Tschechien will Restaurierung sudetendeutscher Gräber 2026 mit 10 Millionen Kronen bezuschussen

Gräber von Sudetendeutschen bei Loučná pod Klínovcem

Tschechien will kommendes Jahr zehn Millionen Kronen (401.000 Euro) in die Sanierung deutscher Gräber investieren. Das hat die Regierung in Prag am Mittwoch beschlossen. Die Fördergelder werden Gemeinden, aber auch Interessensverbände und Vereine beantragen können.

In der Tschechischen Republik gibt es viele deutsche Gräber. So zum Beispiel im Kreis Ústí nad Labem, wo es rund 20.000 sind. Eine Aufschiebung der Restaurierung würde die Kosten noch mehr ansteigen lassen, heißt es aus dem Ministerium für regionale Entwicklung:

Der Friedhof von Heřmánkovice im Jahr 2018 | Foto: Tschechisches Fernsehen,  ČT24

„Die Notwendigkeit, ein Subventionsprogramm für den Zeitraum bis 2029 zu schaffen, ergibt sich aus dem aktuellen Zustand der Friedhöfe, die sich in einem sehr schlechten Zustand befinden. Eine Verschiebung der Finanzierung von Reparaturen auf 2029 würde eine Zunahme der Schäden und damit auch steigende Kosten im späteren Zeitraum bedeuten“, sagte Karolína Nová, Sprecherin des Ministeriums für Regionalentwicklung.

Im Vertrag zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit aus dem Jahr 1992 verpflichtete sich Tschechien zur Pflege deutscher Gräber. Nach Angaben des Ministeriums für regionale Entwicklung befinden sich hierzulande Hunderttausende entsprechende Grabstätten in einem unbefriedigenden Zustand.

Der am Mittwoch von der Regierung gebilligte Vorschlag, ein Subventionsprogramm zu schaffen, kommt vom Ministerium für regionale Entwicklung. Er sieht vor, nächstes Jahr zehn Millionen Kronen zu investieren. Dieser Betrag könnte in den kommenden Jahren um 20 Millionen Kronen (802.000 Euro) steigen. Das Ministerium will versuchen, europäische Fördergelder an Land zu ziehen.

Autor: Lennart Faulhaber | Quelle: ČTK
schlüsselwörter:
abspielen