Tschechiens Premier Babiš in Israel

Andrej Babiš und Reuven Rivlin (Foto: ČTK / Marek Opatrný)

Mit einer internationalen Konferenz erinnert Israel am Donnerstag an die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Tschechien ist von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) dabei vertreten.

Andrej Babiš und Reuven Rivlin (Foto: ČTK / Marek Opatrný)

Jerusalem (Foto: Berthold Werner, Wikimedia Commons, Public Domain)
Der tschechische Premier Andrej Babiš hält sich zu einem zweitägigen Besuch in Jerusalem auf. Den ersten Tag seiner Visite füllte er mit bilateralen Treffen mit Israels Politikern. Tschechien und Israel würden miteinander überdurchschnittlich gute Beziehungen pflegen, sagte Premier Andrej Babiš nach einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin am Mittwoch in Jerusalem. Laut dem tschechischen Regierungschef trägt dies konkrete Früchte. Babiš nannte die Nutzung von Hanf zu Heilzwecken, die Wasserwirtschaft und die Mülltrennung.

Der israelische Präsident bedankte sich bei der Tschechischen Republik für die langfristig guten Beziehungen. Zugleich merkte er an, dass man diese in vielen Bereichen noch intensivieren könne. Rivlin erinnerte zudem daran, dass die frühere Tschechoslowakei 1948 die ersten Fallschirmjäger und Piloten der israelischen Armee ausgebildet hat. Der Präsident lobte auch, dass der tschechische Regierungschef ein Teil der Gemeinschaft sei, die zum Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem zusammengekommen ist:

Gedenkstätte Yad Vashem (Foto: Berthold Werner, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
„Wir schätzen sehr, dass Sie bei dieser historischen Versammlung von hochstehenden Politikern aus der ganzen Welt dabei sind. Die Versammlung soll die Notwendigkeit aufzeigen, den Antisemitismus zu bekämpfen.“

Dies zeige, dass die Völkerfamilie fest an die Möglichkeit glaube, gegen Hass, Rassismus und weitere inakzeptable Dinge zu kämpfen, so Rivlin weiter.

Premier Babiš fügte hinzu:

„Die Tschechische Republik hat vor fünf Jahren das Welt-Holocaust-Forum ausgerichtet. Damals hat sich die Weltpolitik allerdings nicht so umfangreich versammelt wie jetzt hier. In Jerusalem sind 47 Staaten vertreten.“

Am Donnerstag nahm Andrej Babiš an der Veranstaltung in Jerusalem teil. Die Gedenkstätte Yad Vashem ist Gastgeber der Konferenz:

Treffen mit Holocaust-Überlebenden (Foto: ČTK / Marek Opatrný)
„In diesen Zeiten, in denen eine stärkere Welle des Antisemitismus Europa, aber auch die Social Media in Tschechien erfasst hat, ist dieses Forum besonders wichtig.“

Auf Babišs Programm in Jerusalem standen zudem Treffen mit Holocaust-Überlebenden sowie Gespräche mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Oppositionschef Benny Gantz. Beide sind heiße Kandidaten für den künftigen Regierungsvorsitz. Anfang März wählen die Israelis zum dritten Mal in kurzer Folge.

„Israel ist ein strategischer Partner für uns. Wir warten seit längerer Zeit auf einen Besuch des israelischen Premierministers in Tschechien. Leider haben die Wahlen bisher kein Ergebnis gebracht. Wir hoffen, dass dies dieses Jahr gelingt und wir die Möglichkeit haben werden, den neuen israelischen Regierungschef bei uns begrüßen zu dürfen,“ so Babiš.