Wasser aus der Wüstenluft, Gulasch im Restaurant: Tschechien bei der Expo 2020 in Dubai

Expo 2020

Sechs Monate lang werden im Emirat Dubai technische Weltneuheiten präsentiert. Die Expo 2020, die wegen Corona um ein Jahr verschoben wurde, findet mitten in der Wüste statt. Auch Tschechien gehört zu den 192 Ländern der Erde, die sich dort vorstellen.

Tschechischer Pavillon | Foto: Štěpán Macháček,  Tschechischer Rundfunk

Am Donnerstag wurde in Dubai die Expo eröffnet. Erstmals gastiert die Weltausstellung im arabischen Raum. Eines der drei zentralen Themen bei der großen Schau ist die Nachhaltigkeit. Seine Ideen dazu präsentiert Tschechien mit einem eigenen Pavillon – wie rund 60 weitere Länder auch. Vor dem Pavillon befindet sich ein Garten und im Inneren ein Springbrunnen. Das Wichtigste daran ist, wie das Wasser dorthin gelangt. Es wird nämlich mit Solarenergie aus der heißen Wüstenluft gewonnen. S.A.W.E.R. nennt sich dieses System. Jiří František Potužník ist der tschechische Generalkommissar für die Expo:

„Bisher gibt es das System in dieser Größe nur in zwei Prototypen. Der eine findet sich hier im Pavillon, und am zweiten sind mehrere Länder und Firmen interessiert. Das reicht von Saudi-Arabien bis Australien. Denn der zweite Prototyp ist eine mobile Vorrichtung in einem Container. Wir hatten ihn bereits in der Wüste Sweihan für ein halbes Jahr aufgebaut. Da konnten wir rund 100 Liter Wasser am Tag produzieren. Aber dank eines Upgrades, den die Magier von der Technischen Universität in Prag durchgeführt haben, sind nun auch 200 Liter möglich.“

Jiří František Potužník | Foto: Štěpán Macháček,  Tschechischer Rundfunk

Die Container-Version steht laut Potužník derzeit auf dem Gelände einer Universität in Dubai.

Der tschechische Pavillon bietet aber noch vieles mehr. Beispielsweise eine interaktive Skulptur, die von den Besuchern ergänzt werden kann und deren Bestandteile ein 3D-Drucker herstellt. Oder einen salzgekühlten Mini-Atomreaktor, der beispielsweise eine Stadt versorgen könnte. Zu diesem gehören auch spezielle Batterien für die Stromspeicherung.

In einem weiteren Saal wird mit wechselnden Ausstellungen tschechische Kultur präsentiert. Zudem sind natürlich auch die Geschmacksnerven angesprochen – mit einem Restaurant, das der Koch Daniel Gorovoj leitet. Vor allem steht dort Böhmisches auf der Speisekarte – aber mit Rücksicht auf die örtliche Kultur.

In der Küche | Foto: Štěpán Macháček,  Tschechischer Rundfunk

„Da wir in einem arabischen Land sind, haben wir Schweinefleisch, Bratfett und Schmalz von der Liste gestrichen. Ansonsten wollen wir schon die tschechische Küche in ihren Grundlagen präsentieren. Dazu gehören Klassiker wie Rindergulasch, Kalbs- und Hühnerschnitzel oder Kartoffelsuppe“, so Gorovoj.

Und dazu kann man sich ein tschechisches Bier servieren lassen. Die Staatsbrauerei Budvar schenkt ihr Budweiser aus. Am Zapfhahn steht dafür der Barmann Roman Matula:

Foto: Štěpán Macháček,  Tschechischer Rundfunk

„Wir werden klassische Halbliter-Bierhumpen haben wie auch kleine Gläser. Dabei soll deutlich werden, dass wir Tschechen unser Bier mit einer hohen Schaumkrone lieben – und es auf einen Zug unter den Schaum zapfen, was anderswo auf der Welt ungewohnt ist.“

Matula wird viel Zeit haben, die tschechische Bierkultur vorzuführen. Schließlich läuft die Expo in Dubai noch bis 31. März kommenden Jahres.

Autoren: Till Janzer , Štěpán Macháček