Welttag der Suizidprävention: Wichtig ist, offen über Gefühle zu sprechen

Jarmila Kubáňková und Eva Tušková

Der 10. Oktober gilt seit 2003 als Welttag der Suizidprävention. Auch in Tschechien ist diese ein großes Thema.

Das Thema des Welttags der Suizidprävention lautet in diesem Jahr: „Das Narrativ über Suizid ändern“. Die Menschen werden dazu aufgefordert, offen über ihre Gefühle zu sprechen. 2023 verübten mehr als 1200 Menschen in Tschechien Selbstmord. Dies geht aus Daten des Nationalen Instituts für seelische Gesundheit (NUDZ) hervor. Die Zahl der Suizide liegt hierzulande über dem europäischen Durchschnitt. Eva Tušková leitet im Institut die Arbeitsgruppe für Suizidprävention. Sie erklärte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks, warum häufiger Männer als Frauen durch Selbstmord sterben.

„Männer handeln oft impulsiver und wählen Suizidarten, die eher zum Tod führen. Sie greifen zudem öfter als Frauen zu Suchtmitteln und sind weniger bereit, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

In den letzten Jahren stieg in Tschechien die Zahl von Selbstmordfällen unter Kindern und Jugendlichen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es hierzulande eine spezielle Hotline, bei der Experten den Kindern per Telefon, E-Mail oder Chat helfen. Eine der früheren Anruferinnen berichtet:

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„Ich hatte Angst, meinen Eltern zu sagen, dass ich Selbstmord verüben möchte. Ich habe mich vor ihrer Reaktion gefürchtet, davor, dass sie sich ärgern könnten.“

Derartige Geschichten hören die Mitarbeiter der Hotline Linka bezpečí immer häufiger. Den Informationen des Innenministeriums zufolge starben im vergangenen Jahr 35 Kinder und Jugendliche durch Selbstmord, 2023 gab es 24 Suizidfälle in dieser Alterskategorie. Der Sprecher des Ressorts, Ondřej Krátoška, beschreibt die Ursachen:

„Das sind schlechte Beziehungen in der Familie oder zwischen den Eltern während der Scheidung. Die weiteren Ursachen sind Mobbing und Cyberschikane, ein Minderwertigkeitsgefühl im Vergleich mit den Altersgenossen in den sozialen Netzwerken und weitere Gründe.“

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Wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene Hilfe brauchen, können sie sich in Tschechien nicht nur an die Linka bezpečí wenden, sondern auch an die Hotlines Linka důvěry (Vertrauens-Hotline) sowie Linka první psychické pomoci (Hotline für psychische Erste Hilfe).

Das Thema der seelischen Gesundheit steht an diesem Freitag im Fokus von Veranstaltungen an mehreren Orten Tschechiens. Eine davon ist das „Práh-Fest“ in Brno / Brünn. Der Initiator ist die Organisation Práh Südmähren, die vor 25 Jahren mit dem Ziel entstand, Menschen mit psychischen Problemen zu helfen. Das Festival beginnt im Brünner Café Práh um 15 Uhr. Auf dem Programm stehen Vorträge, Musik und ein Kreativworkshop. Das Festival sei für alle bestimmt, die sich für seelische Gesundheit interessieren, sagt Vít Kratochvíl, einer der Veranstalter:

„Das Práh-Fest ist ein Ort, an dem Menschen verschiedener Generationen zu Wort kommen. Unter ihnen sind Gesundheitsexperten sowie Künstler. Wir möchten ein Mosaik von verschiedenen Perspektiven zur psychischen Gesundheit zusammenstellen. Dabei hoffen wir, die Menschen zum Nachdenken und zum gegenseitigen Respekt quer durch die Generationen anregen zu können.“

Im westböhmischen Plzeň / Pilsen erreichen die „Tage für die seelische Gesundheit“ am Freitag mit einer Vorstellung auf der Bühne Moving Station den Höhepunkt. Petr Moravec leitet den Verein „Ledovec“, der die Veranstaltung organisiert:

„Das ,Varieté Sociále‘ ist ein Programm, das unser Verein in Psychiatriekliniken präsentiert. Das Ziel ist es, alle, die in der Nähe sind, miteinzubeziehen und gemeinsam eine vom Zirkus inspirierte Vorstellung zusammenzustellen. Die Vorstellung spielen wir mit all unseren Kollegen und allen, die Lust haben, sich uns anzuschließen.“

Autoren: Martina Schneibergová , Tereza Hübscherová , Anděla Blažková | Quelle: Český rozhlas
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