Umfrage: Beschäftigte im Homeoffice mehr gestresst als im Büro

Tschechen, die zu Hause arbeiten, sind mehr gestresst als ihre Kollegen im Büro. Dies geht aus einer Umfrage des Personaldienstleisters Grafton Recruitment hervor.

Illustrationsfoto: Luke Peters,  Unsplash,  CC0 1.0 DEED

Die Erhebung wurde im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie online durchgeführt. Laut den Ergebnissen erleben 86 Prozent der Beschäftigten in Tschechien an ihrem Arbeitsplatz Stress. Nur 18 Prozent sind diesem aber häufig ausgesetzt und bezeichnen ihn als strapaziös. 52 Prozent sagten hingegen, sie seien nur gelegentlich gestresst, und 16 Prozent nannten den Stress positiv, weil Adrenalin-fördernd.

Diese Ergebnisse decken sich stark mit den Erhebungen aus früheren Jahren. Im Unterschied zu der Zeit vor Corona beklagten 40 Prozent der Befragten jedoch, dass der Stress in ihrem Privatleben angewachsen sei. „Bei ihnen handelt es sich vor allem um Beschäftigte, die bei Ausbruch der Pandemie ins Homeoffice oder in die Online-Welt gewechselt sind. Ihnen fehlen die unmittelbaren sozialen Kontakte, und häufig leiden sie darunter, dass sich die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verwischt sind. Sie arbeiten unter erschwerten Bedingungen, neben dem Beruf müssen sie sich häufig auch um die Kinder kümmern. Deswegen fühlen sie sich häufig stärker belastet“, so Martin Malo, Direktor von Grafton Recruitment und GI Group, gegenüber der Presseagentur ČTK.

Martin Malo | Foto: Grafton Recruitment

34 Prozent der Befragten klagten über eine stärkere Belastung und mehr Arbeit als vor der Pandemie. Dies waren vor allem Beschäftigte aus dem Bereich „unternehmensnahe Dienstleistungen“ sowie aus der IT. Letztere nannten als Gründe die zunehmende Digitalisierung und die gestiegenen Nachfragen von Menschen im Homeoffice.

In einem Viertel der Fälle wird auf die erschwerte Kommunikation bei der Arbeit von Zuhause hingewiesen. „Die virtuelle Kommunikation bringt Unklarheiten mit sich im Verständnis bestimmter interner Informationen, was wiederum die Stimmung unter Arbeitskollegen belasten sowie die Effektivität der Arbeit und die Produktivität verringern kann. Dazu kommt die Tendenz, immer erreichbar und online zu sein. Dies führt bei einem Teil der Beschäftigten ebenso zu Stress“, sagt Malo.

Autor: Till Janzer
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