee ein klares Rüstungskonzept sehen. Ich will mich davon überzeugen, dass die 14 Milliarden Kronen zweckmäßig und für wichtige Bedürfnisse investiert wurden.“

Die Gripen-Abfangjäger sollen im Laufe der Vertragslaufzeit auf den modernsten Stand der Nato gebracht werden. So soll es künftig möglich sein, die Gripen-Abfangjäger gemeinsam mit den Flugzeugen anderer Nato-Länder einzusetzen. Vor zwei Jahren war das noch nicht möglich. Damals wollte die tschechische Armee die Maschinen nach Libyen entsenden.